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Verlag: Igelverlag
Erscheinungsdatum: 01.2000
AuflagenNr.: 1
Seiten: 359
Sprache: Deutsch
Einband: gebunden
Seit zweitausend Jahren” ist ein ein leidenschaftliches Tagebuch eines Bewusstseins, das von seinem Jude-Sein niedergedrückt wird. Darüber hinaus löste dieses Buch in Rumänien seinerzeit eine wütende Kampagne aus: Sebastians Einfall, sich von seinem Gönner und Freund Nae Ionescu, der den Antisemitismus mit metaphysischen Gründen rechtfertigte, ein Vorwort für den Roman zu erbitten, hatte schreckliche Folgen. Es erhitzte die öffentliche Meinung, zumal dies Vorwort eine höhnische Verachtung des Romans und seines Autors zum Ausdruck brachte. Dieser Tagebuch-Roman zeigt drei hervorstechende Momente in der Entwicklung: Die gewaltsamen antisemitischen Aktionen der Studenten während der Studienzeit des Erzählers 1922/23, die relativ ruhige Zeit der Arbeit bei der Ölgesellschaft und zuletzt die neuen rechtsextremen Manifestationen nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland. Im ersten und dritten Teil spielen die Reflexionen über das jüdische Problem eine beherrschende Rolle.
Mihail Sebastian wurde als Sohn jüdischer Intellektueller am 8.10.1907 im rumänischen Br?ila geboren. Bereits als Kind ein begeisterter Leser, versuchte er als 13jähriger Mallornies Nérodiade zu übersetzen. 1925 Abitur, Jurastudium und Mitarbeiter verschiedener literarischer Zeitschriften. Erste Gedichte. Nach dem Examen in Bukarest erwarb er 1929 die Anwaltslizenz. Danach lebte Sebastian in Paris (1930/31), wo er promovierte und sich ausgiebigen Studien der Literatur hingab. 1932 veröffentlichte er unter dem Einfluß von Gide und Proust, den er auch partiell übersetzte, sein erstes Buch: Fragmente aus einem gefundenen Heft. Nach Frauen (1933) löste die Veröffentlichung von Seit zweitausend Jahren (1934) heftige Proteste aus. Nach einem weiteren Roman hatte Sebastian erste Erfolge als Theaterautor er veröffentlichte 1939 die Korrespondenz Prousts. 1941/42 war er Lehrer an einer jüdischen Schule. Während des Krieges wurden seine Stücke unter einem Decknamen gespielt, da er Publikationsverbot hatte. Nach dem Regimewechsel 1945 wurde er als Berater ins Außenministerium berufen. Am 29.5.1945 wurde Sebastian - noch nicht 38 Jahre alt - auf dem Weg zu einem Vortrag über Balzac von einem Lastwagen überfahren. Das Werk von Mihail Sebastian genießt - nicht nur im Bereich des Dramas - Weltruhm. Der nun erstmals in deutsch vorliegende Roman Seit zweitausend Jahren löste den bisher größten Literaturskandal in der Geschichte der rumänischen Literatur aus.
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