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Geisteswissenschaften

Nicole Borchert

Rassismus als pädagogisches Problem

ISBN: 978-3-95820-429-4

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 07.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 36
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

In der vorliegenden Studie wird untersucht, ob und inwieweit Rassismus ein Problem der Pädagogik darstellt, und ob für dieses stets angenommene Problem eine adäquate Lösung durch pädagogisches Bemühen denkbar und realisierbar ist. Es wird hinterfragt, auf welche Weise PädagogInnen im Rahmen einer Bildungsveranstaltung einen Beitrag zur antirassistischen Arbeit leisten können und wie dieser Beitrag, konkret auf die Gestaltung von Lehrveranstaltung und auf die Anwendung didaktischer Methoden bezogen, umgesetzt werden kann. Schließlich gibt diese Arbeit einen Überblick über verschiedene Zugänge zu dem Problem Rassismus innerhalb pädagogischer Diskurse und hinterfragt exemplarisch diverse Perspektiven im und zum Umgang mit rassistischen Ausdrucksformen, primär im Sinne einer antirassistischen und rassismuskritischen Bildungsarbeit.

Leseprobe

Kapitel 2.4, Rassismus im historischen Diskurs: Das Wort ‘Rassismus’ wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gebräuchlich, als ein neuer Begriff zur Beschreibung der nationalsozialistischen Theorien zur Begründung und Rechtfertigung der Judenverfolgung benötigt wurde (vgl. Fredrickson: 2004: 13). In dieser Zeit wurde der Rassismusbegriff als Bezeichnung für eine biologisch begründete Theorie, und der Begriff der ‘Rasse’ als Klassifizierungsvariabel für die Überlegenheit und Minderwertigkeit bestimmter Menschengruppen angewandt aufgrund einer Ideologie, nach welcher die ‘Rasse’ eines Menschen über dessen ‘Qualität’ und vor allem über den gesellschaftlichen ‘Wert’ entscheidet. Viele vor allem historische Begriffe benennen ein bereits existierendes Phänomen natürlich gab es auch vor dem 20. Jahrhundert Rassismus als Phänomen, doch erst zu diesem Zeitpunkt benötigte man eine Begrifflichkeit für eine legitimierende Theorie, die es galt zu lernen, zu lehren und im öffentlichen sowie privaten Leben zu vertreten. Dies führt zur verbreiteten Annahme, Rassismus sei ein spezifisches Konstrukt der Moderne, der seinen wesentlichen Ursprung in derselben habe. Mittlerweile geht man davon aus, dass der Begriff zwar entscheidend im Nationalsozialismus geprägt wurde, dass es jedoch auch zuvor Ausprägungen rassistischen Denkens und Handelns gab und immer geben wird, solange Menschen gesellschaftlich organisiert zusammenleben. Wie die moderne wissenschaftliche Rassentheorie, die eine seiner Ausprägungen ist, hat auch der Rassismus eine historische Entwicklung durchgemacht. Unter Wissenschaftlern, die sich mit Konzeptionen der Differenz in der Antike befasst haben, ist die Meinung vorherrschend, dass sich im Denken der Griechen, Römer und der frühen Christen kein Begriff ausmachen lässt, der dem der ‘Rasse’ eindeutig entspräche. Auch wenn die Griechen eine Unterscheidung zwischen zivilisierten Menschen und Barbaren trafen, waren diese Kategorien anscheinend nicht erblich begründet wer in einem Stadtstaat lebte und am politischen Leben teilnahm war demnach zivilisiert, wer auf dem Land lebte unter der Herrschaft eines Despoten ein Barbar. Des Weiteren konnte bislang kein Beweis dafür gefunden werden, dass eine dunkle Hautfarbe irgendwo in der antiken Welt ein negatives Unterscheidungsmerkmal gewesen wäre (vgl. Fredrickson: 2004: 21). Die genauen Ursprünge des Rassismus in der Form die wir heute kennen ist demnach nicht eindeutig festzumachen. Trotz dieser Problematik wäre es vermessen zu behaupten, in der Antike habe es überhaupt keine ethnischen Vorurteile gegeben. Antijudaismus zum Beispiel gehörte von Anfang an zum Christentum für gläubige Christen waren Juden seit je her ein ‘Problem’ aufgrund ihres Glaubens, das Neue Testament habe das Alte abgelöst und die Weigerung der Juden, Christus als den Messias anzunehmen und vor allem anzuerkennen, verhindere den Triumph des Evangeliums.

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