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- Wie viel Risiko darf es sein? Der Einfluss von Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz auf den Reiseentscheidungsprozess
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 148
Abb.: 50
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
In Anbetracht der Zunahme von terroristischen Anschlägen, Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen und gesundheitlichen Risiken nimmt die Bedeutung des Sicherheitsaspektes im Tourismus weiter zu. Das vorliegende Buch befasst sich vor diesem Hintergrund mit dem Einfluss der Risiko¬wahrnehmung und Risikoakzeptanz seitens der Reisenden auf den Reiseentscheidungsprozess bei Auslandsreisen, wobei im Fokus der Betrachtung Kunden von Reiseveranstaltern stehen. Mittels einer quantitativen Befragung wird analysiert, wie die individuelle Risikowahrnehmung und -akzeptanz auf das Reiseverhalten wirken. Untersucht werden hierbei die verschiedenen Einflussgrößen der Wahrnehmung und Akzeptanz von Risiko, die Einschätzung des internationalen Tourismus vor allem hinsichtlich exemplarisch ausgewählter Risikoarten unserer Zeit, die Bedeutung von Sicherheit im Zielgebiet sowie die Haltung gegenüber und Akzeptanz von Sicherheitsvorkehrungen. Anhand der in diesem Buch geleisteten Analyse können signifikante Unterschiede im Reiseverhalten zwischen risikoaversen und risikoaffinen Reisenden identifiziert werden. Zudem sind Differenzen bei der Beurteilung von Konsequenzen negativer Ereignisse sowie bezüglich der Wahrnehmung des internationalen Tourismus festzustellen. Die gewonnenen Resultate der empirischen Untersuchung bieten zudem die Möglichkeit zur Gestaltung zielgruppenorientierter Reiseangebote für Anbieter.
Textprobe: Kapitel 8.2, DURCHSCHNITTSWERTE DER EMPIRISCHEN ERHEBUNG: In diesem Abschnitt der Arbeit werden die sozio-demografischen Durchschnittswerte der Untersuchung in konziser Form erläutert, um sich von den einzelnen Gruppen leichter ein Bild machen zu können. Der Anteil der männlichen Reisenden liegt bei 50,8 %, der der weiblicher bei 49,2 %. Das Durchschnittswertalter ist 52 Jahre, das monatliche Netto-Haushaltseinkommen liegt zwischen EUR 2.500,- und EUR 2.999,-. Etwas über ein Drittel der Befragten lebt in ländlicheren Regionen Österreichs, die anderen zwei Drittel in der Stadt bzw. Vorstadt. Die Reisenden verreisen im Durchschnitt ca. zweimal im Jahr in das europäische Ausland und alle zwei Jahre einmal in das außereuropäische Ausland. 8.3, DIE RISIKOAVERSEN REISENDEN: Das Durchschnittsalter dieser Gruppe liegt mit 54 Jahren knapp über dem Durchschnittswert aller Befragten. Der Anteil von Frauen mit 54 % gegenüber Männern mit 46 % zeigt einen etwas höheren Frauenanteil dieser Gruppe. Mehr als die Hälfte hat ein Bildungsniveau erreicht, dass keine Matura einschließt. Insgesamt weisen über 80 % der Reisenden als höchste abgeschlossene Ausbildung eine Höhere Schule mit Matura oder darunter auf. Knapp ein Drittel verdient zwischen EUR 1.500,- und EUR 1.999,-. Weitere 20 % verdienen weniger als EUR 1.500,-. Ein Drittel der risikoaversen Reisenden lebt mit einem oder mehreren Kindern in einem Haushalt zusammen, wobei ein wenig mehr als die Hälfte in der Stadt oder Vorstadt lebt. Am häufigsten verreist diese Gruppe mit ihrem Partner. Aber auch Freunde (48 %) und Kindern (19 %) wurden von diesen Probanden als Reisebegleitung angegeben. Alleine unternehmen die risikoaversen Reisenden selten Reisen. 8.3.1, REISEERFAHRUNG: Die Befragten dieser Gruppe verreisen im Durchschnitt einmal pro Jahr ins europäische Ausland. Reisen in Länder außerhalb Europas werden im Durschnitt einmal alle drei Jahre unternommen. 27 % reisen seltener als alle drei Jahre in außereuropäische Länder und weitere 27 % tun dies überhaupt nicht. Die bisherigen Reiseerfahrungen fallen bei dieser Gruppe damit unterdurchschnittlich aus, zumal sich Auslandsreisen fast ausschließlich auf West- und Osteuropa beschränken. 8.3.2, RISIKOWAHRNEHMUNG: Bei der Beurteilung des internationalen Tourismus vertreten 40 % die Ansicht, dass das Reisen in den letzten zehn Jahren an sich gefährlicher geworden sei, 37 % haben eine neutrale Meinung zu dieser Aussage. Die Wahrscheinlichkeit, eine Naturkatastrophe oder eine ernsthaften Erkrankung während des Urlaubs zu erleben, wurde neben den anderen Risiken – Terrorismus, pol./ soz. Unruhen – am höchsten bewertet. Politische oder soziale Unruhen werden im Vergleich dazu eher als unwahrscheinlich wahrgenommen. Über die Konsequenzen negativer Ereignisse zeigen sich die risikoaversen Reisenden überaus besorgt, allen voran in Bezug auf terroristische Anschläge. 8.3.3, SELBST-IMAGE: Obwohl sich die Gruppe der Risikoaversen selbst als zurückhaltend einschätzt und die Befragten lieber mit solchen Menschen zusammen sind, die sie kennen, gaben trotzdem ca. 40 % von ihnen an, im Urlaub lieber Einheimische als Touristen kennenzulernen. Nichtsdestotrotz macht diese Zielgruppe gerne Bekanntschaften mit anderen Touristen oder bleibt mit der Reisebegleitung unter sich. Das relative Desinteresse an oder die Angst vor anderen Kulturen resultiert darin, dass 60 % der Reisenden angaben, lieber in Regionen mit ähnlicher oder vertrauter Kultur (im Vergleich zum Herkunftsland Österreich) zu reisen. Diese Gruppe sieht sich selbst nicht als Entdecker oder Trendsetter und zieht es vor, in Regionen Urlaub zu machen, in denen schon Personen waren, die sie persönlich kennen. Ihr Urlaub verläuft weitgehend ruhig. Gerade einmal 10 % der Befragten dieser Gruppe äußern den Wunsch nach Abwechslung und Aktivität während ihres Urlaubs, wogegen über 80 % auf Ruhe und Entspannung sinnen und sich im Urlaub primär erholen möchten. 8.3.4, EINSTELLUNG ZUR URLAUBSVORBEREITUNG: Die Urlaubsvorbereitung spielt bei der Gruppe der risikoaversen Reisenden eine essentielle Rolle. Drei Viertel der Reisenden möchten nach eigener Aussage nichts dem Zufall überlassen und planen ihre Reiseroute komplett im Voraus. Ebenfalls werden von über 55 % der Risikoaversen sämtliche Unternehmungen und Touren vollständig vor Urlaubsantritt gebucht bzw. organisiert, so dass für den Urlaub selbst keine Fragen offenbleiben. Das Bedürfnis, sich grundlegend über die gewählte Urlaubsdestination zu informieren und dementsprechende Urlaubsvorbereitungen zu treffen, ist als hoch zu bewerten. Die Urlaubsplanung beginnt bei über 60 % der Reisenden zwischen dem dritten und ersten Monat vor Urlaubsbeginn, sofern die Reise in eine ihnen bekannte Destination führt. Weitere 24 % beginnen mit der Planung bereits sechs bis vier Monate vor Reiseantritt. Falls die Reise jedoch in eine neue, unbekannte Destination geht, so beginnen knapp 40 % der Reisenden vier bis sechs Monate im Voraus mit der Reisevorbereitung.
Sina Bernhard wurde 1981 in Halle/Saale geboren und studierte Tourismus-Management an der Fachhochschule Wien. Die Faszination für das Thema Reisen und die damit verbundenen Risiken motivierten die Autorin, das Thema Risikowahrnehmung und -akzeptanz bei Reisenden näher zu untersuchen.
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