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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 03.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 56
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Dieses Buch befasst sich mit der Frage, welche Ansprüche Frauen heutzutage an Partner und Partnerschaft haben und ob diese möglicherweise die Suche nach einem Partner und das Führen einer zufriedenen und stabilen Beziehung immer mehr erschweren. Diese Frage ist deshalb interessant, weil sich in den letzten Jahrzehnten viel für die Gesellschaft, am meisten aber für das weibliche Geschlecht, verändert hat. Diese Veränderungen betreffen vor allem die immense Vergrößerung der individuellen Lebensspielräume, die größtenteils mit der Emanzipation und der Individualisierung zusammenhängen. Da Frauen mittlerweile die Möglichkeit haben, sich eine eigene Karriere aufzubauen und sich damit selbst finanziell abzusichern, rücken ökonomische Aspekte bei der Partnerwahl immer mehr in den Hintergrund. Durch diese Freiheiten werden die Frauen immer wählerischer, ganz neue Aspekte und Ansprüche rücken bei der Partnerwahl in den Vordergrund. Deswegen beschäftigt sich diese Studie damit, worauf Frauen bei der Partnerwahl achten und was sie von ihrem Partner erwarten, um mit der Partnerschaft zufrieden zu sein.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3), Theorien zur Partnerwahl: Im Folgenden soll ein Überblick über die verschiedenen Ansätze und Theorien zur Partnerwahl gegeben werden, um zu sehen, inwiefern sich etwas durch die Individualisierung verändert hat, oder ob eigentlich keine Veränderungen nachzuweisen sind. Hierzu geben verschiedene Ansätze auch verschiedene Antworten, was nicht bedeutet, dass sie sich zwangsläufig immer widersprechen. Begonnen wird mit einem Ansatz, aus dem sich schließen lässt, dass die Art der Partnerwahl eher evolutionsbedingt, und damit nicht durch Veränderungen in der Kultur oder eine längere Zeitspanne zu verändern ist. Dann wird übergegangen zu den utilitaristischen Ansätzen, die alle auf dem Prinzip des Homo Oeconomicus basieren, also behaupten, dass man vor allem immer Kosten und Nutzen abwägt, bevor man eine Beziehung eingeht. Danach wird auf kulturalistische Ansätze eingegangen, die schon eher belegen, dass die Art der Partnerwahl sich mit der Zeit ändern kann um dann zu den Studien zur Partnerwahl überzugehen, bei denen es um die Kriterien Ähnlichkeit, Bildung, Gelegenheiten und Alter gehen wird. Diese Studien belegen klar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Individualisierung und der Partnerwahl geben muss, gerade weil sich im Bildungssystem nun mal einiges verändert hat. 3.1), Körperliche Anziehung und Attraktivität: Im folgenden Abschnitt wird es um körperliche Anziehung gehen. Das bedeutet, es wird erläutert, was für Frauen attraktiv und dann wird in diesem Kontext auf die Evolutionsbiologie eingegangen. Von besonderer Bedeutung die Studien, die belegen, dass den Frauen die physische Attraktivität ihres Partners nicht besonders wichtig ist, im Vergleich zu Männern legen sie erheblich weniger Wert auf gutes Aussehen ihres Partners. Auffällig ist aber, dass sie wesentlich mehr Wert auf andere Attraktivitäts-Merkmale als die Schönheit bzw. die Ästhetik eines Mannes legen. In einer Studie konnte belegt werden, dass Frauen Männer mit besonders männlichen Merkmalen auch als besonders attraktiv einstuften. In dieser Studie wurden den Teilnehmern Fotos von Personen des anderen Geschlechts gezeigt und diese sollten durch Adjektive bewertet werden. Das Ergebnis war, dass die Frauen den Männern, umso attraktiver diese für sie waren, besonders männliche Eigenschaften zuschrieben. Zu diesen Eigenschaften gehörten ‘dominant’, ‘independent’ und auch ‘direct’. Daraus lässt sich schließen, dass Frauen mehr Wert auf Maskulinität als auf Schönheit legen (ebd. S. 69). Dafür sprechen auch die bevorzugten physischen Merkmale, die Frauen an Männern besonders schätzen. Hierzu zählen z.B. physische Größe und Muskelkraft (Langthaler 2001: S. 42). Allerdings ist nicht nur der wahrgenommene Grad der Männlichkeit von Bedeutung, auch Hinweise für die Existenz von materiellen Ressourcen tragen zur Attraktivität eines Mannes bei: Es konnte bewiesen werden, dass Frauen solche Männer präferierten, die älter als sie selbst waren, weil dies als Indiz für seinen Zugang zu ökonomischen Ressourcen betrachtet werden kann (ebd. S. 42). Interessant ist in diesem Kontext auch, dass Frauen sich, im Gegensatz zu Männern, meist über die Attraktivität eines Mannes einig sind (Henns 1992: S. 267), was man so deuten kann, dass die Männlichkeit und der soziale Status durch das physische Erscheinungsbild objektiv gut zu bestimmen sind. Vor allem die Evolutionsbiologie kann gut erklären, wieso Frauen gerade solche Männer präferieren: ‘Women historically have been constrained in their reproductive success not by the number of men they can gain sexual access to but rather primarily by the quantity and quality of the external resources that they can secure for themselves and their children and perhaps secondarily by the quality of the man's genes.’ (Buss/Schmidt 1993: S.206). Das bedeutet, dass Frauen in der Lage sein müssen, einen Mann, der bereit ist, seine Ressourcen in sie und in die Kinder zu investieren, auch zu erkennen (ebd.). Laut der Evolutionsbiologie ist das der Grund, warum bestimmte Männer besonders attraktiv auf Frauen wirken. Dieser Tatbestand konnte sich mit der Zeit natürlich nicht ändern, die Individualisierung hat also in dieser Hinsicht keinen Einfluss auf die Attraktivität eines Mannes. Trotzdem erschien es sinnvoll, die Anziehungsforschung der Vollständigkeit halber in diesem Kontext mit einzubeziehen. 3.2), Rationale Theorien zur Partnerwahl: Das Prinzip des Homo Oeconomicus ist simpel: Dem ökonomischen Ansatz nach heiratet ein Mensch dann, wenn er von der Ehe einen größeren Nutzen erwartet, als vom Alleinbleiben oder von der weiteren Suche nach einem passenderen Partner (Becker 1982: S. 10). Das bedeutet, dass die Partnersuche sich nur an der Bilanz von Kosten und Nutzen orientiert, es geht also um Investition und Ertrag, das Eingehen einer Beziehung muss sich ‘lohnen’. Tatsächlich vergleicht Becker die Partnersuche mit wirtschaftlichen Märkten: ‘In der Tat scheint die ökonomische Theorie auf dem Weg zu sein, sich zu einem einheitlichen Bezugsrahmen für jegliches Verhalten zu entwickeln, das mit knappen Ressourcen zu tun hat, ob es nun um Nichtmarkt- oder um Marktphänomene geht, um nichtmonetäre oder um monetäre Aspekte, um kleine Gruppen oder um Wettbewerbssysteme.’ (ebd. S. 226). Man kann also annehmen, dass Frauen, die als Homo Oeconomicus handeln, ihren individuellen Nutzen auf der Basis vollkommener Informationen über ihre eigenen Präferenzen und die Martkrestriktionen maximieren (Esser 1993: S. 236). Das bedeutet auch, dass jede Person einen bestimmten Marktwert hat, der sich aus individuellen Faktoren zusammensetzt, die zum Teil beeinflusst werden können, zum Teil nicht (wie z.B. Attraktivität). Dadurch können bspw. Konstellationen von auffällig hübschen Frauen und unattraktiven, wohlhabenden Männern entstehen. Auf Grund der Attraktivität hat so ein Mann möglicherweise keinen hohen Marktwert, das kann er aber durch Reichtum wieder ausgleichen und hat so größere Chancen, eine attraktive Frau als Partnerin zu bekommen. Natürlich kann das umgekehrt mittlerweile genauso funktionieren, schließlich sieht man immer häufiger ältere, wohlhabende Frauen mit attraktiven, jungen Männern. Allerdings gibt es auch viel berechtigte Kritik am Modell des ökonomisch rationalen Menschen: Menschen sind keine ‘perfekten Rechenmaschinen’ und auch keine ‘egoistischen Kaltblütler’ (FAZ Online 2009). Gerade beim Thema Partnerschaft und Partnerwahl kann man die Bedeutung von Emotionen nicht einfach ausblenden, denn Emotionen sind nun einmal nichts Rationales und auch nichts, was sich berechnen lässt. Trotzdem lässt sich sagen, dass die Individualisierung den Frauen die Möglichkeit gibt, ihren eigenen Marktwert zu beeinflussen, wodurch sie sich eine größere Auswahl an potentiellen Partnern verschaffen können. 3.3), Kulturalistische Ansätze: Ein weiterer Ansatz zur Erklärung von Partnerwahlprozessen sind die kulturalistischen Theorien. Einer der wichtigsten Vertreter dieser Ansätze ist der Systemtheoretiker Niklas Luhmann. Ihm zufolge gibt es Liebe oder Verliebtheit als Gefühl gar nicht, sondern es sind Kommunikationscodes, ‘nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken, bilden, simulieren, anderen unterstellen, leugnen und sich mit all dem auf die Konsequenzen einstellen kann, die es hat, wenn entsprechende Kommunikation realisiert wird’ (Luhmann 1982: S. 23). Das, was wir als Liebe verstehen, ist nach Luhmann also nur eine ‘Gefühlsdeutung’, also eine Interpretation und Liebe sei nur eine Codierung von Intimität (ebd.). Diese Interpretationen sind allerdings kulturell überformt, was bedeutet, dass das Verliebtsein je nach Kultur und Epoche anders interpretiert und ausgelebt werden kann. Man kann also das, was man heutzutage als Liebe bezeichnet, nur als dieses interpretieren, weil man durch Medien und Kommunikation gelernt hat, wie sich das anfühlen soll und wie man damit umzugehen hat. Er versucht damit zu erklären, wieso eine Ehe heutzutage fast nur noch auf der Basis einer Liebeserklärung gegründet wird und nicht mehr, weil die Eltern eines Paares die Ehe arrangiert haben. Das bedeutet damit auch, dass die Partnerwahl stark vom kulturellen Kontext abhängt, was sich so interpretieren lässt, das nach Luhmann auch die Individualisierung einen großen Einfluss auf die Partnersuche hat, da diese in unserer Gesellschaft immer stärker kulturell verankert wird (ebd. S. 135) . 3.4), Studien zur Partnerwahl: Bei den Studien zur Partnerwahl geht es um verschiedene Faktoren: Die Studien beziehen sich auf unterschiedliche soziale Merkmale, also sozialstrukturelle Voraussetzungen der Liebe (Klein 2001). Im folgenden werden die zentralsten Merkmale Alter, Bildung, Gelegenheiten und Ähnlichkeit näher erläutert und es soll erklärt werden, inwiefern sich diese sozialstrukturellen Rahmenbedingungen auf Paarfindungsprozesse auswirken.

Über den Autor

Sandra Eichhorn wurde 1989 in Minden geboren. Ihr Studium der Soziologie an der Universität Bremen schloss die Autorin im Jahre 2012 mit dem Bachelor erfolgreich ab. Bereits während des Studiums beschäftigte sie sich vor allem mit Familien- und Paarsoziologie. Die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Probleme, wie z.B. der drastische Geburtenrückgang, motivierten die Autorin dazu, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.

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