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Geisteswissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 01.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 48
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Rotkäppchen - ein Märchentitel, der bei den meisten höchstwahrscheinlich umgehend eine Assoziation mit den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm hervorruft. Doch waren es tatsächlich die Grimms, die die Geschichte vom Mädchen mit der roten Kappe als erste zu Papier brachten? Wo und wann hat der Märchenstoff eigentlich seinen Ursprung? Auf diese und noch viele weitere Fragen soll das vorliegende Buch durch intensive Nachforschung in Bezug auf Herkunft und Verarbeitung von Rotkäppchen durch Schriftsteller wie Charles Perrault, Ludwig Tieck und die Brüder Grimm Antworten finden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3, Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie: 3.1, Entstehungs – und Publikationsgeschichte: Das Märchendrama Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. Eine Tragödie wurde von dem deutschen Dichter und Schriftsteller Ludwig Tieck (1773 – 1853) im Jahre 1800 geschrieben, eine Entstehungszeit, die in die Epoche der Frühromantik fällt. Tieck wohnte zu diesem Zeitpunkt seit Oktober 1799 gemeinsam mit seiner Frau Amalie, geb. Alberti, und der gemeinsamen Tochter Dorothea in Jena, das ‘[...] zu den zentralen Orten des geistigen Lebens in Deutschland [gehörte]’, da hier um 1800 u.a. die Philologen August Wilhelm und Friedrich Schlegel und der Schriftsteller Novalis wirkten. Tiecks Drama ist die erste deutsche Bearbeitung des Rotkäppchenmärchens, wobei Tieck sich inhaltlich der Fassung Le petit chaperon rouge aus der Märchensammlung Perraults bediente. Ebenso sind die Inhalte der Tieckschen Märchendramen Blaubart, Der gestiefelte Kater und Der kleine Däumling dieser Sammlung entnommen. Zunächst veröffentlichte Tieck das Rotkäppchen in seinen Romantischen Dichtungen gemeinsam mit dem Trauerspiel Leben und Tod der heiligen Genoveva und der Märchennovelle Sehr wunderbare Historie von der Melusina. Die Romantischen Dichtungen, bestehend aus zwei Bänden, erschienen im Frühjahr 1800 in Jena. Im Jahr 1812 veröffentlichte Tieck das Rotkäppchen dann im zweiten Band seines Phantasus (siehe Kapitel 3.1.1), als erstes Werk der ‘Zweiten Abtheilung’. In die Neuauflage des Phantasus (1828) , der nun den dritten und vierten Band seiner Schriften darstellte, nahm Tieck das Drama nicht wieder auf, es erschien jetzt im zweiten Band der Schriften, zusammen mit der Genoveva und dem Trauerspiel Der Abschied. 1844/45 erschien der Phantasus noch einmal, diesmal wieder als eigenständiges Werk. Das Rotkäppchen wurde wieder mit aufgenommen, da Tieck bedauerte, es in seiner zweiten Phantasusauflage entfernt zu haben. Der Phantasus besteht aus zwei Abteilungen, von denen die erste ein eigenes Buch und die zweite zwei einzelne Bücher bildet, weshalb meist von drei Bänden gesprochen wird. Die zweite Abteilung wird eröffnet von dem Rotkäppchen, den zweiten Teil der zweiten Abteilung bildet das Märchenlustspiel Fortunat (1815/16). Das Versprechen, sieben Abteilungen zu verfassen, in denen jeweils sieben Werke vorgetragen werden sollten, hielt Tieck nicht ein. Es erschienen ausschließlich die mehrfach veränderten und umgearbeiteten drei Bände in ihrer endgültigen Form von 1844/45. Im folgenden Kapitel soll der Phantasus vorgestellt und seine Besonderheiten näher erläutert werden. 3.1.1, Tiecks Phantasus: Der Phantasus, erschienen 1812 – 1816, ist eine Sammlung von insgesamt dreizehn Schriften, darunter Märchen, Erzählungen, Novellen und Schauspielen. Tieck erstellte dieses Werk in Ziebingen, einer Stadt im heutigen Polen. Thomas Meißner bezeichnet diese Lebensphase Tiecks, die von 1802 bis 1819 dauerte als eine ‘übergroße Auszeit’7 und als eher unproduktiv im Gegensatz zu den Jahren in Berlin (1773 – ca. 1792) und Jena (ab 1799). Er weist aber auch darauf hin, dass diese Zeit für Tieck ‘eine Phase des Innewerdens und Sammelns, des Überarbeitens und Edierens’ war. So sind auch die Phantasus-Bände eine Sammlung einiger wichtiger romantischer Werke Tiecks, die er in einer überarbeiteten, und neu zusammengestellten Version ediert hat. Eine Hinzufügung, die Tieck verwendet, ist die Einlagerung in eine Rahmenhandlung, einen ‘Konversationsrahmen’. Tieck orientiert sich bei dieser Konzeption an Giovanni Boccaccios (1313 – 1375) Il Decamerone, einer deutlich älteren Sammlung von Novellen aus den Jahren 1349 bis 1353. Boccaccio verarbeitet hier die gravierende Pestepidemie aus dem Jahre 1348 und lässt sieben Frauen und drei Männer aus der toskanischen Stadt Florenz vor der furchtbaren Krankheit fliehen. Diese gelangen unweit der Stadt in ein Landhaus und erzählen sich dort an zehn Tagen Novellen, pro Tag zehn Geschichten, insgesamt also hundert (daher der griechische Titel Decamerone, der sich aus deka (zehn) und hemera (Tag) zusammensetzt). Die Novellen sind also auch hier in eine Rahmenhandlung eingebettet. Auf ähnliche Weise wie das Il Decamerone diente auch Goethes Werk Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten [sic] als Vorbild für den Phantasus. Auch hier fliehen Menschen im Jahre 1793 vor der Revolutionsarmee, finden sich zusammen und erzählen sich Geschichten in Form von Novellen.

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