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Gesellschaft / Kultur


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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 01.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 148
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die zunehmende Zahl der Arzt- und Krankenhausserien und auch der zunehmende Fernsehkonsum haben einen Einfluss auf die Erwartungen an die Behandlung im Krankenhaus. Hieraus folgt eine Verwischung der Grenzen zwischen Krankenhauswirklichkeit und medialer Realität. Durch eine wissenschaftliche Studie mit 162 Patienten unter spezieller Berücksichtigung des Konsums von Arzt- und Krankenhausserien untersuchten wir diese Zusammenhänge. Arzt- und Krankenhausserien kultivieren bei Vielsehern das für diese Serien typische Rollenverhalten. Gerade bei der Visite im Krankenhaus zeigt sich die typische Schnittstelle von Fiktion und Realität. Hier kann gezeigt werden, dass die Kultivierung in derart spezifischen und konkreten Zufriedenheitsaspekten in großer Ausprägung existiert. Um eine hohe Zufriedenheit aller Patienten zu erzielen, muss sich die Realität des Klinikalltags auch an den positiven Aspekten der Darstellung des Klinkalltags im Fernsehen orientieren.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3., Theoretische Fundierung mit Darstellung des aktuellen Forschungsstands als Übersicht über die aktuelle Literatur: 3.1, Die Entwicklung des Fernsehens: Als Fernsehen (auch kurz TV, vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet man die drahtlose oder kabelgebundene Übertragung von bewegten Bildern und Tönen, deren Übertragung an einen anderen Ort sowie ihre dortigen Wiedergabe mit Hilfe eines Fernsehgerätes (Brockhaus 2007). Die Entwicklung des Fernsehens begann in mehreren Ländern gleichzeitig und weitgehend unabhängig voneinander noch vor dem zweiten Weltkrieg. Die technischen Voraussetzungen hierfür wurden bereits im 19. Jahrhundert durch Ferdinand Braun geschaffen, der die so genannte Braunsche Röhre erfand. Erste öffentliche Demonstrationen des Fernsehens fanden Ende der 1920er Jahre auf Funkausstellungen in Berlin statt. 1935 wurde ebenfalls in Deutschland der erste regelmäßige Fernsehprogrammbetrieb in öffentlichen Fernsehstuben eingerichtet.Nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich 1950 die Landesrundfunkanstalten zur Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen und vereinbarten 1953 im so genannten Fernsehvertrag ein gemeinsames, anteilig zu produzierendes Fernsehprogramm auszustrahlen. Im April 1962 nahm das ZDF in Mainz seinen Sendebetrieb auf als zweites, von den Ländern gemeinsam verantwortetes Programm. Längst hält das Fernsehen einen wesentlichen Anteil am Tagesablauf der meisten Menschen. Im allgemeinen Bewusstsein wird man das Fernsehen aber nicht als reine Übertragungstechnik bezeichnen, sondern vielmehr als ein periodisches, in verschiedenen Senderkanälen und Sendeformen differenziertes und entsprechend wählbares Programmangebot, eine öffentliche, Autorität einfordernde und politisch umstrittene Institution wie auch eine alltäglich gewohnte Freizeittätigkeit gleichermaßen (Kübler 1982).Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es in Deutschland das duale Rundfunksystem: öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Anbieter. Durch die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für privates Fernsehen und die technischen Voraussetzungen durch die Verbreitung von Kabel- und Satellitenfernsehen waren die Grundlagen für eine Vermehrung des Programmangebots geschaffen (Hickethier 1991). Zu Beginn der 1990er Jahre sind in den meisten Kabelnetzen bereits mehr als 25 Programme zu empfangen.Durch diese ubiquitäre Verbreitung hat das Medium Fernsehen in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert erlangt. Seine exponierte Stellung und permanente Verfügbarkeit erhebt es zum Leitmedium in allen Bevölkerungsgruppen, ohne das der Alltag schwer vorstellbar ist. Die Einflussnahme des Fernsehens auf die gesellschaftliche Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist unübersehbar (Mikos 1994).Die Fernsehanbieter konkurrieren im dualen System um den Programmerfolg, das heißt um die Aufmerksamkeit der Zuschauer und um Werbeeinnahmen als notwendige Finanzierungsquellen. Programmerfolg und Werbeeinnahmen hängen dabei eng zusammen: Je größer und aus der Perspektive der Werbung attraktiver das erreichte Publikum, desto größer sind die potenziellen Webeeinnahmen. Die durchschnittlich pro Tag ausgestrahlten Fernsehspots haben sich zwischen 1992 und 2000 mehr als verfünffacht. Für die öffentlich-rechtlichen Veranstalter sind diese Webeeinnahmen aufgrund ihrer primären Finanzierung durch Zuschauergebühren weniger wichtig. Für die privaten Veranstalter sind sie jedoch als einzige Einnahmequelle von zentraler Bedeutung. In den 1980er Jahren gewannen die privaten Anbieter kontinuierlich Marktanteile beim Fernsehpublikum hinzu, so dass im dualen TV-Markt zwei nahezu gleichbedeutende Anbietergruppen entstanden sind.

Über den Autor

Kai Witzel studierte Medizin und Gesundheitswissenschaften mit Schwerpunkt Kommunikation in Würzburg, Marburg und in Hall/Tirol. Das wissenschaftliche Interesse des Facharztes für Chirurgie gilt neben der minimal-invasiven Chirurgie der Arzt- Patienten-Kommunikation. Zahlreiche Publikationen in medizinischen Fachzeitschriften führten zur wissenschaftlichen Qualifikation für die Habilitation an der PMU in Salzburg. Im Rahmen von Kommunikationsworkshops gibt Witzel seine Erfahrungen zur Thematik an Ärzte und Interessierte weiter.

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