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Nachhaltigkeit
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2008
AuflagenNr.: 1
Seiten: 124
Abb.: 16
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Der automobile Verkehr, als ein wesentlicher Teil eines Mobilitätssystems, steht in einem gravierenden Spannungsverhältnis zur nachhaltigen Entwicklung. Automobilhersteller, als prägende Akteure im Bereich der Mobilität, sehen sich diesem Spannungsverhältnis ausgesetzt und beginnen nur zögerlich, den dadurch gebotenen Innovationsraum zu nutzen. Daher gilt zunächst die Frage zu klären was Mobilität ist und was eben diese alles andere als nachhaltig macht. Danach sollte konsequenterweise eine Auseinandersetzung mit den Zielwerten nachhaltiger Mobilität folgen. Bei der Betrachtung der Automobilhersteller sollen vor allem auf strategischer Ebene die Hemmnisse für eine Abkehr vom bestehenden System zu einer nachhaltigen Mobilität hinterfragt werden. Im Vordergrund der Untersuchung steht das Konzept der ambidextrous organization – der beidhändigen Organisation. Eine simultane Bewältigung von inkrementellen und radikalen Innovationen erscheint gerade in Anbetracht nachhaltiger Entwicklung – weil es eben eine Entwicklung an sich ist, aber auch eine Entwicklung darauf hin bedeutet – als relevant. Dafür muss die Beziehung von nachhaltiger Mobiltät als unternehmerische Vision zum Konzept der ambidextrous organization betrachtet werden.
Kapitel 2.2.1 Bedeutung von Mobilität auf volkswirtschaftlicher Ebene Was heute Globalisierung genannt wird, wurde schon früher diskutiert als gemeinhin bekannt (vgl. Rammler 2001, 58ff.). Für Marx und Engels (1995 [1848]) war es geradezu ein allseitiger Verkehr (ebd., 23), der die Produktion und den Konsum international verwob. Die Mobilität von Rohstoffen, Produkten, Arbeitskräften, Konsumenten, Wissen und Kapital sind die Grundpfeiler moderner Volkswirtschaften. Nicht nur die internationalen Wege sind dabei von Bedeutung, sondern auch die nationalen. Binnennachfrage und Export sind Triebkräfte des Wachstums und des Wohlstandes von Nationen. Dabei ist der Transport von Gütern zwar vom Ausmaß der Produktion sowie des Im- und Exports abhängig, gleichzeitig bildet er durch die Verbindung von Beschaffungs- und Absatzmärkten dessen Grundlage (vgl. Hillebrand et al. 2000, 137 WBCSD 2002, 13ff.). Auf diese Weise erhöht räumliche Mobilität den Wohlstand und der steigende Wohlstand die Mobilität (vgl. Baum & Korte 2002, 9-47 Frey 1994, 3). Dieses Phänomen bleibt nicht nur dem Güterverkehr vorbehalten, auch die Mobilität von Menschen ist die Grundlage für Wirtschaftswachstum. Verschiedenste menschliche Lebensfunktionen sind räumlich getrennt und erfordern dadurch eine Raumüberwindung. Ob es nun das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, Konsumaktivitäten oder die Freizeitgestaltung ist, all diese Aktivitäten basieren auf Mobilität und machen weitere Mobilität notwendig (vgl. Hillebrand et al. 2000, 137). Die makroökonomische Bedeutung von Mobilität liegt nicht nur in der Notwendigkeit von Mobilität für Wohlstand, sondern auch in der Mobilität als eigene Industrie. So kann es wohl kaum überraschen, dass diese zu den größten Wirtschaftszweigen entwickelter Nationen gehört. Die Automobilindustrie in Deutschland ist dafür ein adäquates Beispiel. Bedenkt man die Vernetzung und Größe der Zulieferer, Hersteller und nachgelagerter Betriebe, wird die Bedeutung dieser Industrie deutlich: 13 % der Beschäftigten der deutschen Gesamtindustrie sind zur Automobilindustrie zu zählen (vgl. VDA 2007, 225f.). Weitet man den Blick auf weitere Branchen aus, die sich mit der Mobilität von Menschen beschäftigen, etwa die Tourismusbranche, die Mineralölindustrie, Flugzeug- und Schiffbau, Versicherer, Bauunternehmen, etc., zeigt sich eine immense wirtschaftliche Bedeutung von Mobilität (vgl. Tully & Baier 2006, 22).
Mark H. Weilinger, Diplom Umweltwissenschaftler und Diplom Kaufmann, Studium der Umweltwissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Commerce an der St. Mary’s University Halifax, Kanada. Abschluss 2008 als Diplom Umweltwissenschaftler und Diplom Kaufmann.
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