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Politik

Michael Schubart

Kommunale Sportentwicklungsplanung

Praxisfall: Familienfreundliche Sportstätte in der Stadt Rosenheim

ISBN: 978-3-8366-6248-2

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 07.2008
AuflagenNr.: 1
Seiten: 138
Abb.: 38
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Das vorliegende Fachbuch verdeutlicht diverse strukturelle gesellschaftliche Veränderungen und beschreibt wie diese zu einer Ausdifferenzierung des Sports und somit zu einem Wandel der Sportnachfrage und des Sportmodells führen. Die Sportverwaltungen sind für die kommunale Sportentwicklungsplanung, die bis heute zum Großteil eine Sportstättenentwicklungsplanung darstellt, zuständig. Ziel dieses Fachbuches ist es zu zeigen, dass aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen bisherige Planungsmethoden nicht mehr ausreichend sind und neue Methoden, die zukünftig eine bedarfsgerechte Infrastruktur an Sportstätten ermöglichen, implementiert werden müssen. Diese neuen Methoden werden vorgestellt, verglichen und bewertet. Die problemorientierte Sportentwicklungsplanung, die eine der neuen Methoden darstellt, wird schließlich an einem praktischen Beispiel durchgeführt. In der Stadt Rosenheim soll das Sportareal des ESV Rosenheim zu einer offenen familienfreundlichen Sportsstätte umgestaltet werden. Da der Stadt Rosenheim für dieses Projekt jedoch nur wenige Richtwerte vorliegen, wurden im Rahmen dieses Fachbuches zusätzliche Informationen gewonnen um die Planung und Umsetzung des Projektes zu unterstützen. Hierfür wurden Daten zur Stadt, zum Stadtteil und zum ESV Rosenheim untersucht sowie eine Vergleichsanalyse anhand ähnlicher bereits umgesetzter Projekte angefertigt. Insbesondere sollen Informationen zur Bevölkerungsstruktur und -entwicklung analysiert werden. Das Fachbuch fasst somit einerseits aktuelle theoretische Erkenntnisse und Entwicklungen anhand ausgewählter Literatur zusammen. Andererseits werden in einem praktischen Teil insbesondere Daten der Stadt und des Vereins untersucht und aufbereitet. Beide Teile bringen qualitative Ergebnisse hervor, aus denen schließlich Handlungsempfehlungen sowohl für das ESV-Projekt als auch für die gesamtstädtische Sportentwicklungsplanung abgeleitet werden können.

Leseprobe

Kapitel 3.5, Problemorientierte Sportentwicklungsplanung: Wopp kritisiert die bisherigen Ansätze als abstrakt und befürchtet, dass die Kommunen auch in Zukunft an den Bedürfnissen vieler Menschen vorbeiplanen. Er selbst schlägt eine problemorientierte SEP vor, die in einem strukturierten Verfahren kreative Lösungsvorschläge erarbeitet, um auf identifizierte Probleme unter Berücksichtigung der kommunalen Finanzsituation einzugehen. Die Strategie beruht darauf, Problemanalysen und -lösungen auf kleinräumiger Ebene miteinander zu verbinden. Auf diese Weise wird laut Wopp zur Sicherung und qualitativen Verbesserung der Sportinfrastruktur beigetragen. Die Durchführung der problemorientierten SEP kann von jeder Kommune selbst erfolgen. Dies stellt einen wesentlichen Unterschied zu den anderen vorgestellten Konzepten dar, die meist ohne externe Experten nicht vorgenommen werden können. Die problemorientierte SEP kann objektbezogen, für spezielle soziale Angelegenheiten oder für die gesamte Sportentwicklung einer Kommune erfolgen. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf den gegenwärtigen Bedingungen und absehbaren Entwicklungen in den Bereichen: Bevölkerung, Wohnumfeld, Stadtbezirke, Gesamtstadt, Region. In jedem dieser Bereiche gibt es spezifische Probleme und Entwicklungen, die geklärt werden müssen, um zukunftsweisende Entscheidungen in der Sportentwicklung treffen zu können. Bevölkerung: Vor dem Hintergrund der gesamtdeutschen Bevölkerungsentwicklung, wie sie in Kapitel 2 beschrieben wurde, müssen zusätzlich lokale Daten der jeweiligen Kommune herangezogen werden. Relevante Daten sind: (1) die Bevölkerungsstruktur (Einwohnerzahl, Geschlechter-, Alters-, Sozialstruktur, Ausländeranteil, Bildungsstand, Einkommen), (2) die Bevölkerungsentwicklung, (3) das Sportengagement in der Bevölkerung, (4) Prognosen zum zukünftigen Sportengagement. Die Daten zur Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwicklung sind meist bei statistischen Ämtern verfügbar. Um das Sportengagement der Bevölkerung zu erfassen, können Daten der Sportanbieter (Vereine, Schulen, gewerblichen Anbietern, Volkshochschulen, Krankenkassen usw.) ausgewertet werden. Zusätzlich müssten Stichproben an bekannten Sportgelegenheiten gemacht werden, um die nicht organisierten Sporttreibenden zu berücksichtigen. Als zentrales Problem im Bereich der Bevölkerung kann die Prognose zum Sportengagement unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung genannt werden. Wohnumfeld: Im Bereich Wohnumfeld geht es darum, die Qualität der einzelnen Sportstätten zu analysieren und zu bewerten. Daten, die hierfür Aufschluss geben können, sind: architektonische Qualität, Nutzungsqualität, Belegung und Auslastung, Raum- und Geräteausstattung. Darüber hinaus können Daten über den Sportboden, die Raumakustik, den Energieverbrauch, die Beleuchtung, die Heizung, Lüftung und Wasser ermittelt werden. Schließlich wird eine Übersicht der Sportanlagen und Sportgelegenheiten angefertigt, die Information über Handlungsbedarfe und ihre Priorität enthält. Die Bewertungsergebnisse können mit gebrauchsfähiger Zustand , Anlage mit deutlichen Mängeln , Anlage mit schwerwiegenden Mängeln oder Anlage ist unbrauchbar , abgestuft werden. Untersucht werden die Sportanlagen von allen bereits genannten möglichen Sportanbietern, einschließlich der Sportgelegenheiten. Das zentrale Problem im Wohnumfeld stellt die abnehmende Kongruenz zwischen Sportnachfrage und Sportangebot dar. Stadtbezirke: Unter den Stadtbezirken gibt es sozialselektive Wanderungsbewegungen, die verschiedene Ursachen haben. Die Suburbanisierung (Einwohner ziehen von den Kernstädten ins Umland), die arbeitsplatzorientierte Fernwanderung und eine neue Urbanisierung (bestimmte Bevölkerungsschichten ziehen in die Kernstädte) führen zu strukturell sich stark unterscheidende Stadtbezirke, die verstärkt sozial gespalten sind. Die Situation von Stadtteilen, die sozial gesehen eher problematisch sind, wird durch Benachteiligung weiter verschlechtert und hat sozial ausgegrenzte Orte zur Folge. Für den Bereich Stadtbezirk müssen Daten wie (1) stadtteilbezogene Einwohnerentwicklung und Altersstruktur, (2) Flächen und Baugebiete, (3) Sozialbezüge, (4) Ausländeranteil, (5) Sportangebote und Sportanbieter, (6) sowie Sportanlagenversorgung ermittelt werden. Mit ihrer Hilfe können soziale Brennpunkte in der Stadt ausgemacht werden, um eine Versorgung mit qualitativ hochwertigen Sportstätten sicherzustellen. Im Bereich Stadtbezirke kann somit das Feststellen von sozialselektiven Wanderungen innerhalb einer Stadt und das Bekämpfen der negativen Folgen, die daraus entstehen, als zentrales Problem genannt werden. Gesamtstadt: Eine gute Sportinfrastruktur sorgt nicht nur für eine höhere Lebensqualität, sie ermöglicht auch eine Identifikation der Einwohner mit ihrer Stadt. Sportliche Großevents und Spitzenmannschaften fördern die Identifikation zusätzlich. Das Image einer Stadt wird durch regionale, wirtschaftliche, demographische und soziale Faktoren bestimmt. Die Sportentwicklung muss sich in Zukunft als Teil der gesamten Stadtentwicklung verstehen, um Beiträge zu leisten, die die kommunale Wirtschaftskraft stärken und zu einer Zuwanderung von Arbeitskräften führen. Dies erhöht die Chancen, im Wettbewerb unter den Städten und Gemeinden zu bestehen, die zunehmend Leitbilder entwickeln und an ihrer Profilbildung arbeiten. Das zentrale Problem auf gesamtstädtischer Ebene ist das Versäumnis, den Sport zu nutzen, um zur Profilbildung beizutragen. Region: Die Sportentwicklung ist auch von den Wechselwirkungen, die es zwischen den Kommunen und ihren Regionen gibt, betroffen. So gehen Wanderungsbewegungen ebenso über kommunale Grenzen hinaus und das Pendeln in die Arbeit oder zu Freizeit- und Sporteinrichtungen nimmt zu. Die kommunale Sportentwicklung sollte mit der regionalen Sportentwicklung abgestimmt sein, um Fehlplanungen zu vermeiden. Die fehlende Zusammenarbeit stellt das zentrale Problem des Bereichs Region in der problemorientierten Sportentwicklung dar. Die Ergebnisse der Analysen in diesen fünf Bereichen bieten eine Grundlage um Diskussionen zur SEP zu führen und abschließend einen Masterplan für die Sportentwicklung anzufertigen. An diesem Diskussionsprozess sollten Vertreter der Kommunalverwaltung und –politik, der öffentlichen Institutionen wie Schulen und Jugendzentren und außerdem der organisierte und gewerbliche Sport teilnehmen. Es bieten sich abgegrenzte Diskussionsrunden mit den Schwerpunkten Schulsport, Sportangebote, Sportveranstaltungen, Sportentwicklungsprojekte und Stadtbezirke an. Die problemorientierte SEP trägt so zur qualitativen Verbesserung des Sportanlagenbestandes, des Wohnumfeldes und der Profilbildung der Kommunen bei. Lösungsmodell Familienfreundlicher Sportplatz : Während die kommunale Sportpolitik vielerorts verharrt und sich nur langsam auf die neuen Konzepte einstellt, steigt die Inkongruenz zwischen veränderten Sportbedürfnissen und traditionellen Sportstätten weiter an. Die klassischen Sportplätze, mit ihren geradlinigen, rechteckigen und größtenteils einfallslosen Freiflächen sowie räumlich abgegrenzt hinter Zäunen, sind bildhaft für ein veraltetes Design. Befragungen belegen, dass sich der Großteil der Sporttreibenden mehr Sportgelegenheiten, die offen zugänglich und vielfältig nutzbar sind, wünscht. Die Möglichkeit Sportarten unabhängig und spielerisch auszuprobieren, hat gerade bei den Menschen mittleren Alters Priorität. Ebenso wollen sich viele Jugendliche nicht mehr nur an eine Sportart mit Wettkampfcharakter binden, sondern bevorzugen mehrere Sportarten gleichzeitig, die sie ungebunden ausüben können. Das Ziel des familienfreundlichen Sportplatzes ist es daher, einen Raum zu schaffen, der die freie und natürliche Bewegungsausübung ermöglicht. Dies müssen innovative, an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierte Sportplätze sein, deren Außenbereiche zielgruppenspezifisch gestaltet werden und so für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, Familien, ältere Menschen und Behinderte gleichermaßen ein attraktives Angebot bieten. Um dies zu erreichen, muss der Sportplatz multifunktionale Einrichtungen besitzen, die die Ausübung möglichst vieler Sportarten ermöglichen. Der familienfreundliche Sportplatz soll eine kommunikative und spielerische Ausrichtung besitzen, um den Anspruch einer Begegnungsstätte zu erfüllen. Für die Gestaltung sollten Kriterien wie offen, veränderbar, naturnah, vielfältig, vernetzt und erreichbar, erlebnisintensiv, einfach und generationsübergreifend berücksichtigt werden. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass es nicht den einen familienfreundlichen Sportplatz als Prototyp gibt, sondern dass es in verschiedenen Kommunen zu ganz unterschiedlichen Ausprägungen kommen kann. Für jeden familienfreundlichen Sportplatz gilt jedoch, dass die Nutzung durch verschiedene Alters- und Interessensgruppen auf einer optisch ansprechenden Anlage störungsfrei möglich ist. Dazu muss die Anlage in kleinere Bewegungsräume und größere Aktionsflächen gegliedert werden. Neben den Spiel- und Bewegungsräumen sollte außerdem noch Platz für Kommunikations- und Ruhezonen bestehen. Auf die nähere Ausgestaltung von Wegen und Verkehrsflächen, Sport- und Spieleinrichtungen sowie Ruhezonen kann im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht näher eingegangen werden. Das nächste Kapitel beschreibt, unter welchen Rahmenbedingungen im Westen der Stadt Rosenheim eine offene familienfreundliche Sportstätte entstehen soll.

Über den Autor

Michael Schubart, Jg. 1981, abgeschlossene Berufsausbildung Bankkaufmann, Fachhochschul-Diplomstudiengang Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement, Auslandsaufenthalt Dublin, Irland. Derzeit tätig als Junior Business Development Manager bei der Medical Park City Med Holding GmbH.

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