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Informatik

Jessika Adam

Micromovie: Ein kreatives Medium für mobile Endgeräte


Buch ISBN:978-3-8366-8212-1

eBook ISBN: 9783836632126

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 01.2010
AuflagenNr.: 1
Seiten: 220
Abb.: 123
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

eBook
Medium: PC-PDF
DRM: Wasserzeichen

Inhalt

Für mobile Endgeräte produzierte Videos gewinnen zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen sehen in diesem Bereich großes Wachstumspotential. Allerdings gibt es bisher nur eine geringe Anzahl an Anbietern, die Filme für Mobiltelefone optimieren und dem Konsumenten anbieten. Einige Anbieter beschränken sich vorerst noch auf die Adaption vorhandener Inhalte von Fernsehen oder Kino. Die Videos werden in Ihrer Auflösung und Dateigröße dem Gerät angepasst, jedoch nicht auf technische und gestalterische Anforderungen kleiner Screens optimiert. Andere sind wagemutiger und produzieren bereits Inhalte, die den Anforderungen portabler Geräte entsprechen. Es werden zunächst Videos mit einer geringen Abspielzeit produziert aufgrund des finanziellen Aufwands und der Ungewissheit, ob sich diese Aufwendungen amortisieren. Die geringe Displayauflösung, die begrenzte Dauer und eingeschränkte Bildqualität der Geräte erfordern die Entwicklung einer neuen Bildsprache. Micromovies müssen daher als eigenständiges visuelles Medium betrachtet werden. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Ermittlung der Anforderungen für die Produktion eines Micromovie. Anhand einer eigens durchgeführten Studie wird die Nutzung mobiler Videoinhalte und interaktiver Dienste untersucht (z. B. Nutzungskontext, Nutzungszeitpunkt und Nutzungsdauer, Nutzungspräferenzen usw.) und dessen Ergebnisse mit zahlreichen repräsentativen Marktstudien verglichen. Eine Zielgruppenanalyse zeigt, wie verschiedene Altersgruppen zu neuen mobilen Anwendungen stehen und wie sich das auf ihr Konsumverhalten auswirkt. Darüber hinaus wird ermittelt, welche technischen Standards am Mobilfunkmarkt derzeit vorherrschen und sich in naher Zukunft etablieren könnten. Die Gegenüberstellung verschiedener mobiler Endgeräte wie zum Beispiel iPhone, Nokia und HP mit deren technischen Ausstattung und spezifischen Eigenschaften sowie ein Überblick relevanter Funkübertragungstechnologien und einen Ausblick auf zukünftige Technologien sind nur einige inhaltliche Punkte. Das zentrale Thema des Buches beschäftigt sich mit der technischen und gestalterischen Aufbereitung von mobilen Videos. Neben der Erläuterung der wichtigsten Merkmale und Rahmenbedingungen für Mobile Videos wird auf die Verarbeitung des Videomaterials (z. B. Videokomprimierung) sowie auf die inhaltlichen und gestalterischen Kriterien (z.B. Plot, Kameraführung und Bildsprache, Farbgebung, Typografie, Interaktivität usw.) eingegangen. Es wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich trotz der technischen Einschränkungen bieten und welche Regeln hierfür beachtet werden müssen. Die in diesem Buch erarbeiteten Kenntnisse und Grundlagen fließen anschließend im praktischen Teil des Buches ein - die Produktion eines Micromovie. Anhand von ausgewähltem Filmmaterial werden die wesentlichsten Optimierungsschritte bei der Aufbereitung eines Micromovie erläutert und am Beispiel von aussagekräftigem Bildmaterial dargestellt.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5.4, Inhaltliche Aufbereitung von Micromovies: Die zu Beginn des Kapitels erläuterten Merkmale und Rahmenbedingungen sind bei der inhaltlichen und gestalterischen Aufbereitung eines Micromovie zu berücksichtigen, um ein speziell für Mobiltelefone optimiertes Video zu erstellen. Was es dabei im Einzelnen zu beachten gilt, wird in den nachfolgenden Abschnitten beschrieben. Länge der Videos: Die Länge mobiler Videoformate ist eines der wesentlichen, inhaltlichen Kriterien. Sie variiert aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten wie Übertragungsart und -geschwindigkeit, Inhalt, Publikum sowie mobilem Gerät und sollte daher individuell erfolgen. Einen bestimmten Richtwert gibt es nicht. Grundsätzlich empfiehlt sich jedoch bei niedrigen Datenübertragungsraten eine geringe Cliplänge. Für GPRS gilt als Anhaltspunkt eine Abspieldauer von 15 bis 60 Sekunden. Je nach Inhalt kann es allerdings zu Beeinträchtigungen in der Bildqualität kommen. UMTS ermöglicht dagegen bei gleicher Cliplänge bessere Ergebnisse. Die maximale Länge liegt hier bei etwa vier Minuten. Derzeit angebotene Videos haben mitunter auch eine wesentlich längere Abspieldauer. So beträgt die Länge der verfügbaren Video-Podcasts teilweise zwischen 1 und 30 Minuten. Laut Joachim Bader und Stefan Mohr, Gründer des Unternehmens Pocketframes, werden sich ‘in Zukunft […] mit Sicherheit Standards herausbilden’. Plot und narrative Struktur: Mobile Bewegbildinhalte werden im Gegensatz zum Fernsehen nicht nebenbei genutzt. Der User setzt sich in der Regel intensiv mit seinem mobilen Gerät auseinander. Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Aufmerksamkeit des Nutzers nachlässt oder durch verschiedene Umweltreize unterbrochen wird. Der Plot und die Dramaturgie sollten daher einfach gestaltet sein, um lediglich eine geringe Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Handlung eines Micromovie lässt sich nach der klassischen Erzählweise aufbauen. Sie gliedert sich in einen Anfang, eine Mitte und einen Ende. ‘Mobile Videos’ müssen aufgrund ihrer Kürze schnell auf den Punkt kommen. Sie verfügen über eine geringe Erzählzeit, das bedeutet der User hat nur eine geringe Zeitspanne, um diese zu betrachten. Dementsprechend kurz ist auch überwiegend deren erzählte Zeit, der Zeitraum, der in einer Geschichte erzählt wird. Deshalb ist von Redundanzen, das heißt mehrmaligen Wiederholen desselben Informationsgehaltes in der Erzählstruktur sowie einen ausgedehnten Einstieg in die Geschichte abzusehen. Die Charakterisierung der Personen in der Geschichte ist trotz geringer Erzählzeit nicht zu vernachlässigen. Kurze Formate sollten sich auf wenige Filmfiguren beschränken, um den Betrachter nicht zu verwirren und diese deutlich in ihrem Umfeld zuordnen zu können. Die Hauptakteure werden dabei am ausführlichsten behandelt, Nebenfiguren dienen überwiegend der Unterstützung des Handlungsgerüstes. In der Produktion eines Micromovie werden oftmals auch bestehende TV-Formate aufgegriffen und auf Basis dieser, geeignete kurze Filme produziert. Dies hat den Vorteil, dass die Filmakteure nicht näher vorgestellt werden müssen, da sie dem Zuschauer bereits bekannt sind. Um den Betrachter von Anfang bis zum Schluss an die Geschichte zu fesseln, lässt sich die Handlung wie beim klassischen Film in Form einer Dramaturgie aufbauen, trotz der Kürze. Dies erfolgt anhand der Einteilung in einzelne Handlungsabschnitte, der Beziehungen der einzelnen Szenen untereinander sowie deren Anordnung im Film. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Dramaturgie durch bestimmte Erzählmittel wie Metapher, Symbole und Allegorien zu verstärken. Das Ende der Geschichte kann sowohl offen als auch geschlossen sein. Es werden entweder alle wesentlichen Fragen, die sich im Laufe der Handlung ereignet haben, beantwortet oder die Fortführung bleibt dem Betrachter überlassen. Einige kurze Formate werden speziell für ein offenes Ende konzipiert, um den Nutzer zum Nachdenken anzuregen. Besonders beliebt sind zurzeit Mobisodes. Dabei wird zwischen mobilen Sequenzen differenziert, deren einzelne Folgen in sich abgeschlossen sind oder bei denen sich der Handlungsablauf über mehrere Episoden erstreckt. Beim letzteren endet jede einzelne Folge auf dem ‘Cliffhanger’. Das bedeutet, die Geschichte endet auf dem Höhepunkt und wird in der nächsten Episode fortgeführt, deren Schlussszene wiederum offene Fragen einer oder sogar mehrerer Handlungsstränge aufwerfen kann. Zu beachten ist hierbei, dass der Erzählfluss über mehrere Folgen hinweg aufrechterhalten wird. Diese Form des Spannungsaufbaus fesselt den Betrachter an den Film und weckt bei ihm Neugierde auf die nächste Serie. Die Länge einer Episode variiert zwischen einer und drei Minuten. Beispiel ‘Dog&Bone’: Die Micromovie Serie ‘Dog&Bone’ vom österreichischen Werbefilmer Andreas Hafele besteht aus fünf Episoden à 60 Sekunden. Die Geschichte handelt von einem Hund, der mit dem Handy seines Herrchens verschwindet und einen aufregenden Tag in London verbringt. Jede Episode erzählt dabei eine turbulente Geschichte des Tieres. Der Hund und dessen Besitzer sind gleichzeitig die Hauptakteure. Jede Folge verfügt über eine Nebenfigur, die jeweils in einen kurzen Dialog mit dem Herrchen tritt. In vier von den fünf kurzen Serien ist das Ende offen. Hier baute Andreas Hafele einen Cliffhänger zur jeweils nächsten Episode ein, um das Interesse des Users nach einer weiteren Folge zu wecken. ‘Die Verarbeitung des Plots und die Reduktion auf die wesentlichen Bestandteile’, so Joachim Bader und Stefan Mohr, ‘hängen […] extrem vom Inhalt ab’. So muss bei mobilen Werbefilmen besonders auf den Markennamen oder das Logo geachtet werden. Bei Mobisodes dagegen ist es wichtig, den Erzählfluss über einige Episoden hinweg beizubehalten. Jede Kurzform, ob Animation, Werbefilm oder Comedy-Sendung fordert ‘einen jeweils eigenen, geeigneten Ansatz, um auf dem mobilen Endgerät zu funktionieren’. Die in der Arbeit erwähnte DVD ist nicht Bestandteil des Angebots.

Über den Autor

Jessika Adam, 2009 Diplomabschluss im Studiengang Medieninformatik an der Hochschule Harz in Wernigerode. Derzeit als Grafikerin im Bereich Werbung und Kommunikation tätig.

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