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Geisteswissenschaften

Miriam Heiner

Warum verstehen wir Sprache so schnell?

Modelle zum Sprachverstehen

ISBN: 978-3-86341-041-4

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 03.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 46
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Dieses Buch befasst sich mit der Frage, warum und wie wir Sprache verstehen. Es werden dabei zwei verschiedene Modelle des Sprachverstehens vorgestellt und einander gegenübergestellt: Das Garden-Path-Modell als Methode innerhalb eines mehrstufigen Ansatzes bei der Sprachverarbeitung und das lexikalistische Modell als Vertreter eines einstufigen Ansatzes. Es wird danach gefragt, warum bestimmte Sätze einfacher zu verstehen sind als andere, die unter Umständen erhebliche Verständnisprobleme bereiten. Die beiden Methoden liefern jeweils unterschiedliche Erklärungen für dieses Phänomen, was in ihrer Vorgehensweise beim Verstehen eines Satzes begründet ist. Dieses Buch führt zunächst in die grundlegenden Begriffe zum Thema Sprachverstehen ein und ordnet das Vorgehen beim Sprachverstehen in einen Kontext ein. Anschließend werden anhand von verschiedenen Sätzen die beiden grundsätzlichen Sprachverstehenstheorien vorgestellt, um sie am Ende voneinander abzugrenzen und Impulse für weitere Forschungsansätze zu liefern, da bislang noch nicht geklärt ist, warum und wie wir Sprache verstehen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.2, Wie werden Garden-Path-Effekte mit dem mehrstufigen Parsingprinzip erklärt?: Das Auftreten von Schwierigkeiten bei der Satzverarbeitung ist mit dem Modell eines mehrstufig und damit seriell arbeitenden Parsers ziemlich einfach zu erklären und dies wurde in dieser Arbeit implizit auch schon mehrmals getan. Um im Folgenden auf die Unterschiede zur Hypothese eines einstufig arbeitenden Parsers eingehen zu können, möchte ich diese Frage jedoch hier noch einmal kurz aber eindeutig beantworten. Die Schwierigkeiten bei der Satzverarbeitung beruhen einfach auf einer im First-Pass-Parse falsch angenommenen Satzstruktur. Am Beispiel des Garden-Path-Modells treten sie also genau dann auf, wenn nach Minimal Attachment und Late Closure die einfachste Struktur aufgebaut wurde und sich diese Analyse aber durch die Disambiguierung als falsch herausstellt und reanalysiert werden muss. Somit wird an einer ambigen Stelle in einem Satz der falsche Weg zur Fortführung der syntaktischen Struktur gewählt und diese Struktur wird revidiert werden müssen. Rückbezogen auf die beiden ambigen Einführungssätze in 1) heißt das, dass der Parser Verarbeitungsschwierigkeiten bei Satz 1a) hat, da die im Nachhinein falsche Analyse von zugunsten als Präposition die einfachere Satzstruktur ergibt und diese verfolgt er bis sie beim Auftauchen des Passivauxiliars, welches den Satz disambiguiert. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass dem Parser die Ambiguität eines Satzes an ambigen Stelle selbst beim First-Pass-Parse nicht bewusst ist, da er nach dem seriellen Prinzip nur eine Satzanalyse verfolgt. Im Fall von 1) also bis zum Auftreten des Passivauxiliars die aktivische Variante, im Beispiel 3) die Akkusativobjektanalyse der ambigen NP the answer . Die eigentliche Ambiguität auf dieser Phrase erkennt er erst am Disambiguierungspunkt, wenn die Verarbeitungsschwierigkeiten auftreten. Frazier und Rayner finden in einem Leseexperiment Evidenz dafür, dass der Parser beim Verarbeiten eines Satzes so verfährt, wie es das Garden-Path-Modell vorschlägt. Die Ergebnisse dieser Studie sollen an dieser Stelle kurz skizziert werden: Den Probanden wurden dabei einmal Sätze präsentiert, die nach Minimal Attachment korrekt analysiert werden konnten und im Kontrast dazu solche, bei denen eine Analyse nach Minimal Attachment sich an der disambiguierenden Region als falsch herausstellen würde. Im Beispiel 7) sind zwei dieser Vergleichsätze dargestellt: 7a) The lawyers think this second wife will claim the inheritance. 7b) The second wife will claim the inheritance belongs to her. Im Fall von 7a) darf die NP the inheritance” als direktes Objekt des Verbs claim” analysiert werden, während sie in 7b) Teil eines reduzierten Komplementsatzes des Verbs claim ist. Dies wird an der disambiguierenden Region belongs to her geklärt. Auf Grund von Minimal Attachment sollten die Probanden jedoch die NP sowohl in 7a) wie auch in 7b) zunächst als direktes Objekt analysieren, weshalb die Erstanalyse in Satz 7b) in einem zweiten Schritt korrigiert werden müsste. Für diesen Satz sollten also höhere Lesezeiten gemessen werden als für 7a). Frazier und Rayner untersuchten auf dieselbe Weise in der gleichen Studie auch Sätze auf die Late-Closure-Strategie. Dabei präsentierten sie den Probanden ebenfalls Sätze, die nach Late Closure korrekt analysiert werden konnten (siehe 8a) im Kontrast zu solchen, bei denen diese Analysestrategie zu einem falschen Ergebnis führt (siehe 8b): 8a) Since Jay always jogs a mile this seems like a short distance to him. 8b) Since Jay always jogs a mile seems like a short distance to him.

Über den Autor

Miriam Heiner, B.A., wurde 1985 in Schorndorf geboren. Ihr Studium der Germanistik mit dem Schwerpunkt Linguistik schloss sie 2009 an der Universität Tübingen erfolgreich mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts ab. Dabei galt ihr besonderes Interesse der Psycholinguistik - ein Bereich, in den auch das Thema dieses Buches fällt. Vor und während ihres Studiums sammelte die Autorin umfassende Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation, für welche die Sprache und Verständlichkeit ein bedeutendes Thema ist. Miriam Heiner befasst sich deshalb in ihrer Arbeit damit, warum und wie wir Sprache überhaupt verstehen können

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