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Pädagogik & Soziales


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 180
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

eBook
Medium: PC-PDF

Inhalt

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland wird - begleitet von Schlagwörtern wie Bildungsmisere, schleppende Gleichberechtigung oder zu lange Ausbildungsdauer - anhaltend diskutiert. Dabei kommt man zwangsläufig zu folgenden Fragen: - Ist unser Ausbildungssystem noch zeitgemäß? - Sind genug fähige junge Menschen vorhanden, um eine Ausbildung zu absolvieren? - Gibt es auch ausreichend Ausbildungsstellen für die potenziellen Auszubildenden? - Sind die Ausbildungsstellen qualitativ ausreichend für die zukünftigen Anforderungen? - Wie groß sind die qualitativen und quantitativen Unterschiede im dualen Ausbildungssystem? - Was bringt eine Ausbildung dem Individuum, der Einrichtung oder dem Kollektiv? - Wie hat sich das System entwickelt und wie sieht seine weitere Entwicklung aus? - Inwieweit ist der Staat integriert und wie sollte seine zukünftige Rolle aussehen? - Passt die Ausbildungssituation mit dem rechtlichen Rahmen überein oder müssen Nachbesserungen vorgenommen werden? Inhaltlich wird in diesem Buch neben der Untersuchung des Ausbildungssystems zunächst ein kurzer Überblick über die Entwicklung der schulischen Voraussetzungen gegeben, welche die Bewerber mit sich bringen und über die Chancen oder auch Risiken nach der Ausbildung: Welche Möglichkeiten gibt es und welche werden von wem wie genutzt? Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Analyse des dualen Systems. Hier werden die Voraussetzungen der Auszubildenden und der Ausbilder ebenso wie die verschiedenen Ausbildungsstätten, wie z.B. die Berufsschule, den Ausbildungsbetrieb u.a. untersucht und der Ausbildungsablauf und dessen Entwicklung analysiert. Weitere Untersuchungen erfolgen über die Eignung, die technischen Standards und die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Berufsschulen, den Betrieben und bei anderen Beteiligten. Gleichfalls soll das Potenzial einer Ausbildung beleuchtet werden, indem der Reifeprozess eines Auszubildenden beobachtet wird. Als letzter Punkt wird untersucht, ob es Unterschiede innerhalb des dualen Systems gibt und um welche es sich dabei handelt. Diese können chronologisch, regional, branchenspezifisch, unternehmensstrukturell, den technologischen Entwicklungsstand betreffend oder auch bildungstechnischer Natur sein. Ebenfalls gibt es Exkurse zur Thematik der Ausbildungsabbrecher und es werden mögliche Alternativen zum bekannten dualen Ausbildungssystem vorgestellt.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 1, Anforderungen an eine Ausbildung im dualen System: Die Ausbildung im dualen System gilt nicht nur als berufliche Bildung, sondern auch als Förderung der Persönlichkeit. Sie gilt als Garant zur Minderung des Beschäftigungsrisikos, welches jeder Erwerbstätige mehr oder minder trägt. Je höher und aktueller die Kenntnisse und Fähigkeiten des Individuums angesehen werden, desto geringer ist das Beschäftigungsrisiko. Ebenso steigt damit die individuelle Attraktivität der Arbeitskraft. Fundament dieses Ausbildungssystems ist das nahtlose Zusammengreifen von Theorie und Praxis. Diese zwei Bestandteile werden den Auszubildenden einerseits in den Ausbildungsbetrieben und andererseits in den Berufsschulen vermittelt. Die Art und der Umgang der zu erlernenden Kenntnisse und Fähigkeit richten sich nach Wirtschaftsbereich, Grad der Arbeitsteilung und dem Tätigkeitsfeld. Teilweise schien es bis in die 70er Jahre auszureichen im praktischen Teil der Ausbildung, die notwendigen Tätigkeiten seitens des Ausbilders zu zeigen, bzw. vorzumachen und seitens des Auszubildenden die Vorgänge zu beobachten und anschließend diese nachzumachen. Diese Methodik bedurfte meist keinem hohen Wissensstand. Die Berufsschule hatte somit ihrerseits die Aufgabe theoretisches Hintergrundwissen und allgemeinbildende Kenntnisse zu vermitteln. Diese Einfachheit änderte sich durch die radikale Umwälzung der maschinellen Produktionsweise durch die Automatisierung. Dadurch stiegen die Anforderungen an die Auszubildenden, den ausbildenden Betrieben wie auch an den Berufsschulen. Weitere radikale Änderungen erfolgten in den darauffolgenden Jahrzehnten, die im Folgenden beleuchtet werden. 1.2, Gesetzlicher Rahmen und Urteil des Bundesverfassungsgerichtes: Mit Inkrafttreten des Ausbildungsförderungsgesetz (APIFG) am 07.09.1976 wurde die erste gesetzliche Regelung für eine qualitative und quantitativ mindestens ausreichende Ausbildungssituation geschaffen. Auf Grundlage dieses Gesetzes wurden die jährlichen Berufsbildungsberichte erstellt. Deren Erstellung sollte gewährleisten, dass die verschiedenen Entwicklungen mit Auswirkung auf das duale System beobachtet und nachvollzogen werden konnten. Hierdurch wollte die Politik sicherstellen passend reagieren, bzw. langfristig agieren zu können. Des Weiteren wurde auf dieser gesetzlichen Grundlage die Möglichkeit einer Ausbildungsplatzabgabe eingeführt, sollte die Wirtschaft nicht ausreichend Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Das Gesetzt wurde nur unter großem Widerstand der damaligen Opposition, CDU/CSU, durch die SPD-FDP- Regierung eingeführt. Jedoch waren diese Möglichkeiten auch bei dem Koalitionspartner FDP sehr umstritten. Die Abgabe wurde nie umgesetzt, da anfangs wegen erkennbaren Bemühungen seitens der Wirtschaft, politisch keine Notwendigkeit erkannt wurde. Bereits 1981 wurde die Abgabe wieder abgeschafft, da diese mit dem Urteil vom 10.12.1980 des Bundesverfassungsgerichtes in der damaligen Form für nicht verfassungskonform erklärt wurde, da die Zustimmung des Bundesrates fehlte. Dennoch wurde kein generelles Verbot einer solchen Abgabe erklärt. Damit wurde am 21.01.1981 das Berufsbildungsförderungsgesetz (BBFG) verabschiedet, welches keine Abgabe der Wirtschaft mehr vorsah, dafür aber nun die jährlichen BBB, verschiedene Statistikerhebungen inklusive deren Definitionen, sowie die Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BiBB) und anderen Beteiligten regelte. Bereits im Oktober 1986 wurde das BBFG novelliert. Das BiBB erhielt einen weiteren befristeten Forschungsauftrag bis nunmehr 31.12.1991. Des Weiteren wurde die Förderung von überbetrieblichen Ausbildungsstätten, wie auch verschiedener Modellvorhaben durch den Bund geebnet. Die Ausbildereignungsverordnung wurde aufgrund des Berufsbildungsgesetzes von August 1969 in Verbindung mit dem Zuständigkeitsanpassungsgesetz vom März 1975 Mitte der 70er Jahre eingeführt. Es sollte erstmals eine standarisierte Eignung des ausbildenden Personals im nichthandwerklichen Bereich bescheinigen, um auch seitens des Ausbildungspersonals eine Mindestqualifikation zu gewährleisten. Dies wurde seitens der Politik für Notwendig erachtet, da durch die ansteigenden Anforderungen an die Wissensvermittlung der Auszubildenden auch die Ausbilder den steigenden Anforderungen gerecht werden sollten. Hierzu sollten die potenziellen Ausbilder eine Prüfung vor den zuständigen Stellen ablegen, da dies im Handwerk durch das Ablegen der Meisterprüfung erfolgt. Diese Verordnung erhielt eine längere Übergangsfrist in welcher bereits ausbildendes Personal eine befristete oder auch unbefristete Eignung ausgestellt kriegen sollte, wenn sie die Voraussetzungen erfüllte. Diese Übergangsfrist wurde sogar 1982 nochmals um 3 Jahre bis Ende 1984 verlängert, da in der damaligen angespannten Ausbildungssituation befürchtet wurde potenzielle Ausbildungsstellen zu verlieren. Letztlich griff die Verordnung erst zum 01.01.1990.

Über den Autor

Silvia Hoffmann-Cadura, Jahrgang 1983, entschloss sich nach der Ausbildung zur Bürokauffrau im Bereich der Immobilienverwaltung für ein Studium an der FH Gelsenkirchen im Bereich Wirtschaftsrecht. Als Bachelor of Law mit der Schwerpunktsetzung auf Arbeitsrecht und Personalmanagement schloss sie ihr Studium 2011 erfolgreich ab. Der Studienschwerpunkt und die Erlangung der Ausbildereignung waren ein Anstoß für die Autorin, sich mit dem dualen Ausbildungssystem intensiv auseinander zu setzen.

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