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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 10.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 72
Abb.: 13
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Eine dauerhaft glückliche Paarbeziehung zu führen ist in allen Gesellschaften und Kulturkreisen stets von großer Bedeutung gewesen. Für den überwiegenden Teil der Menschen stellt eine zufriedene und von Liebe geprägte Partnerschaft ein sehr erstrebenswertes Ziel in der individuellen Lebensplanung dar, da diese einen zentralen Beitrag zum individuellen Wohlbefinden und zur Lebenszufriedenheit leistet. So berichten im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage des Wohlfahrtssurveys etwa 70 Prozent der deutschen Befragten, dass Liebe und Zuneigung eine sehr wichtige Quelle für ihre Lebensqualität sind. Dieser Lebensbereich wurde von den befragten Personen sogar über Erwerbstätigkeit, finanzielle Absicherung oder religiöse Werte gestellt. Als wichtiger eingestuft wurden in dieser Studie lediglich die Lebensbereiche wie Familie und Gesundheit (Statistisches Bundesamt 2003). Neben den Auswirkungen auf das individuelle Lebensglück übt eine partnerschaftliche Zufriedenheit ebenfalls einen Einfluss auf die Gesundheit der Partner aus. In diesem Zusammenhang liefert eine Untersuchung von Gottman und Notarius empirische Evidenz dafür, dass die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen einen generell gesundheitsfördernden Effekt hat und dass diese als äußerst prädiktiv für die Lebenserwartung und Krankheit anzusehen ist (Gottman/Notarius 2002). Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der Beziehung zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Zufriedenheit in partnerschaftlichen Beziehungen. Da das recht umfassende und komplexe Phänomen der Partnerschaftszufriedenheit mit unterschiedlichen persönlichkeits-, sozialpsychologischen sowie ökonomischen Aspekten einhergehen kann, erscheint deshalb die theoretische Auseinandersetzung mit dieser Thematik aus zwei verschiedenen Sichtweisen sinnvoll, d.h. aus individueller und dyadischer Sichtweise. Dafür wird in dieser Arbeit zum einen der Frage nachgegangen, welche Persönlichkeitseigenschaften generell, d.h. unabhängig von denen des Partners, förderlich, hinderlich oder bedeutungslos für das individuell erlebte Beziehungsglück sind, wobei zur Klärung dieser Frage psychologische Modelle herangezogen werden. Der Forschungsschwerpunkt dieser Arbeit richtet sich außerdem auf die Frage nach der Passung der beiden Partner in Bezug auf ihre Persönlichkeitsmerkmale, wobei sich diese in Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit äußern kann. Dementsprechend wird in dieser Analyse weiterhin die Frage untersucht, ob und in welchem Maße ähnliche oder komplementäre Merkmale der Partner einen positiven Effekt auf das partnerschaftliche Glück haben.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.2.2, Kognitionen und Attributionsstile in Paarbeziehungen: Neben den Komponenten Belastungen und Strategien zu deren Bewältigung kommt im Vulnerabilitäts-Stress-Adaptations-Modell auch der Art der im Stresskontext getätigten Kausalattributionen, d.h. der Art der Ursachenfaktoren, auf die das Partnerverhalten zurückgeführt wird, eine wesentliche Rolle hinsichtlich der Beziehungszufriedenheit zu. Dabei wird in diesem Modell ein unmittelbarer Einfluss von bestimmten Attributionsmustern auf die Zufriedenheit in der Partnerschaft postuliert (Fincham/Bradbury 1993). Als Attributionen werden die Ursachenzuschreibungen und kausale Erklärungen für bestimmte Handlungsmotive oder Verhaltensabsichten und ihre Auswirkungen auf emotionales Erleben und Verhalten bezeichnet (Kelley/ Michela 1980: 460). Dabei gehören bestimmte Attributionsmuster in Partnerschaften zu den entscheidenden Denkprozessen (Kognitionen), um die Verhaltensweisen des/der Partners/-in zu verstehen und vorhersagen zu können. In mehreren empirischen Untersuchungen konnte eine enge Beziehung von spezifischen Attributionsmustern und partnerschaftlicher Zufriedenheit belegt werden (z.B. Fincham/ Bradbury 1993 Fincham/ Bradbury 1992 Bradbury/ Fincham 1990 Bodenmann 1995: 146). Bradbury und Fincham (1990) beispielsweise konnten in ihrer Untersuchung zum Einfluss von partnerbezogenen Attributionen auf die Ehezufriedenheit zeigen, dass glückliche Ehepartner die Bedeutung positiver Ereignisse in der Ehe verstärken und zugleich den Einfluss negativer Partnerschaftserfahrungen verringern, indem sie günstige, die Partnerschaft unterstützende Attributionsmuster zeigen. So werden bei Personen, die ihre Beziehung als positiv bewerten, die Gründe für das positive Ereignis vorwiegend beim Partner und nicht in den äußeren Umständen gesucht (interne Attribution). Außerdem werden positive Eheerfahrungen als stabil (zeitlich überdauernd) und global angesehen, d.h. als etwas, das Einfluss auf sämtliche Partnerschaftsbereiche haben könnte. Die Auswirkungen negativer Erfahrungen werden hingegen dadurch verringert, dass das negative Partnerverhalten auf externe, variable bzw. instabile und spezifische Ursachen zurückgeführt wird. Im Gegensatz dazu würden die weniger glücklichen Paare dazu tendieren, die Auswirkungen von negativen Ereignissen in der Ehe durch interne, stabile und globale Kausalattributionen zu maximieren und die des positiven zu minimieren, indem das positive Verhalten des Partners als situativ, variabel und spezifisch attribuiert wird. Die Studie von Bradbury und Fincham deutet in diesem Zusammenhang darauf hin, dass vor allem ungünstige, den Partner belastende, Kommunikationsstile bei negativen Erfahrungen, d.h. internale, stabile und globale Kausalattributionen als Ursache einer geringen Partnerschaftszufriedenheit betrachtet werden können (Bradbury/ Fincham 1990: 29). Bevor die für die vorliegende Arbeit relevanten Hypothesen zum allgemeinen Einfluss von Persönlichkeitsattributen auf die Zufriedenheit in der Beziehung formuliert werden, soll vor dem Hintergrund der eingangs vorgestellten theoretischen Annahmen zunächst einmal der in dieser Arbeit postulierte Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und partnerschaftlicher Zufriedenheit veranschaulicht werden. So lässt sich aus dem sozialpsychologischen Erklärungsmodell die folgende Schlussfolgerung ziehen: Die Persönlichkeit beeinflusst erstens die Einschätzungen der Partner bezüglich des Ausmaßes der Belastung, zweitens die Art und Weise, wie mit der Belastung umgegangen wird bzw. welche Strategien zu deren Bewältigung eingesetzt werden und drittens die Art, in der das Partnerverhalten vor allem bei negativen Beziehungsereignissen interpretiert wird. Diese Komponenten stehen wiederum in engem Zusammenhang mit der Zufriedenheit in der Partnerschaft. Dieser Zusammenhang kann der folgenden Abbildung entnommen werden.

Über den Autor

Milena Michela, B.A., wurde 1983 in Osterode geboren. Ihr Studium der Soziologie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München schloss die Autorin im Jahre 2014 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen in der PR- und HR- Branche. Fasziniert von englischer Kultur und Sprache, verbrachte die Autorin mehr als ein Jahr in England, um die Besonderheiten des Landes kennenzulernen. Ihr Studium sowie ihre Tätigkeit in verschiedenen Wissensgebieten motivierten sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.

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