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Soziologie
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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2009
AuflagenNr.: 1
Seiten: 152
Abb.: 51
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Stadtstrände - Seit einigen Jahren sprießen jeden Frühling aufs Neue weiße Sandstrände, oft mit Palmen gesäumt, aus den Betonböden deutscher Großstädte. Während ihre Zahl stetig wächst, durchziehen die Klänge südländischer Musik und der Duft von Sonnencreme die Metropolen Deutschlands. Doch was sind Stadtstrände genau? Wo finden sie ihren Ursprung und weshalb haben sie so großen Zulauf? Wieso treten sie ausgerechnet jetzt zu Tage und was hat dieses Phänomen mit der Wirtschaftskrise zu tun? Die vorliegende Studie liefert eine Grundlagenforschung zu Stadtstränden in Deutschland. Neben der historischen Herleitung, die Auskunft über das Aufkommen von Stadtstränden erteilt, werden soziale, kulturelle und ökonomische Parameter untersucht. Eingebettet in den Komplex der Freizeitforschung werden die möglichen Effekte auf den Städtetourismus beleuchtet. Anhand empirischer Analysen von stellvertretenden Best-Practice-Beispielen (Benchmarks) in Deutschland werden der soziostrukturelle Kontext in dem sich die Gäste befinden und deren Beweggründe für einen Besuch abgebildet. Schlussfolgernd werden aktuelle Fragen präzisiert, welche sich mit der gesellschaftlichen und touristischen Einbettung von Stadtstränden beschäftigen sowie der möglichen Zukunft dieser neuen freizeittouristischen Erscheinungsformen.
Textprobe: Kapitel 4.2, Stadtstrände als neues Segment von Erlebniswelten: Wie im vorangegangenem Kapitel festgestellt wurde, lassen sich Stadtstrände eindeutig den Erlebniswelten zuordnen. Sie nutzen die Instrumente der Inszenierung, der Thematisierung und des Storytellings. Es handelt sich bei ihnen um komplexe, multifunktionale Konstrukte, die das Ziel verfolgen, durch ihre Strategien und Konzepte, den Gästen ein ‘inneres’ Erlebnis, also außergewöhnliche und einprägsame Emotionen, durch äußere Stimulationen zu ermöglichen. Bei dem Versuch der Zuordnung der Stadtstrände zu einigen der bereits bestehenden Erlebniswelten - Freizeitparks, Ferienparks und Erlebnisgastronomie -, in Kapitel 4.1, wurde festgestellt, dass sich zwar einige Überschneidungen der Charakteristika ergeben, aber auch entscheidende Unvereinbarkeiten existieren. Somit lassen sich Stadtstrände als ein neues Segment im Feld der Erlebniswelten klassifizieren. Stadtstrände zielen in ihrer Gestaltung auf Erfahrungen ab die, im Bewussten direkt und im Unbewussten indirekt (durch Empfindungen und Stimmungen), wahrgenommen werden. Darüber hinaus wird den Gästen, durch die monothematische Fokussierung, das Gefühl vermittelt, zu einer exklusiven Gesellschaft zu gehören bzw. ein Gemeinschaftsgefühl zu empfinden. ROMEIß-STRACKE formuliert die vier Prinzipien der Erlebnisökonomie wie folgt: 1. Inszenierung und Imagineering. 2. Multioptionalität und Consumerism. 3. Qualität und Service. 4. Sicherheit und Sauberkeit4. Zwar sind diese Prinzipien nicht generell nur auf Freizeit- und Erlebniswelten beschränkt, aber sie sind dort leichter durchzuführen. Es ergibt sich eine vollständige Erfüllung dieser Prinzipien in Bezug auf Stadtstrände, wie in den vorangegangenen Kapiteln belegt wurde. Punkt vier, das Prinzip der Sicherheit und Sauberkeit, greift an den tief liegenden Bedürfnissen der Menschen an, die in der ‘normalen’ Welt nicht unbedingt, oder nicht mehr erfüllt werden. Sicherheit kann hier in vielfältiger Weise verstanden werden. Neben der Sicherheit von gleich bleibenden Angeboten, der Erfüllung von Erwartungen, des Zurechtfindens, des ‘Happy Ends’ und vor unangenehmen Überraschungen, ist auch die Sicherheit vor Konflikten, Katastrophen und Kriminalität zu verstehen. Dieses Sicherheitsdenken und gleichzeitiges Urlaubsfeeling direkt vor der Haustür, ermöglichen Stadtstrände und treffen somit den Puls der Zeit.
Stefanie Kahls, Diplom-Geographin, Studium der angewandten Humangeographie, Betriebswirtschaftslehre und Ethnologie an der Universität Trier. Abschluss 2008 als Diplom-Geographin. Derzeit tätig als Freie Mitarbeiterin beim UN-World Food Programme.
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