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Nachhaltigkeit
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 06.2009
AuflagenNr.: 1
Seiten: 132
Abb.: 21
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Der Leser erhält in diesem Buch einen Einblick in die zukunftsorientierte Umsetzung energetischer Maßnahmen im Immobilienbereich zur positiven Beeinflussung der Vermarktungsmöglichkeiten immobilienwirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen. Hierbei werden sowohl technische als auch rechtliche Rahmenbedingungen und Ansätze aufgezeigt sowie Lösungskonzepte beschrieben. Neben einem theoretischen Teil zum Verständnis der immobilienspezifischen Begriffe und Prozesse enthält das Werk einen Marktforschungsteil in Form einer Umfrage: Es wurden sowohl Eigentümer von selbstgenutzten Immobilien als auch Mieter von Wohnimmobilien zu verschiedenen Aspekten der Energieeffizienzthematik befragt, um Rückschlüsse für die Zukunft zu ermöglichen. Die Ansatzpunkte für die derzeitige Entwicklung der Effizienzsteigerung im Gebäudesektor liegen in ökonomischen und ökologischen Motiven. In Zeiten der steigenden Energiepreise für fossile Energieträger sowie der öffentlichen Debatten um die negativen Auswirkungen des Kohlendioxidausstoßes auf das Weltklima rücken effiziente Objekte immer mehr in den Mittelpunkt von Immobiliennachfragern und damit auch ins Zentrum der Marketingausrichtung der Anbieter. Der Autor plädiert für eine nachhaltige Orientierung des Marketings an der Umwelt-Thematik und auf die flächendeckende Umsetzung der technischen Lösungen in diesem Bereich.
Textprobe: Kapitel 3.7, Staatliche Förderung energieeffizienter Investitionen: Für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat sich die Förderung von Energieeinsparungen und Minderung des CO2-Ausstoßes in den vergangenen 15 Jahren zu einem eigenständigen Geschäftsfeld entwickelt. Hauptgrund war vor allem nach der Wiedervereinigung der modernisierungsbedürftige bauliche Zustand der Gebäude in den neuen Bundesländern. Aber auch in Verbindung mit den europaweiten Klimaschutzzielen und der Ausbreitung der regenerativen Energietechniken wird sich die Bedeutung dieser Förderungen noch weiter erhöhen. Allein von 1990 bis 2005 vergab die KfW für rund 2,2 Mio. Wohnungen Kredite in Höhe von 34 Mrd. Euro, wobei allein die Hälfte davon auf oft baufällige Objekte in den neuen Bundesländern entfiel. Sechs verschiedene Säulen bilden die Gesamtheit der KfW-Förderung. Grundsätzlich besteht bei allen Programmen die Förderung in der Gewährung zinsgünstiger Darlehen. Im KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm wird die energetische Investition in Bestandswohngebäude gefördert. Das seit 2001 existierende Programm von KfW und Bund fördert dabei Investitionen in Wohnungsbestandsbauten, die vor 1984 errichtet wurden. Inhaltlich geht es um die Verminderung des CO2-Ausstoßes. Um den Verwaltungs- und Antragsaufwand zu reduzieren, wurden Maßnahmenpakete aus einer Kombination von Einzelmaßnahmen (Wärmedämmung, Fensteraustausch, Heizungsmodernisierung, Nutzung erneuerbarer Energien etc.) erstellt, die als förderfähig gelten. Jedoch sind auch andere, nicht festgelegte Maßnahmen, die eine Einsparung von CO2 bewirken grundsätzlich förderfähig. Der jährliche Minderausstoß von mind. 40 kg je Quadratmeter Nutzfläche ist in diesem Fall durch einen Sachverständigen nachzuweisen. Neben den Zinsvergünstigungen besteht die Option der Gewährung von Zuschüssen bei Erreichung gewisser Energiebedarfswerte. Diese liegen bei 10 Prozent der maximal förderfähigen Kosten für EnEV Neubauniveau und 17,5 Prozent bei Unterschreitung des EnEV-Neubauenergiebedarfs um mind. 30 Prozent. Genutzt wird das Programm zum großen Teil durch private Eigentümer. Das KfW-eigene Programm Wohnraum Modernisieren fördert unabhängig vom Baujahr des Gebäudes einzelne Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen (STANDARD-Maßnahmen) für Wohngebäude. Für die Umsetzung von energieeffizienten Maßnahmen (ÖKO-PLUS-Maßnahmen) zur Energieeinsparung und CO2-Minderung werden Boni gewährt. Die Zinssätze liegen über denen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, wobei die Zinsen für die STANDARD-Maßnahmen über den ÖKO-PLUS-Maßnahmen liegen. Analog zum ersten Programm wird auch diese Fördermöglichkeit verstärkt durch Privatleute nachgefragt. Das KfW-Programm Ökologisch Bauen fördert die Zielerreichung der bereits genannten Aspekte CO2-Reduzierung und Energieeinsparung im Neubaubereich. Hierbei soll bei der Errichtung von Energiesparhäusern 40 und 60 sowie Passivhäusern die Verbreitung neuer Technologien erreicht werden. Die Zinssätze werden beim Energiesparhaus 40 und dem Passivhaus zusätzlich zur Verbilligung durch die KfW auch noch durch den Bund subventioniert. Der Anteil der Privatleute, die diese Möglichkeit in Anspruch nehmen, liegt noch höher als bei den ersten beiden Programmen. Durch die seit dem 01.02.2006 gestartete Förderinitiative Wohnen, Umwelt, Wachstum haben der Bund und die KfW die Fördermittel nochmals drastisch erhöht. In den Jahren 2006 bis 2009 sollen allein durch den Bund von den jährlich veranschlagten 1,4 Mrd. Euro zur energetischen Verbesserung von Gebäuden jeweils 1 Mrd. Euro in die Förderprogramme der KfW fließen. Besondere Anreizwirkung für Investitionen soll vom auf einen Prozent fixierten Effektivzins für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm sowie für den Bereich der Energiesparhäuser 40 und Passivhäuser ausgehen. In den Jahren 1990 bis 2005 konnte der jährliche Ausstoß von CO2 durch die von der KfW geförderten Investitionen um ca. 10 Mio. t reduziert werden. Das entspricht ca. 8 % des Ausstoßes von 1990. Für die Jahre 2005 bis 2010 werden in den ersten beiden Programmen weitere Senkungen von jährlich bis zu 2,5 Mio. t erwartet. Für Investitionen von Gewerbetreibenden und Freiberuflern in Neubauten oder den Bestand (Nichtwohngebäude) steht das ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm zur Verfügung. Berlin und die neuen Bundesländer profitieren hierbei von einem Förderungshöchstbetrag von 1 Mio. Euro (alte BL: 500.000 Euro), der im Einzelfall auch überschritten werden kann. Die Zinsfestlegung erfolgt unter Bonitätsprüfung des Kreditnehmers und Berücksichtigung der gestellten Sicherheiten. Das KfW-Umweltprogramm dient der Möglichkeit der Ergänzungsfinanzierung aus Krediten des vorgenannten Programms. Mit dem Anfang 2005 ins Leben gerufenen KfW-Programm Solarstrom Erzeugen wird die Ausbreitung von Photovoltaik-Anlagen gefördert. Im Jahr 2005 wurden deutschlandweit 17.650 Kredite mit einem Volumen von 550 Mio. Euro vergeben. Die erzeugte Leistung von 139 Megawatt kann den jährlichen Strombedarf von über 30.000 Haushalten umweltschonend mit Sonnenenergie decken. Neben der Möglichkeit der Nutzung zinsgünstiger Darlehen können Eigennutzer zukünftig Handwerkerkosten für Effizienzmaßnahmen von bis zu 3.000 Euro jährlich zu 20 Prozent als direkt abzugsfähige Kosten steuerlich geltend machen. Die steuerliche Förderung beinhaltet jedoch lediglich die Lohnkosten des Handwerkers. Der Bund stellt hierfür ein Jahresbudget von 275 Mio. Euro zur Verfügung. Das KfW-Programm zur Förderung erneuerbarer Energien stellt ein Anreizprogramm dar und wird aus den Mitteln der ökologischen Steuerreform gespeist. Inhaltlich wird vor allem die Verbreitung von Biomasse-, Biogas- und Geothermieanlagen gefördert. Aufgrund des Umfangs der Anlagen wird das Programm nahezu vollständig von gewerblichen Marktteilnehmern und Kommunen nachgefragt. Neben den deutschlandweit erhältlichen Fördermöglichkeiten bestehen weiterhin regionale Angebote einzelner Kommunen oder Gemeinden.
Eike Natho, Diplom-Kaufmann, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FHTW Berlin 2003-2007, Assistent der Geschäftsführung der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain 2001-2003, Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft 1998-2001, nebenberuflicher Mitarbeiter der DGfi Dienstleistungsgesellschaft für Immobilien 2002-2008.
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