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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 108
Abb.: 24
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Das vorliegende Buch untersucht die Finanzmarktregulierung, speziell die Regulierung von Multinationalen Banken (MNB). Es wird analysiert, inwiefern die Interventionsentscheidung der beteiligten Regulierungsbehörden von der Haftungs-und Versicherungsstruktur abhängt. Die gemeinsame Haftung erhöht den Anreiz zur Regulierung der MNB im Vergleich zur Inlandsbank. Dagegen führt die grenzüberschreitende Versicherung der Einleger zu weniger Regulierungsanreizen als bei Vorliegen einer lokalen Versicherung. Ziel dieser Untersuchung ist es, durch die Analyse der Regulierung Multinationaler Banken Verbesserungspotenziale zu erkennen. Aus den Wechselwirkungen der Regulierung in den Niederlassungsländern der Bank sollen Schlüsse über das Verhalten der zuständigen Instanzen gezogen und mögliche Ineffizienzen aufgedeckt werden. Das in diesem Buch verfolgte Ziel wird demnach unter folgende Forschungsfrage gestellt: Ist es möglich, durch die Zusammenarbeit der verantwortlichen Regulatoren einer Multinationalen Bank ein wohlfahrtsoptimales Ergebnis zu erreichen?

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.4, Die Wahl der Repräsentationsform im Ausland: Aus den genannten Unterschieden ergeben sich nicht nur Implikationen für die Behörden, sondern auch für die Multinationalen Banken selbst. Eine MNB, hat vor der Expansion ins Ausland die Repräsentationsform festzulegen. Vereinfachend beschränken sich die Varianten auf Branch und Subsidiary, analog zum Grundmodell. Das Bankmanagement verfolgt das Ziel der Unternehmensfortführung und versucht dementsprechend die Generierung von Auszahlungen zu erreichen. Gesetzt dem Fall, die inländische Einheit der MNB ist unzureichend sicher, dass heißt es gilt , so tendiert die Unternehmensführung zur Gründung einer Branch im Ausland. Zugleich ist dem Management bewusst, dass es mit weniger Regulierung als bei Gründung einer Subsidiary zu rechnen hat. Erst bei relativer Sicherheit der Inlandseinheiten, d.h. , sowie eine sicherere inländische Einheit im Vergleich zur ausländischen ( ), ändert sich die Repräsentationsentscheidung der MNB. Die veränderten Rahmenbedingungen lassen die ausländische Branch zum Ziel strengerer Regulierung werden und steigern die Attraktivität der Subsidiary. Eine empirische Betrachtung des Bankenmarktes in Europa und Amerika bestätigt die Resultate. So ist es europäischen Banken zwar möglich im gesamten Wirtschaftsraum Niederlassungen des Typs ‘Branch’ zu eröffnen, doch überwiegen vor allem in Osteuropa Subsidiaries. Ein ähnliches Bild spiegelt sich zwischen Nord- und Lateinamerika wieder, obwohl auch hier Banken frei entscheiden können. Sichere inländische Projekte stehen weniger sicheren ausländischen gegenüber und beeinflussen die MNB in der Repräsentationswahl. In Asien dagegen, präferieren MNBs, in der grenzüberschreitenden Expansion, die Struktur von Branches. Der asiatische Markt konnte zur Zeit der Datenerhebung in 2001 keine vergleichbare Stabilität, wie etwa in Europa aufweisen und liefert ein konformes Ergebnis. Obwohl das zugrunde gelegte Modell eine Reihe von starken Vereinfachungen und Annahmen inne hat, liefert es einen Ansatz zur Erklärung der Repräsentationswahl von multinationalen Banken im Ausland. Die Begründung des Bankverhaltens einzig und allein auf das regulatorische Umfeld, sowie auf die Stabilität des abgegrenzten ökonomischen Raumes zu stützen, würde einer ‘umschauenden’ Analyse nicht gerecht werden. Viel mehr stehen Faktoren, wie Regulierungsintensität, Besteuerung, wirtschaftliches und politisches Risiko miteinander in gegenseitiger Wechselwirkung. Durch die Verschiedenartigkeit der Einflussfaktoren und die zahlreichen externen Effekte untereinander, wird ein modellbasiertes Vorgehen erschwert. Es bietet sich daher die ergänzende Hinzunahme von empirischen Daten zur Analyse an. Basierend auf den Aktivitäten der 100 größten Banken in Lateinamerika und Osteuropa, wurden die Faktoren für die Entscheidung der Banken herauskristallisiert. Dabei wird an dieser Stelle nicht näher auf die statistischen Methoden und Kennzahlen eingegangen, sondern nur auf die Ergebnisse der Untersuchung. Es konnte signifikant nachgewiesen werden, dass Banken sich nicht für die Organisationsform der Branch entscheiden, wenn diese strengen Regulierungs- und Zugangsbeschränkungen unterliegen. Eine denkbare Erklärung liegt in der Möglichkeit, die Anforderungen durch die Gründung einer Subsidiary im Ausland zu umgehen. Der Einfluss von Steuern konnte ebenfalls signifikant bestätigt werden. So sind Branches öfter in Ländern mit hoher Unternehmenssteuer anzufinden. Ein Argument hierfür ist die Möglichkeit der Einheiten, im In- und Ausland Profite über Ländergrenzen hinweg zu transferieren. Der Vorteil der Branch liegt also darin, die Unternehmensbesteuerung ‘umgehen’ zu können. Auch die Absichten der MNB für den ausländischen Markt, haben Auswirkungen auf die Wahl der Niederlassungsstruktur. Ist es das Ziel der Bank, einen möglichst großen Teil des ausländischen Marktes einzunehmen, so entscheidet sich das Management für die Gründung einer Subsidiary. Dieses Ergebnis kann zudem auch durch die Haftungsstrukturunterschiede der beiden Organisationsformen bekräftigt und mit den vorliegenden Ergebnissen des Modells verknüpft werden. In weniger entwickelten Märkten können Banken leichter Marktanteile gewinnen als in fortgeschrittenen Ländern. Die Krisenanfälligkeit dieser Märkte ist allerdings höher. Im Fall von Verlusten, schützt die beschränkte Haftung der inländischen Einheit vor Ansteckung. In diesem Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, dass in Ländern mit niedrigeren wirtschaftlichen Risiken Branches präferiert werden. Im weiteren Verlauf der Studie wurde festgestellt, dass die bisherige Expansionsstrategie einen signifikanten Einfluss auf die zukünftigen Entscheidungen, hinsichtlich der Niederlassungsstruktur, ausübt. Alle Befunde, soweit sie im Betrachtungsrahmen liegen, sind mit den Ergebnissen des bereits analysierten Modells konform. 3.5, Modell-Zusammenfassung: Im vorliegenden Modell wurde der Zusammenhang zwischen der Organisationsstruktur einer Multinationalen Bank und der Regulierung im In- und Ausland hergestellt. Der Haftungseffekt (liability effect) bewirkt beim Vorliegen einer Subsidiary die strengere Regulierung im Inland, sofern das Ausland nicht eingreift. Die ausländische Entscheidung unterscheidet sich nicht von der einer Inlandsbank. Im Gleichgewicht verstärkt ein Anstieg der ausländischen Auszahlungswahrscheinlichkeit die Intensität der inländischen Regulierung. Das Ansteigen der inländischen Wahrscheinlichkeit, mit der inländische Projekte erfolgreich sind, führt zu einer Reduzierung der Eingriffe im Land selbst und lässt die ausländische Entscheidung unberührt. Wenn die Organisationsstruktur einer Branch-MNB vorliegt, wirkt ein weiterer Effekt auf die Regulierung. Dieser wird als internalization effect bezeichnet. Hierbei wirkt die Regulierung in einem Land negativ auf die Regulierungsintensität in einem anderen Land. Auch Banken werden durch staatliche Eingriffe in den Markt in ihren Entscheidungen zur Expansion beeinflusst. Diese Ergebnisse sind empirisch nachweisbar. Es konnte am Modell verdeutlicht werden, wie Wechselwirkungen und Anreize in der Regulierung von Multinationalen Banken zu unterschiedlichen Entscheidungen über Regulierungsmaßnahmen in den Ländern führen. Durch die fehlende internationale Harmonisierung werden Ineffizienzen in der Regulierung des Finanzmarktes geschaffen. Aus diesen Koordinationslücken können MNBs profitieren. Es wurde gezeigt, wie die Repräsentationsform die Aktivitäten von Regulierung und MNB beeinflusst. Im nächsten Kapitel werden die Probleme resultierend aus der Koordinierung der Regulierung von Multinationalen Banken weiter betrachtet und charakterisiert.

Über den Autor

Enrico Kossack wurde 1985 in Hoyerswerda geboren. Nach dem Abitur begann er das Studium der Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Dresden sowie an der Charles University Prague. Die thematischen Schwerpunkte legte er auf die Bereiche Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Finanzwissenschaft und Industrial Economics. Nach der Erlangung des Diplomgrades 2011 begann seine berufliche Laufbahn im Bankwesen.

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