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Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 12.2008
AuflagenNr.: 1
Seiten: 88
Abb.: 12
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen
Ein bedeutender Nachteil der erneuerbaren Energieträger ist, dass die Kosten der Stromer-zeugung aus regenerativen Energieträgern derzeit noch höher sind als die Stromerzeugungskosten der fossilen Energieträger. Somit ist eine wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit gegenüber fossilen Energieträgern nicht zu gewährleisten und macht eine Förderung erneuerbarer Energien durch wirksame Instrumente notwendig. Mit der Förderung erneuerbarer Energien werden neben den energie- und umweltpolitischen Zielen auch wirtschaftspolitische Ziele verfolgt. Seit Anfang der 90er Jahre ist in Deutschland durch eine starke Förderung eine stetige Zunahme von Bioenergieanlagen zu erkennen. Dazu beigetragen haben vor allem das Marktanreizprogramm und das Inkrafttreten des Erneuerbaren Energie Gesetzes . Einen regelrechten Bioenergieboom löste zusätzlich die Novelle des Erneuerbaren Energie Gesetzes 2004 mit einer 20-jährigen gesicherten Förderung aus. Allerdings gilt es zu überprüfen, ob die Fördermittel zur finanziellen Unterstützung auch wirklich so zielgerichtet und effizient eingesetzt sind, dass neben den umweltpolitischen Zielen der EU auch positive Effekte erzielt werden können, beispielsweise zur Stärkung strukturschwacher Regionen. Vor allem die energetische Nutzung aus Biomasse kann dazu beitragen, Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte im ländlichen Raum zu schaffen. Zugleich ist Biomasse auch der bedeutendste Bioenergierohstoff aller regenerativen Energieträger. Da sich die Region Südniedersachsen durch ihre landwirtschaftlich geprägte Struktur hervorhebt und ein hohes Aufkommen an Biomasse besitzt, wird sie in diesem Buch als Beispielregion für den ländlichen Raum herangezogen. Ziel der Studie ist es anhand der Beispielregion Südniedersachsen zu überprüfen, wie zielgerichtet die möglichen Fördermittel einen Ausbau der Biomassenutzung im ländlichen Raum bewirken.
5.2 Möglichkeiten zur Förderung der energetischen Nutzung aus Biomasse Zuerst soll jedoch geklärt werden, welche Akteure fördern können und wie eine Förderung aussehen kann. Um den Einsatz der Bioenergie unter den gegebenen Marktbedingungen zu verstärken, bedarf es einer gezielten Unterstützung staatlicher Akteure. So bieten staatliche nationale und internationale Akteure wie z.B. die EU, der Bund, die Länder, und die Kommunen zahlreiche Förderprogramme an. Förderprogramme des Bundes sind wesentlich für die Markteinführung erneuerbarer Energien, da sie über einen hohen Etat verfügen und somit Kostenunterschiede zu traditionellen Energieträgern verringern. Insgesamt stehen mehr als 120 Förderprogramme bereit, diese unterliegen einem ständigen Wechsel, was nötig ist um eine Effizienz der Förderung zu gewährleisten. Grundsätzlich kommen als mögliche Empfänger für Fördermittel Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen in Betracht. Der Bund gewährt Fördermittel in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, zinsgünstigen Darlehen, Bürgschaften oder indirekten Fördermaßnahmen (z.B. steuerliche Begünstigungen oder Mindestvergütungen für die Stromeinspeisung in das öffentliche Netz). Die finanziellen Fördermittel lassen die Investitionskosten sinken und verkürzen die Amortisationszeit, um die Wirtschaftlichkeit einer Anlage zu verbessern. Während die Förderprogramme der EU sowie das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundes vorwiegend die Investitionskosten von Bioenergieanlagen fördern, kommt dem EEG eine besondere Bedeutung zu. Das EEG unterstützt den langfristigen Betrieb der Anlagen zur Biomassenutzung. Diese Programme, die von oben auf den Bioenergiemarkt einwirken, lassen sich auch als staatliche Top-down Programme bezeichnen und können mit Bottom-up Maßnahmen der Kommunen unterstützt werden. Im Folgenden beschreibt die Arbeit mögliche Förderinstrumente, die zur Unterstützung der energetischen Nutzung von Biomasse auch in der Region Südniedersachsen herangezogen werden können. Aufgrund der Vielzahl der Förderinstrumente sind vorrangig nur die ausgewählt worden, die auch Biogasanlagen und Holzhackschnitzelanlagen über 100 kW fördern und die höchsten Etats zur Verfügung haben.
Numa Sattrup, Diplom Handelslehrerin, Wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Georg-August Universität Göttingen.
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