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Alternative Investments


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2017
AuflagenNr.: 1
Seiten: 68
Abb.: 5
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Sogenannte Prinzipal-Agenten Probleme treten in allen Bereichen der Wirtschaft in unterschiedlich starker Ausprägung auf. Die Private Equity Branche sticht dabei besonders hervor, da durch die Konstellation von Investoren, Private Equity Gesellschaften und Portfoliounternehmen eine zweistufige Prinzipal-Agenten Beziehung entsteht. Dieses spezielle Anwendungsbeispiel des Prinzipal-Agenten Modells wird im Buch stufenweise untersucht und wissenschaftlich analysiert. Dabei wird jede der vier Phasen des Private Equity Zyklus erst einzeln hinsichtlich der dort auftretenden Prinzipal-Agenten Problematik betrachtet und anschließend im Gesamtkontext beispielhaft dargestellt. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Einfluss asymmetrischer Information gelegt, insbesondere anhand der Konzepte Moral Hazard und Adverse Selektion. Schlussendlich soll aufgezeigt werden, welche Anreize die handelnden Akteure zu wohlfahrtsmindernden Aktionen leiten und wie man jenes suboptimale Verhalten durch gezielte Veränderung der Anreizsysteme beeinflussen kann.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.3.2 Investition: Nachdem der PEF genügend Investoren akquiriert hat, wird die Investitionsphase eingeleitet. In dieser Phase sucht der PEF potenzielle Unternehmen für ein Investment aus. Das sogenannte Screening der Firmen ist in dieser Phase äußerst aufwendig und zeitintensiv, da möglichst nur in sehr vielversprechende Unternehmen investiert werden soll. In diesem Zusammenhang wird oftmals von der 100-10-1-Regel gesprochen, welche besagt, dass 100 Unternehmen gescreent werden müssen, um zehn potenzielle Investments zu selektieren, wovon letztlich nur eines ein ausreichend attraktiv erscheinendes Investment darstellt (vgl. Caselli, S. (2010), S. 137). Anschließend beginnt die Managing- und Monitoring-Phase. 2.3.3 Managing und Monitoring: In dieser Phase nimmt die PEG je nach Vertragsvereinbarung am Management der Portfoliounternehmen teil, um die Entwicklung der Firmen zu unterstützen (vgl. Fraser-Sampson, G. (2010), S. 202). Je nachdem wie ausgeprägt die asymmetrische Information zwischen der PEG und den Portfoliounternehmen ist, muss die PEG möglicherweise Ressourcen zur Überwachung der Firmen verwenden, um Moral Hazard (vgl. 2.4.4) einzudämmen und die maximale Arbeitsanstrengung der Mitarbeiter zu gewährleisten (vgl. von Daniels, H. (2004), S. 42). Je besser die Leistung der Akteure in dieser Phase ist und je günstiger der Exit-Zeitpunkt gewählt wird, desto höhere Gewinne können in der folgenden und abschließenden Exit-Phase erzielt werden (vgl. Cumming, D. (2012), S. 616). 2.3.4 Exit: Das Ziel der Exit-Phase ist es, die in den vorherigen Perioden geleistete Wertsteigerung als Gewinn zu realisieren. Daher wird die abschließende Phase der PE Wertschöpfungskette auch Desinvestitionsphase genannt (vgl. Rudolph, B. (2006), S. 225). Typischerweise wird die angepeilte Exit-Strategie im Vorhinein festgelegt. Sollten die dazu nötigen Rahmenbedingungen jedoch nicht erfüllt worden sein, muss die PEG einen alternativen Exit vorbereiten (vgl. Povaly, S. (2007), S. 368). Oftmals wird ein IPO angestrebt, welcher jedoch nur im Idealfall zu realisieren ist, da dies ein äußerst komplexer Prozess ist, bei dem es zudem eine öffentliche Nachfrage nach den Aktien des Portfoliounternehmens geben muss (vgl. Lipman, F. D. (2009), S. 67ff.). Außerdem besteht für die PEG nach einem IPO häufig eine sogenannte Lock-up-Frist, die einen Zeitraum nach dem IPO festlegt, in der die PEG ihre Firmenanteile nicht verkaufen darf. Erst nach Ablauf dieser Frist kann die PEG den Gewinn in Form von Aktienverkäufen an der Börse realisieren (vgl. Cumming, D. (2010), S. 542). Alternative Exits sind neben dem sogenannten Buy Back, also dem Rückkauf der Anteile durch den Gründer, der Trade Sale, bei dem ein strategischer Investor, der meistens aus derselben Branche wie die Portfoliofirma kommt, die Beteiligung der PEG aufkauft, um seinen Marktanteil zu erhöhen oder eine neue Unternehmenssparte zu akquirieren. Ähnlich dazu verhält sich die Möglichkeit des Secondary Buy-Out, bei dem eine andere PEG die Unternehmensbeteiligung erwirbt. Im schlechtesten Fall einer Liquidation des Unternehmens werden zuerst die Gläubiger und dann die Eigenkapitalgeber am Liquidationserlös beteiligt. Dieser Exit wird nur im Worst Case vollzogen und dient dazu, die Verluste soweit es geht einzudämmen (vgl. von Daniels, H. (2004), S. 45-54). 2.4 Die Prinzipal-Agenten-Theorie: In diesem Abschnitt werden die Prinzipal-Agenten-Theorie und die dazugehörigen Fachbegriffe erläutert. Ausgehend von der dem Modell zugrundeliegenden Annahme über asymmetrische Information in 2.4.1 wird die zweistufige Prinzipal-Agenten Beziehung in der PE Branche in 2.4.2 erklärt. Es folgen Erläuterungen zur Adversen Selektion in 2.4.3 und zum Moral Hazard in 2.4.4. Diese beiden zentralen Probleme der Prinzipal-Agenten-Theorie werden dabei erläutert und die typischen Lösungsansätze zur Reduzierung der Informationsasymmetrie dargestellt. Abschließend werden die Agency-Kosten in 2.4.5 im Kontext des Prinzipal-Agenten-Modells definiert. 2.4.1 Asymmetrische Information: Die dem Prinzipal-Agenten-Modell zugrundeliegende Annahme der Präsenz asymmetrischer Information beschreibt, dass der Auftraggeber (Prinzipal) vor und während einer Vertragsbeziehung nicht über dieselben Informationen wie der Beauftragte (Agent) verfügt. Dabei ist der Agent typischerweise besser informiert als der Prinzipal (Kräkel, M. (2007), S. 20). Die unterschiedlichen Auswirkungen von asymmetrischer Information vor beziehungsweise nach der Vertragsverhandlung werden anhand der Begriffe Adverse Selektion und Moral Hazard erläutert. 2.4.2 Das zweistufige Prinzipal-Agenten Problem im Private Equity: Das Prinzipal-Agenten-Modell beschreibt demnach eine von asymmetrischer Information gekennzeichnete Geschäftsbeziehung, bei der der Agent einen Informationsvorteil gegenüber dem Prinzipal besitzt (vgl. Mehta, V. (2004), S. 18f.). Weil in der Regel angenommen wird, dass alle beteiligten Akteure ihren eigenen Nutzen maximieren, ist es naheliegend, dass der Informationsvorteil zu Lasten des Prinzipals ausgenutzt wird, sofern die Interessen des Agenten nicht vollständig mit denen des Prinzipals übereinstimmen (vgl. Jensen, C. M./Meckling, W. H. (1976), S. 5). Da die Investoren im PE den Investitionsprozess an die PEG delegieren und diese wiederum als Auftraggeber für die Portfoliofirmen agiert und damit sowohl Agent als auch Prinzipal ist, können in einer Beziehung mit dieser hierarchischen Struktur diverse Prinzipal-Agenten Probleme auftreten (vgl. Boué, A. R. et al. (2012), S. 37f.). Das generelle Setup mit der beschriebenen zweistufigen Beziehung im PE wird in Abbildung 4 grafisch veranschaulicht. [...]. 3. Der Private Equity Zyklus unter asymmetrischer Information: Im folgenden Kapitel wird jede der vier Phasen des PE Zyklus anhand eines Modells theoretisch analysiert. Es werden vor allem die Einflüsse asymmetrischer Information auf die Entscheidungsprozesse der Akteure dargestellt. Dabei wird in chronologischer Reihenfolge vorgegangen, sodass in 3.1 die Prinzipal-Agenten Beziehung zwischen dem PEF und den Investoren in der Fundraising-Phase untersucht wird. Es folgt die Auswahl des Entrepreneurs in der Investitionsphase in 3.2. Im Anschluss werden in 3.3 die Auswirkungen der asymmetrischen Information auf die Anreize der PEG in der Managing- und Monitoring-Phase betrachtet. Abschließend stellt das Modell zur Exit-Phase in 3.4 relevante Entscheidungsfaktoren für den unter asymmetrischer Information gewählten Exit dar. 3.1 Fundraising von erstmaligen Private Equity Fonds: Dieses Modell beschreibt das Prinzipal-Agenten Problem zwischen potenziellen Investoren (Prinzipale) und einem neu gegründeten, erstmaligen PEF (Agent) in der Fundraising-Phase . Die asymmetrische Information ist in diesem Fall besonders groß, da der PEF, welcher Investoren während der Fundraising-Phase akquirieren möchte, noch keine Reputation besitzt (vgl. Lerner, J. et al. (2012), S. 101). Potenzielle Investoren haben daher keine öffentlich verfügbaren Indikatoren zur Qualität des neu gegründeten PEF vorliegen, sodass es zu Adverser Selektion kommen kann. Daher müssen bestimmte Maßnahmen vorgenommen und Rahmenbedingungen verhandelt werden, bevor ein Vertrag zwischen den Parteien zustande kommen kann. Im Modell wird die Anzahl der Investoren auf eins normiert, da jeder der potenziellen Investoren vor einem identischen Entscheidungsproblem steht.

Über den Autor

Jonas Bannasch wurde 1995 in Großburgwedel geboren. Nach seinem Abitur im Jahr 2013 studierte er Economics an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Fasziniert von den quantitativen Modellen der Volkswirtschaftslehre, hat ihn besonders interessiert, aus welchen Gründen der in der Ökonomie als first-best Lösung bezeichnete Zustand in der Realität nicht erreicht wird. Das leicht auf die Praxis übertragbare Prinzipal-Agenten Modell hat den Autor letztlich dazu veranlasst, die von asymmetrischer Information geprägte Private Equity Branche wissenschaftlich zu analysieren.

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