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Geisteswissenschaften

Ulrike Kögel

Formen und Darstellungsweisen von Geschwisterbeziehungen in Märchen

ISBN: 978-3-95820-415-7

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 06.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 68
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Geschwisterbeziehungen in Märchen und versucht der Frage nachzugehen, warum die Märchenerzähler die Geschwister als festes Figurenensemble benötigen. Es wurden neun Erzählungen der Gebrüder Grimm ausgewählt, um verschiedene Formen und Darstellungsweisen einer Geschwisterbeziehung zu verdeutlichen. Ein Hauptmotiv der Auswahl ist dabei pädagogischer Art: Mit den hier interpretierten Erzählungen soll der Leser dieser Arbeit einen Einblick in die Geschwisterthematik erhalten. Zunächst wird ein kurzer Überblick über die Märchenerzähler Wilhelm und Jacob Grimm gegeben. Anschließend werden die Überlieferung und Merkmale hervorgehoben und die Familienverhältnisse im Märchen erläutert. Es folgt eine theoretische Abhandlung über Eigenschaften einer Geschwisterbeziehung, welche eine wichtige Basis zum Verständnis der Thematik darstellt. Im Hauptteil der Arbeit werden unterschiedliche Geschwisterverhältnisse erörtert.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5, Geschwisterbeziehungen in Märchen: 5.1, Formen: Geschwisterbeziehungen in Märchen können von unterschiedlichster Art sein. Gute Verhältnisse zeichnen sich durch positive Inhalte wie Nähe, Intimität und Verbundenheit aus. Schlechte Geschwisterbeziehungen sind durch Rivalität, Eifersucht und Neid belastet und werden durch Stiefmutter und Stiefgeschwister besonders beeinflusst. Es ist von den Eltern abhängig, ‘ob sich [während der Kindheitsjahre] zwischen den Geschwistern eine positive, nahe, von Rivalität weitgehend ungetrübte Beziehung aufbaut und aufrechterhält.’ Die Eltern sind in der wichtigen Position, ihre Kinder gleichwertig zu behandeln und deren Beziehung somit den Weg zu ebnen. Kasten betont, dass im Unterschied zu ‘gewachsenen’ Geschwisterbeziehungen Stiefgeschwisterbeziehungen eine gemeinsame Vergangenheit fehlt. Er hebt hervor, dass ein Druck auf den Kindern lastet, einander schnell näher zu kommen und sich anzufreunden. Durch die neue Familienkonstellation müssen eine Reihe von massiven Veränderungen verkraftet werden, die das geschwisterliche Verhältnis negativ oder positiv beeinflussen können. In fast allen Stiefgeschwistermärchen ist die Beziehung negativ, außer im Märchen ‘Fundevogel’ (s. 5.2.1.5). 5.1.1, Nähe und Distanz bei Geschwistern: Der Grad geschwisterlicher Nähe bzw. Distanz verändert sich über die Jahre hinweg durch verschiedene Einflüsse (s. Kap. 4.2). Somit ist die Geschwisterbeziehung auch in Bezug auf die Variablen Nähe und Distanz als ein dynamisches Gebilde zu verstehen. Die folgenden Klassifikationen nach Frick sollen eine Orientierung geben. 5.1.1.1, Beziehungsmuster: Nach Frick gibt es fünf Gruppen von Beziehungsmustern, die zwischen Geschwistern bestehen: - Intimität: Die Geschwister halten sich für die besten Freunde und tauschen ihre innersten Gedanken und Gefühle aus. Dieses Muster ist bei ‘Hänsel und Gretel’, ‘Brüderchen und Schwesterchen’, ‘Schneeweißchen und Rosenrot’ und beim ‘Fundevogel’ vorhanden. Alle Geschwisterpaare verbringen sehr viel Zeit miteinander und stehen sich somit sehr nahe. - Kongenialität: Die Geschwister sind zwar gute, aber in der Regel nicht die besten Freunde. Sie gehen liebevoll und unterstützend miteinander um. Dies zeigt sich in dem Märchen ‘Die zwölf Brüder’ (bzw. ‘Die sechs Schwäne’). Alle Geschwister zeigen eine gewisse Verbundenheit, bei ihnen ist aber keine Intimität vorhanden, da über einen gewissen Zeitraum der persönliche Kontakt fehlte. - Loyalität: Die Geschwister stehen sich deutlich weniger nahe. Ihre Beziehung stützt sich mehr auf familiäre Verantwortung als auf eine direkte, persönliche und enge Beziehung zwischen ihnen. In ‘Die drei Federn’ ist keine persönliche Beziehung zwischen den drei Brüdern vorhanden. Die familiäre Verantwortung besteht darin, dafür zu sorgen, dass der Vater zufrieden mit der Übernahme des Königreiches ist. Auch ‘Aschenputtel’ ist nicht feindselig zu ihren Schwestern. Durch die Verantwortung ihrem Vater gegenüber arbeitet sie hart und wehrt sich nicht gegen ihre Stiefschwestern.

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