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Geisteswissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 02.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 56
Abb.: 9
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Krisen sind seit jeher eine bekannte Begleiterscheinung von Regierungen und Organisationen. Gerade im Fall der Vereinigten Staaten von Amerika ist eine Begebenheit immer wieder auffällig: Mächtige Rhetorik kann Krisen sowohl lösen, als auch verschlimmern. Die beiden in diesem Buch behandelten Reden (Namentlich die Cuba – Missle – Crisis Speech von John F. Kennedy und die Our Mission – Our Moment Speech von George W. Bush) sind beide als erfolgreiche Krisenreden in die Geschichte eingegangen. Während John F. Kennedys Präsidentschaft von außen- und innenpolitischen Krisen geprägt war, stand für George W. Bush die erste große Herausforderung seiner Amtszeit an. Beide Präsidenten führten ihre Nation durch die Krise und ihre Reden haben auf ihre Weise Amerika und auch die Welt verändert. Dies gelang ihnen sowohl durch typische Stilmerkmale amerikanischer Reden, als auch durch eine ausgeklügelte und außergewöhnliche rhetorische Leistung. So wiesen beide Krisenreden beispielsweise einen enormen Anteil an zivilreligiösen Bezügen sowie typische charakteristische Phrasen der Führung durch den Präsidenten auf. In diesem Fachbuch werden einleitend sowohl die einzelnen Persönlichkeitsprofile beider Präsidenten, als auch der historische Kontext der jeweiligen Krise dargestellt. Gerade weil Kennedy und Bush Vertreter unterschiedlicher Parteien und Führungsstile waren, gewinnt diese Studie an besonderer Bedeutung. Aufgrund dessen widmet sich der Kern der Abhandlung dem Vergleich beider Reden anhand eines eigens vom Autor aufgestellten Funktionsschemata von Krisenreden. Diese werden hierzu auf ihre spezifischen Charakteristika hin untersucht und ihre Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. Im Schlussteil werden typische Merkmale von Krisenreden ausgewiesen und veranschaulicht. Dabei werden unter anderem folgende Fragen geklärt: Welche Besonderheiten zeichnen eine präsidentielle amerikanische Krisenrede aus? Unterscheiden sich George W. Bush und John F. Kennedy in ihrer Artikulation oder ihrer Argumentationslogik? Unterscheiden sich amerikanische Krisenreden in Struktur und Aufbau?

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3., Biografisches und rhetorisches Profil der Redner: Da die biographischen Daten beider Präsidenten für die Reden von geringerer Relevanz sind, seien diese in jeweils kurzen Abschnitten nur knapp umrissen. Stattdessen sollen die Kapitel 3.1. und 3.2., nach den biographischen Daten auf die einzelnen Kommunikationsstile und Merkmale der Präsidenten eingehen, da diese für beide Reden von Bedeutung sind. 3.1, John F. Kennedy als Präsident und Rhetor: John Fitzgerald Kennedy wurde am 29. Mai 1917 geboren. Sein Vater hatte eine leitende Position in einer Schiffswerft, wodurch Kennedy letztlich in Kontakt mit Franklin D. Roosevelt kam. Verschiedene Krankheiten und frühzeitige, gesundheitliche Probleme, wie Rückenleiden, Fieber und Diphterie verweigerten Kennedy eine unbeschwerte Kindheit. Da Kennedys Vater sich hauptsächlich seinen Verpflichtungen im Beruf hingab, oblag die Verantwortung der Erziehung, wie auch zur damaligen Zeit üblich, seiner Mutter – Rose Kennedy. Von vielen Bürgern und Politikern als 'zu jung' und 'zu katholisch' beschrieben, musste er sich während seines Wahlkampfes bereits gegen diese Vorurteile behaupten. Zwar brachte Kennedys römisch-katholischer Hintergrund in einigen Staaten mit hohem katholischen Bevölkerungsanteil Vorteile, jedoch verlor er in Staaten mit evangelischem Hintergrund. Teile der Bevölkerung zweifelten an ihm und glaubten, Kennedy würde Befehle des Papstes entgegennehmen. Nach seiner knapp gewonnen Wahl im November 1959, sah er den kalten Krieg als das wichtigste Thema der amerikanischen Politik an. Noch bis heute gilt Kennedy als 'Playboy', Kriegsheld, erster 'Fernsehpräsident' und insbesondere als nahezu einzigartiger Charismatiker . Die Wahrnehmung Kennedys als brillanten und herausragenden Rhetoriker begann mit seiner 'Inaugural Adress' am 20. Janauar 1961. Der Ausspruch 'ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country' ist bis heute eng mit seinem Namen verbunden. Kennedys Reden wurden zu einem Großteil in Zusammenarbeit mit seinem Hauptredenschreiber Theodore C. Sorensen verfasst. Sorensen galt als einer von Kennedys engsten Vertrauten und ihm wurde ein hoher Einfluss auf Kennedy und dessen Regierungsstab beigemessen. Kennedys Rhetorik wird von verschiedenen Seiten unterschiedlich bewertet. Jedoch zogen seine Rhetorik und sein Stil viele Amerikaner in den Bann. Um John F. Kennedys Amtszeit am besten zu beschreiben, eignet sich eine von ihm selbst getroffene Aussage aus einem Bericht an das amerikanische Volk am 25. Juli 1961: 'Als ich mich um das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten bewarb, wußte ich, daß unser Land ernsten Gefahren und Bedrohungen entgegenging, aber ich konnte nicht ermessen – und niemand, der nicht selbst die Bürde dieses Amtes trägt, könnte es ermessen – wie schwer und unveränderlich diese Lasten sein würden.' Tatsächlich hatte kaum ein Präsident bis zum damaligen Zeitpunkt mit derartig vielen Krisen zu kämpfen wie Kennedy. Theodore O. Windt, Professor für politische Rhetorik in Pittsburgh, schreibt dazu treffenderweise in seinem Werk 'Presidents and Protesters': 'John F. Kennedy´s presidency was a crisis presidency' . Die zahlreichen Krisen während seiner Präsidentschaft (alleine 15 in den ersten acht Monaten seiner Amtszeit), wie beispielsweise die Steel Crisis 1961, Bay of Pig´s Crisis oder die Berlin Crisis, sorgten jedoch auch dafür, dass Kennedy einige wertvolle Erfahrungen im Umgang mit externen Faktoren und dem medienwirksamen Auftreten sammeln konnte. 3.2, George W. Bush als Präsident und Rhetor: George W. Bush wuchs als Sohn von George Herbert Walker Bush auf, welcher neben seiner Tätigkeit im Öl-Gewerbe auch der 41ste Präsident der Vereinigten Staaten war. Nach einem Abschluss in Geschichte an der Yale Universität, war Bush zeitgleich im Wahlkampf für den Republikaner Winton Blount und für die U.S. Air Force tätig. Nach seinem MBA an der Harvard Business School unterstützte er im Jahre 1987 seinen Vater – George Herbert Walker Bush – bei der Kandidatur für das Amt des Präsidenten. Nach einer erfolgreichen zweifachen Amtszeit als Gouverneur von Texas, gab George W. Bush im Juni 1999 seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten bekannt. Während seiner Kampagne für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten konnte Bush die Zuhörer durch seine Rhetorik und Selbstdarstellung nicht beeindrucken und wurde wegen seiner falschen Betonung und syntaktischen Fehler kritisiert. Er behalf sich damit, sich von seinem direkten Amtsvorgänger Bill Clinton zu distanzieren, indem er dessen Fehltritte mit anderen historischen Fehltritten verglich. Trotz der verschiedenen öffentlichen Zweifel – unter anderem auch an seinem Intellekt – wurde er am 20. Januar 2001 zum 43sten Präsidenten der USA vereidigt. Die Wahl selbst war nicht unumstritten. Letztlich trug die Stimme eines einzelnen Richters des Supreme Court Florida dazu bei, dass George W. Bush die Wahl gewann und schließlich am 12. Dezember als Präsident vereidigt wurde. Der Beginn seiner Amtszeit war dabei gezeichnet von dem längsten Urlaub in der Geschichte der Präsidentschaft und von wenigen, öffentlichen Reden. Der Fokus der Öffentlichkeit und des Präsidenten lag hauptsächlich auf der nach Clinton schwächelnden Wirtschaft. Zusätzlich wurde er als eine eher schwache Persönlichkeit beschrieben, die sogar auf die Hilfe seines Vaters angewiesen wäre . Das teilweise negativ geprägte Bild Präsident Bushs, sowie das bemängelte Fehlen von rhetorischen Fähigkeiten, veränderte sich jedoch schlagartig mit den Ereignissen des 11. September 2001, an dem die Vereinigten Staaten von Amerika durch mehrere Terroranschläge erschüttert wurden. Von diesem Zeitpunkt an wurde Bush vor allem durch seine 'Adress to the nation' am 20. September 2001 als Krisen- und Kriegsrhetoriker bekannt. Der verstärkte Patriotismus und der Stolz der Bürger auf die Vereinigten Staaten (auch in den präsidentiellen Reden) nahm in den Wochen und Monaten nach 9/11 immer mehr zu . Eine seiner bekanntesten Aussagen dabei ist: 'The 'axis of evil phrase (penned by speechwriter David Frum as the 'axis of hatred') [...] referred to North Korea, Iran, Iraq, 'and their terrorist allies.' Diese teils radikale Weltanschauung spiegelt sich auch in der hier untersuchten Rede wider und soll in den anschließenden Kapiteln erläutert werden. Weiterhin war Bushs Rhetorik geprägt durch die, in ihren Formulierungen antidiplomatische Darstellung von 'Gut' und 'Böse', oder 'Schlechtem' und 'Gerechtem' Handeln. Ebenso verwendete er zahlreiche Metaphern der Stärke und Hoffnung, um der gezeichneten und getroffenen Nation wieder Selbstvertrauen zurückzugeben. Zweifellos ging George W. Bush mit seinen zwei Amtszeiten zwiegespalten in die Geschichte amerikanischer Präsidenten ein: Zum einen waren Präsident Bushs Umfragewerte auf einem Rekordtief, am Ende der zweiten Amtszeit waren die Schulden der USA drastisch erhöht, außen- und innenpolitische Probleme im Irak nach wie vor vorhanden und die amerikanische Wirtschaft in der Krise. Viele Historiker bezeichneten deshalb Bushs Regierungszeit als Fehlschlag und Misserfolg. Zum anderen hielt George W. Bush absolute Rekordwerte in seiner Zustimmung in den Tagen nach den Terroranschlägen. Rund 90 Prozent der US Bürger befürworteten in den Tagen nach 9/11 (speziell nach dem Tag der 'Our Mission – Our Moment Speech' ) die Amtszeit und die Handlungen Präsident George W. Bushs . Diese Werte lagen deutlich über denen von Präsident Harry Truman, anlässlich der Kriegserklärung gegen Japan. Wissenschaftler gehen im Nachhinein von Folgendem aus: 'President Bush has done a remarkable job of defining the attacks of September 11 to his advantage and that his rhetoric is a key factor in his success'

Über den Autor

Philip Eichinger, B.A., wurde in Nürnberg geboren. Nach seinem Abitur mit dem Schwerpunkt Psychologie begann er 2009 sein Studium der Politik und Gesellschaft mit dem Schwerpunkt auf Politik und Kommunikation an der katholischen Universität Eichstätt - Ingolstadt. Während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit amerikanischer Politik und Rhetorik und studierte an der American University in Washington D.C., an welcher er unter anderem die Gelegenheit bekam, sich mit amerikanischen Krisen und sozialen Problemen auseinanderzusetzen. Durch verschiedene Praktika im Bereich der Kommunikation (unter anderem bei NBC Washington) wuchs sein Interesse an amerikanischer Politik noch weiter. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Auslandssemesters widmete er seine Bachelorarbeit der amerikanischen Krisenrhetorik. Im Jahr 2012 schloss Philip Eichinger seinen Bachelorstudium erfolgreich ab und studiert nun Medien und politische Kommunikation im Masterstudiengang an der Freien Universität Berlin.

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