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- Angehörige von Menschen im Wachkoma im pädagogischen Blickfeld
Pädagogik & Soziales
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 152
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Wachkoma – eine Diagnose, die viele Fragen offen lässt. Wie soll das Leben nun weitergehen? Wie wird es mir gehen und wer wird mir helfen? Solche Gedanken drängen sich in den Alltag der Angehörigen, welche hinter dem betroffenen Menschen im Wachkoma stehen und bedeutend weniger Beachtung des Umfeldes erfahren als die wachkomatöse Person selbst. Allerdings sind sie diejenigen, die die Situation adäquat zu bewältigen haben - in jeder Hinsicht. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der Frage, wie Angehörige von Menschen im Wachkoma ihr Umfeld nach dem schicksalhaften Ereignis erleben und welche Hilfe und Unterstützung ihnen zur Verfügung steht. Die Autorin, welche selbst jahrelang in der Pflege tätig war, hat versucht, umfassend die Gefühle und Gedanken der Angehörigen in dieser Situation zu beschreiben. In der qualitativen Studie hat eine angehörige Person erzählt: Bei der Betreuung für die Angehörigen muss sich unbedingt was ändern. (…) Niemand ist sich bewusst was das für Auswirkungen mit sich bringen kann. Man hätte Lust die Brücke hinunter zu hüpfen. (…) Ärzte und Pflegepersonal müssen sich schon bewusst sein, dass da Menschen in Extremsituationen sind, als wie Ja ja, schaust dass zurecht kommst Wirklich schrecklich. Katastrophe! Für alle anderen kleinen Sachen gibt es Unterstützung.
Textprobe: Kapitel 2.1, Historischer Rückblick : Bereits in der Antike wurde vom Koma gesprochen, was soviel wie tiefer Schlaf bedeutet. Im Mittelalter wurde Koma als Symptom unterschiedlicher Krankheiten und Lebensereignisse verstanden wie Trunksucht, verdorbene Körpersäfte, fieberhafte Zustände, unterschiedlichste Gewalteinwirkungen durch kriegerische Handlungen, Raubüberfälle, Schläge auf den Kopf und vieles mehr. Erst Ende des vorigen Jahrhunderts wurde ein Mensch mit diesem Syndrom als etwas Eigenes erkannt und in einer wissenschaftlichen Arbeit als solches Krankheitsbild beschrieben. Der erste Fall eines traumatischen apallischen Syndroms wurde nachweislich 1899 von Rosenblath erwähnt, auch wenn dies noch nicht als abgrenzbares Syndrom, sondern vielmehr als ein bemerkenswerter Fall von Hirnerschütterung erkannt wurde. Die Bezeichnung apallisch wurde erst 1940 von Kretschmer in den deutschen Sprachraum eingeführt. Das apallische Syndrom oder Wachkoma entsteht dann, wenn durch akutere Krankheitsherde die entsprechenden Rindenfelder gleichzeitig außer Funktion gesetzt werden. Kretschmer spricht von einer Blockierung der Großhirnleistung. Vom Koma unterscheidet es sich durch das Fehlen der Bewusstseinstrübung (Wach- Schlafsteuerung). Der Begriff apallisch bedeutet im engeren Sinne einen kompletten Ausfall der Hirnrinde, was bei weitem nicht in allen Fällen zutrifft. Deswegen ist der Begriff nicht sehr genau und somit wird er in der aktuellen Literatur nicht mehr angewandt. Gerstenbrand führte den Begriff apallisches Syndrom nach Kretschmer weiter. Er hat versucht den Rückbildungsverlauf des Wachkomas in Phasen anhand eines Schemas darzustellen. Die Phasen wurden beschrieben (s. Kapitel 2.4) und in drei Bereiche Affektivität, Bewusstsein und Motorik getrennt eingeteilt. Gerstenbrand hat herausgefunden, dass sogar bei schwersten Fällen des apallischen Syndroms eine Rückbildungsmöglichkeit besteht, auch wenn es lange und mit viel Mühe und Mut verbunden ist. Im angloamerikanischen Raum wurde die Definition Persistent Vegetative State , kurz PVS von den Neurologen Jennett und Plum 1972 eingeführt. Diese Bezeichnung sollte angewandt werden, wenn der Zustand länger als einen Monat anhält. Giacino und Zasler beschrieben 1995 das Wachkoma als minimally conscious state . Diese Bezeichnung wird 2003 durch die Definition der Brain Injury Association of America international übernommen.
Birgit Bertolini wurde 1980 in Südtirol geboren. Nach ihrer Ausbildung als Sozialbetreuerin hat die Autorin den Grundstein ihrer sozialen Laufbahn gelegt. Danach führte sie ihr Weg nach Österreich wo sie ihre fachlichen Kompetenzen durch ein Studium erweitern konnte. Das Diplomstudium der Erziehungswissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck mit Schwerpunkt Beratung und Psychotherapie schloss sie im Jahre 2010 mit Auszeichnung ab. Bereits nach der Ausbildung als Sozialbetreuerin hat die Autorin einige Zeit im Bereich der Behinderten- und Altenpflege gearbeitet. Erfahrungen konnte sie in einem Pflegeheim für Menschen im Wachkoma sammeln. Dieser Kontakt motivierte sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.
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