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Geisteswissenschaften

Kai Wöbcke

Sublimierung bei Freud und Scheler

ISBN: 978-3-95820-316-7

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 01.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 48
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Der Begriff Sublimierung ist - trotz seiner populären Verbreitung - ein äußerst umstrittener Ausdruck, sowohl innerhalb der Psychoanalyse als auch bei Kulturphilosophen und Anthropologen. In psychoanalytischen Kreisen wird oft auf die soziokulturelle Bedeutung hingewiesen, die mit der systematischen Einordnung des Begriffes schwierig zu vereinbaren ist. Die Psychologie und philosophische Anthropologie stößt sich dabei besonders an Sigmund Freuds These, dass Kultur und Geist als Triebableitungen zu sehen sind. Doch nach meinem Empfinden besitzt der Begriff der Sublimierung weiterhin seine Berechtigung und vor allem eine bemerkenswerte Aktualität. So steht jedes Individuum in einem stetigen Spannungsfeld von leiblichen Bedürfnissen sowie kultureller bzw. sozialer Einordnung. Diese beiden Realitäten können mithilfe des Sublimierungsbegriffes näher beurteilt und verbunden werden. Dabei entstehen Fragen über den Zusammenhang von Trieb und Geist, wie etwa ob der Leib ein antigeistiges Prinzip darstellt. Diese Fragen werden in den Bereichen Psychologie, Philosophie und philosophischer Anthropologie zu beantworten versucht. Aus diesem Grunde soll die vorliegende Ausarbeitung den von Sigmund Freud populären psychoanalytischen Begriff der Sublimierung analysieren und neben den Sublimierungsbegriff von Max Scheler einordnen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3, Kritische Auseinandersetzung der dargestellten Sublimierungsbegriffe: 3.1, Kritik des Sublimierungsbegriffes bei Sigmund Freud: Wie gezeigt wurde, entsteht Sublimierung, ‘indem man auf die libidinöse Befriedigung verzichtet, die aufgestaute Libido sublimiert und zur Erreichung von Zielen verwendet, die nicht mehr erotische sind’. Vielmehr gehören diese zu den ‘höchsten kulturellen, künstlerischen und sozialen Schöpfungen des Menschengeistes.’ Diese von Freud selbst definierte Darstellung kann bei genauer Betrachtung jedoch einen Widerspruch enthalten. Grundlegend für diesen Vorgang ist die Abwendung vom Sexuellen und gleichzeitigen Hinwenden zu sozialen und kulturellen Aspekten. Stefan Andreae zeigt an dieser Stelle, dass ‘entweder wird hier der Sexualtrieb durch einen Sozialtrieb ersetzt oder der Sexualtrieb nimmt nur äußerlich eine andere Gestalt an, bleibt aber im Grunde das, was er ist’. Somit würde in keinem Fall Triebumwandlung und damit Sublimierung stattfinden. Die erste Gestalt wäre ein Austauschen der differenten Triebe, während beim zweiten nur eine scheinbare Veränderung desselben Triebes, somit nur ein Fassadenwechsel stattfinden würde. Freud selbst hat seinen Begriff der Sublimierung an einigen Stellen einer kritischen Betrachtung unterzogen, ohne jedoch von diesem abzuweichen. In Ein Kind wird geschlagen spricht Freud über seelische Erkrankungen und führt an: ‘Wir wissen, daß eine solche infantile Perversion nicht fürs Leben zu verbleiben braucht, sie kann noch später der Verdrängung verfallen, durch eine Reaktionsbildung ersetzt oder durch eine Sublimierung umgewandelt werden.’ In Klammern führt der Psychoanalytiker dann an: ‘(Vielleicht ist es aber so, daß die Sublimierung aus einem besonderen Prozeß hervorgeht, welcher durch die Verdrängung hintangehalten würde.)’ So scheint es in einigen Passagen, dass Freud mit seinem Begriff der Sublimierung selbst Schwierigkeiten hat, sich jedoch durch keine bessere Begrifflichkeit helfen konnte.

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