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Nachhaltigkeit


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 12.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 168
Abb.: 85
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Green Buildings sind durch bauliche Maßnahmen besonders ressourceneffiziente Gebäude. Um die Verbreitung von Technologien für Green Buildings zu fördern, einheitliche Qualitätskriterien zu gewährleisten und Nachhaltigkeitsaspekte wirtschaftlich zu bewerten, werden zunehmend Zertifizierungen für Green Buildings eingesetzt. Das bekannteste Zertifizierungssystem ist Leadership in Energy and Environmental Design (LEED). LEED hat global an Bedeutung gewonnen und sich zu einem in vielen Ländern anerkannten Standard entwickelt. Insbesondere größere Bauprojekte internationaler Unternehmen werden zunehmend durch LEED zertifiziert. Diese Studie typisiert Gebäudezertifizierungen und ihre Verbreitung aus institutioneller Perspektive. Die wichtigsten Zertifikate (LEED, DGNB, BREEAM, etc.) werden erläutert und verglichen. Die weltweite Entwicklung von LEED wird anhand von über 40.000 untersuchten Gebäuden räumlich und zeitlich betrachtet. Die Gründe für die erkannten Verbreitungsmuster werden in Schlüsselmärkten untersucht und ein Ausblick auf die Zukunft freiwilliger Zertifizierungssysteme getätigt.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5.1, Kosten und Nutzen einer Zertifizierung: Die Zertifizierung eines Gebäudes als Green Building bringt zwei Kostenpunkte mit sich. Der Zertifizierungsprozess durch eine externe Organisation muss bezahlt werden und die Planung sowie der Bau müssen nach den Kriterien der Zertifizierung durchgeführt werden, was ebenfalls Mehrkosten verursachen kann (vgl. Fuerst & McAllister 2011, S. 48). Der Nutzen einer Zertifizierung ist vielfältig, in pekuniärer sowie nicht-pekuniärer Natur. Der Nutzen des Mehraufwands für Investoren besteht potentiell aus höheren Mieten, niedrigeren Betriebskosten, geringerem Risiko und einem höherem Verkaufspreis. Die Nutzer einer Immobilie können durch eine Nachhaltigkeitszertifizierung ebenfalls Vorteile erlangen. Zertifizierte Gebäude werden mit geringeren Betriebskosten in Zusammenhang gebracht, außerdem ist eine höhere Nutzerzufriedenheit in der Regel die Folge (vgl. Kok et al. 2010b, S. 3). In den USA wurde der Nutzen von Zertifikaten in mehreren Studien hinterlegt. Green Buildings sind für Mieter attraktiver, sie weisen höhere Mieten und geringere Leerstandsquoten auf, was den Wert des Gebäudes erhöht (vgl. Alpha Research 2009, S. 32f.). Einer Studie von Kok et al. (2010b, S. 3) zufolge waren zertifizierte Gebäude in den USA von den Folgen der Wirtschaftskrise weniger betroffen als vergleichbare Gebäude ohne Zertifizierung. Resultat der Studie war des Weiteren, das zertifizierte Gebäude gegenüber ähnlichen Gebäuden in der Umgebung einen um 13 % höheren Verkaufspreis erzielten. Die Mietpreise waren gegenüber ähnlichen Gebäuden ebenfalls höher (vgl. Kok et al. 2010b, S. 3), die Mieten LEED-registrierter Gebäude wurde etwa 7,9 % höher eingeschätzt (vgl. Kok et al. 2010b, S. 20). Da die Datenverfügbarkeit von Gebäudebeständen oft sehr limitiert ist und nur wenige detaillierte Informationen über Miet- und Kaufpreise verfügbar sind, beschränken sich die aufgeführten Studien meist auf kleinere Stichproben von unter 1.000 Gebäuden. Dennoch gilt zumindest in den USA der mit einer Zertifizierung einhergehende ökonomische Nutzen mit großer Wahrscheinlichkeit als sicher. Es sind neben ökologischen Vorteilen auch monetäre Vorteile durch Zertifizierungen feststellbar. Insbesondere die Vermarktung von Green Buildings gestaltet sich einfacher als bei konventionellen Bauten, was mit der steigenden Legitimität von Nachhaltigkeitsaspekten auf dem Markt zusammenhängt. 5.2, Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM): Das Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM) ist das älteste Zertifikat für Green Buildings. Es wurde 1990 in Großbritannien durch das ‘Building Research Establishment‘ (BRE), ein privatisiertes Bauforschungsinstitut, auf den Markt gebracht (vgl. Nelson et al. 2010, S. 13). Durch BREEAM können Büros, Industriegebäude, Schulen, Gerichte, Gefängnisse, Mehrfamilienhäuser, Krankenhäuser, bestehende Siedlungen und Wohnhäuser zertifiziert werden. Die Auswirkungen des Gebäudes auf seine Umwelt werden global, regional, lokal und innenräumlich evaluiert und in einem Punktesystem bewertet (vgl. Braune 2007, S. 7f.). Nach Eigenangaben des BREEAM wurden bis heute 200.000 Gebäude zertifiziert und über eine Million Gebäude für den BREEAM Zertifizierungsprozess registriert (vgl. BREEAM 2011). Durch BREEAM wurden bisher Gebäude in vielen Ländern Europas zertifiziert, unter anderem 6 Projekte in Deutschland, 15 in Frankreich und 8 in den Niederlanden (siehe Abbildung 53, Abbildung 54). Die Zahl der registrierten Gebäude deutet ein verstärktes Wachstum an Zertifikaten in Frankreich und den Benelux-Staaten an (vgl. RICS 2011, S. 2f.). Da BREEAM im Gegensatz zu dem USGBC jedoch keinen Zugang zu einer Datenbank verfügbar macht, sind nähere Angaben zu der Verbreitung von BREEAM nicht möglich. In der Regel wird BREEAM als das einzige Nachhaltigkeitszertifikat von globaler Bedeutung neben LEED gesehen (vgl. Nelson et al. 2010, S. 14).

Über den Autor

Nils Räder, Diplom-Geograph, wurde 1985 in Heidelberg geboren. Sein Studium der Geographie an der Philipps-Universität Marburg schloss der Autor 2012 ab. Während des Studiums legte er seinen Fokus auf die Immobilienwirtschaft, Stadtgeographie, Wirtschaftsgeographie sowie Geographische Informationssysteme. Nach dem Studium gründete der Autor ein Beratungsunternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien und Stadtentwicklung.

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