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- Die Liberalisierung des Online-Sportwettenmarktes in Deutschland
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 06.2009
AuflagenNr.: 1
Seiten: 164
Abb.: 40
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Kaum ein anderes Thema hat in den letzten Jahren im sportpolitischen Bereich für mehr Diskussionen gesorgt als die mögliche Liberalisierung des Sportwettenmarktes für private Anbieter. Noch besteht in Deutschland das staatliche Monopol auf alle Formen des Glücksspiels aber viele große Unternehmen und besonders die Wettbewerbskommission der Europäischen Union fordern rigoros die Öffnung dieses ökonomisch lukrativen Sektors. Der Staat verweigert hingegen weiter mit allen Mitteln und sogar mit juristischen Auseinandersetzungen eine baldige Öffnung. Jedoch machen milliardenschwere Umsätze die Wettleidenschaft der Deutschen bei Sportereignissen zu einem lukrativen Markt für die Wirtschaft, die Medien und besonders die Sportvereine selbst. Zwar bietet der Sport den Inhalt der Wetten, aber er konnte bisher nicht in großem Umfang an den Wetterlösen partizipieren. Das könnte sich bei einer Liberalisierung vielleicht in großem Ausmaß ändern. Dieses Buch soll aufzeigen, welche Auswirkungen eine mögliche Privatisierung des Online-Sportwettenmarktes für alle beteiligten Bereiche hätte. Die Chancen und Risiken werden hierbei detailliert erörtert und skizziert. Welche Unternehmen können am meisten profitieren? Welche Sportarten hätten Entwicklungschancen? Wird die Spielsucht in Deutschland durch mehr Werbung gesteigert? Hierzu wurden zudem Vertreter der Wettunternehmen und des Sport- und Mediensektors in einer großen Studie befragt und die Ergebnisse explizit dargestellt und grafisch aufbereitet. Im Buch werden zudem alle wichtigen Gesetzesentscheidungen der letzten Jahre im Glücksspielbereich aufgezeigt und der Begriff der Sportwette definiert und historisch eingeordnet.
Kapitel 3.1. Die Eingrenzung des Glücksspielbegriffes Spiele und Wetten gehören zu den ursprünglichsten Bedürfnissen der Menschheit, denn es finden sich über Jahrtausende hinweg Geschichten und sagenumwobene Erzählungen zum Glücksspiel. Die Lust, das Glück zu versuchen, ist ein dem Menschen angeborener Trieb. Der Reiz, den Zufall herauszufordern, das Wagnis, die starren Lebensgesetze zu durchbrechen sowie die Sehnsucht unvermutet reich zu werden, bewegen unser Herz und drängen zum Glücksspiel in einer seiner 100 Formen. Glücksspiele, veraltet auch als Hazardspiele (von französisch hazard = Zufall) bezeichnet, werden definiert als Spiele um einen Vermögenswert, deren Ausgang im Wesentlichen vom Zufall abhängt und nicht vom Geschick oder den Entscheidungen der Spieler. lxiv Der Ausgang des Spiels ist nicht vom Können oder einer bestimmten Spielstrategie abhängig, sondern vom Fall der Würfel, dem Drehen der Lostrommel, dem Kauf eines Loses, dem Lauf einer Roulettekugel oder dem Mischen und Verteilen der Karten. Die verschiedenen Glücksspielarten unterscheiden sich durch die Wahrscheinlichkeit des Gewinnens sowie im Verhältnis der Gewinnausschüttung zu den gezahlten Einsätzen. Das Glücksspiel beinhaltet viele Bereiche der Spielkultur. Darunter fallen vor allem Würfelspiele und einige Kartenspiele, das Roulette, Lotto und Lotterien. Dies lässt natürlich Raum zur Diskussion, welche dieser Wettarten Glückspiele sind und ob es hierbei nur auf den Zufall ankommt oder ob es entsprechende Kenntnisse sind, die zum Wetterfolg führen. Auch die Unterscheidung zwischen verbotenem Glücksspiel und erlaubtem Unterhaltungsspiel fällt bis heute in Deutschland schwer und ist nicht immer eindeutig zu treffen. Den Anfang einer juristischen Abhandlung machte der Codex Juris Bavarici criminales im Jahr 1751, in welchem folgende Formulierung zu finden war: Verbotenes Spiel ist ein auf bloßes Glück gerichtetes Spiel. Die schwierige Eingrenzung des Glücksspielbegriffes und seiner Ausmaße wird durch einen Blick auf die Entstehung und den geschichtlichen Hintergrund nachvollziehbarer. Viele historische Entscheidungen zum Glücksspiel im Laufe der Zeit können noch immer auf die heutigen Verhältnisse und Rechtssprechungen übertragen werden. Im Folgenden eine kleine Auswahl der wichtigsten Entwicklungen in den verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte. (Anm. des Autors: Ambivalente Tatsachen zur momentanen Situation auf dem Online-Sportwettenmarkt in Deutschland sind fett markiert.)
Christoph von Külmer, Diplom-Sportwissenschaftler mit Fachrichtung Medien und Kommunikation, Studium an der Technischen Universität München, Abschluss 2007 am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. Hackforth. Derzeit tätig als selbstständiger Pressereferent und Projektmanager im Sportbereich.
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