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- Die Fair Value-Bewertung vor dem Hintergrund der Subprime-Krise
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 07.2010
AuflagenNr.: 1
Seiten: 96
Abb.: 16
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Zur Verbesserung ihrer Ertragslage haben US-Banken Hypothekarkredite durch sog. Zweckgesellschaften aus den eigenen Bilanzen entfernt und durch Verbriefung in strukturierte Anleihen mit sehr attraktiver Verzinsung transformiert. Um das Kaufinteresse nationaler und internationaler Investoren an strukturierten Hypothekarkrediten zu befriedigen, mussten auch Hypotheken schlechterer (Subprime) Bonität verbrieft werden. Die als logische Konsequenz sich daraus ergebenden Zahlungsausfälle haben eine globale Finanzkrise mit verheerenden Folgen hervorgerufen. Da solche Verbriefungstitel normalerweise einer marktnahen Fair Value-Bewertung unterzogen werden, wurden die Verluste der Finanzinstitute durch den Zusammenbruch des aktiven Marktes noch verstärkt. Zur Reduzierung der Verluste hat das Institut of International Finance (IIF) als Interessenvertreter der Finanzbranche zu einer Reform der Internationalen Rechnungslegungsvorschriften aufgerufen.
Textprobe: Kapitel 2.1.2, Internationalisierung des Finanzsystems: Insbesondere für die Finanzbranche sind harmonisierte Buchführungsvorschriften von höchster Priorität. Die Neuerungen in den Informations- und Kommunikationstechnologien und die Deregulierung der Finanzmärkte haben die Internationalisierung der Finanzbeziehungen herbeigeführt. Diese Internationalisierung hat sich in grenzüberschreitenden Wertpapiertransaktionen und in der zunehmenden Integration der Finanzmärkte manifestiert. Ein nach Kapitalmarktinteressen ausgerichtetes Rechnungslegungskonzept orientiert sich vielmehr an der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung als an Bilanzwerten vergangener Transaktionen. Anteilseignern sollen klare Informationen zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre Investitionsentscheidungen treffen können. Gleichzeitig dient die durch gute Informationen bedingte Transparenz zum Schutz von Bankkrisen, indem Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden. Auf Kapitalmärkten stellt die Transparenz den bestmöglichen Anlegerschutz dar. Kapitel 2.1.3, Aspekte einer informationsbasierten Rechnungslegung: Eine informationsbasierte Rechnungslegung soll nicht nur entscheidungsrelevante und verlässliche Informationen bereitstellen. Diese Informationen müssen auch die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Jahresabschlüssen ermöglichen und für einen potenziellen Investor nachvollziehbar und verständlich sein. Entscheidungsrelevanz (Decision Usefulness) ist gegeben, wenn anhand der ermittelten Informationen vergangene, derzeitige oder zukünftige wirtschaftliche Ereignisse beurteilt werden können, und wenn auf Basis dieser Beurteilung die Adressaten wichtige Anlageentscheidungen treffen können. Als verlässlich gelten Informationen, die frei von materiellen Fehlern, Willkür und persönlichen Interessen des Bilanzierenden sind. Mit Vergleichbarkeit wird die Möglichkeit anvisiert, dass die Jahresabschlüsse eines Unternehmens an verschiedenen Stichtagen gegenübergestellt werden können. Anhand dieses Vergleichs sollen wichtige Trends und Entwicklungen zu erkennen sein. Ein Vergleich mit der Konkurrenz oder einer Benchmark soll auch mit geringem Aufwand durchzuführen sein. Die Verständlichkeit manifestiert sich in der Klarheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Informationen. Ein solides Rechnungslegungskonzept sollte Marktdisziplin und Transparenz fördern, indem es verständliche und nachvollziehbare Jahresabschlüsse liefert. Für eine Marktdisziplin ist es unerlässlich, dass nicht nur Wirtschaftsprüfer, sonder auch Finanzanalysten und potenzielle Investoren die Informationen ein klares Bild von einem Unternehmen bekommen können.
Mihail Mihaylov wurde 1983 in Bulgarien geboren. Nach einem exzellenten Abschluss am Fremdsprachengymnasium Z. Stoyanov in seiner Heimatstadt Sliven, entschied sich der Autor für die große Herausforderung, ein Auslandstudium zu absolvieren. Das Studium der Betriebswirtschaftlehre an der Bayerischen Julius Maximilians Universität Würzburg schloss der Autor 2009 mit dem akademischen Grad Diplom-Kaufmann erfolgreich ab. Während des Studiums engagierte sich Mihail Mihaylov in einer gemeinnützlichen Studentenorganisation. Durch die Projektleitung eines mittelgroßen Projekts hat der Autor sein Organisationstalent unter Beweis gestellt. Die heiße Debatte zwischen wirtschaftlichen Fachkreisen über die Vor- und Nachteile einer marktnahen Fair Value-Bewertung hat den Autor dazu angeregt, sich näher mit dem Thema zu befassen. Die aus dieser Debatte resultierenden Ergebnisse und diverse empirische Befunde präsentiert der Autor in seinem Buch.
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