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Soziologie


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2022
AuflagenNr.: 1
Seiten: 100
Abb.: 129
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Voranschreitende Segmentierung der Studienlandschaft, anhaltende öffentlich-privat-Debatte - neben den Hochschulen konkurrieren auch die Unternehmen mehr als je zuvor um die Bewerber:innen. Durch den Fachkräftemangel ist die Bildung eigener Nachwuchskräfte für viele die Kernaufgabe des Recruitings geworden, wobei die angebotenen Leistungen immer umfangreicher werden. Doch wie wirtschaftlich ist dieses Wettrüsten? Und welches Studienmodell hat unternehmensspezifisch den höchsten ökonomischen Mehrwert? Zur Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen in diesem Kontext ist eine umfangreiche Betrachtung sämtlicher finanziell wirksamer Faktoren, messbarer und nicht messbarer Natur, vom Recruiting bis zur Einstellung des Studierenden nötig. Dieses Buch stellt ein vom Autor entwickeltes Modell vor, welches die Werkzeuge für eine tiefgehende wirtschaftliche Bewertung jener Faktoren bereitstellt. Neben zahlungswirksamen Kosten wie dem Gehalt werden auch qualitative Faktoren wie die Wertschöpfung des Studierenden erfasst. Mithilfe der somit individuell möglichen Parametrisierung des Bachelorstudiums kann der finanzielle Nutzen ermittelt und mit möglichen Alternativen verglichen werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel B, Fundamentale Unterschiede der Studienträger: Während sich die Studienträger in den 1950er und 1960er Jahren noch deutlich nach Ihrer Art und Funktion differenzieren ließen, sind diese Grenzen in den letzten Jahrzehnten deutlich verschwommen. Heute gelten Universitäten oftmals noch als Institutionen, die eine forschungsorientierte Ausrichtung haben. Fachhochschulen hingegen wird des Öfteren ein Fokus auf die Lehre zugeschrieben. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht repräsentativ und trifft in vielen Regionen nur eingeschränkt zu. Gemeinhin lässt sich jedoch feststellen, dass zwischen Universitäten und Fachhochschulen ein deutliches Kapazitätsgefälle vorherrscht. Die Anzahl der immatrikulierten Studierenden geht bei vielen Universitäten in den fünfstelligen Bereich, während Fachhochschulen im Mittel deutlich unter dieser Schwelle liegen. Eine Unterscheidung zwischen Fachhochschulen und Universitäten wird aufgrund der zunehmenden Homogenisierung der Institutionen in diesem Beitrag nicht erfolgen. Oftmals wird der Begriff der Hochschule mit dem der Fachhochschule gleichgesetzt oder gar substituiert. Um Missverständnissen im Verlauf des Beitrages vorzubeugen, wird an dieser Stelle hervorgehoben, dass der übergeordnete Begriff der ‚Hochschule‘, äquivalent zu der Bezeichnung ‚Studienträger‘, die Institutionsarten der Fachhochschule und Universität inkludiert. Die Differenzierung der Studienträger erfolgt jedoch in Abhängigkeit von den Trägerschaften, da hier relevante Unterschiede zu erwarten sind, welche im Folgenden darstellt werden. Kirchliche Trägerschaften werden dabei nicht berücksichtigt. I. Öffentliche Hochschulen: Mit rund 2,6 Millionen (92,2 Prozent der) immatrikulierten Studierenden zum Wintersemester 2018/19 stellen die öffentlichen Hochschulen das Fundament der akademischen Bildung in Deutschland dar. Da öffentliche Bildungsinstitutionen zumeist staatlich finanziert werden, haben die Studierenden keine oder nur geringe Studiengebühren zu tragen. Charakteristisch für staatliche Hochschulen sind hohe Kapazitäten und eine entsprechend hohe Vielfalt von Studiengängen. Mit einem hohen Durchsatz an Studierenden beabsichtigt der Träger die Reduzierung der Studienkosten je Studierenden. Laut LENHARDT, REISZ und STOCK sei ein Studienplatz an einer öffentlichen Hochschule, entgegen der vorherrschenden Annahme, jedoch kostenintensiver als an einer privaten Hochschule. Der Grund dafür liege in der intensiveren Forschung öffentlicher Studienträger. Folglich verfolgen öffentliche Hochschulen vermehrt einen theoretischen Bildungsansatz. II. Private Hochschulen: Zwar ist der Anteil der Studierenden an privaten Hochschulen mit 7,8 Prozent gering, über die letzten Jahre lag das relative Wachstum dieses Wertes jedoch deutlich über dem öffentlicher Institutionen. In Anbetracht der steigenden Popularität privater Hochschulen ist dieses Wachstum jedoch wenig verwunderlich. Im Gegensatz zu staatlichen Institutionen sind Studierende an privaten Bildungsträgern jedoch dazu verpflichtet, Studiengebühren an die Trägerschaft zu entrichten. Die Höhe dieser Leistungen variiert nach Standort, Reputation und Größe der Hochschule. Folgt man der Argumentation von BESCHORNER, so stehen die privaten Institutionen nicht im Wettbewerb zu den Öffentlichen, sondern spezialisieren sich aufgrund ihrer unternehmerischen Verfasstheit auf Nischenmärkte, die sie mit Erfolg bedienen. Zudem sei der Wettbewerb unter privaten Hochschulen ein Treiber von Qualität und Innovation. Hinsichtlich der Abbruchquote liegen private Hochschulen mit 8 Prozent etwa 13 Prozent unter denen auf öffentlichen Hochschulen. Es ist jedoch anzunehmen, dass dieser Wert auf die finanzielle Verpflichtung der Studierenden zurückzuführen ist. Zudem hat eine Studie von ROJSTACZER und HEALY hervorgebracht, dass das Benotungssystem an privaten Hochschulen etwas vorteilhafter als das an öffentlichen Bildungsträgern sei. Aussagen über die Unterschiede der Bildungsqualität privater und öffentlicher Hochschulen werden im Rahmen des Beitrags nicht getroffen, da dieses umfangreiche Thema nicht in der geforderten Kürze dargestellt werden kann. Folglich wird sich darauf berufen, dass die Performance der Institutionen nicht homogenisiert wird und anhand subjektiver Faktoren individuell bewertet werden muss.

Über den Autor

Tom Lüerssen wurde 1999 geboren. Sein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Nordakademie in Elmshorn schloss er im Frühjahr 2021 erfolgreich ab. Bereits während des Studiums wirkte er an einigen betrieblichen Projekten zur Optimierung der (dualen) Ausbildung mit und erhielt so breite Einblicke in die unternehmensseitigen Abläufe verschiedener Studienformen. Begeistert von den Zahlen der Finanzwelt, spezialisierte sich der Autor im Verlauf des Studiums auf das Prozessmanagement mit Schwerpunkt Controlling. Privat sucht er immer wieder die Herausforderung der Quantifizierung von kaum messbaren Zusammenhängen und Einflüssen im Finanzsektor und beteiligt sich dabei am regen Diskurs zu innovativen Ansätzen und Technologien.

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