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  • China und die Weltwirtschaftskrise 2008: Eine Analyse ausgewählter Probleme hinsichtlich ihrer Ursachen, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen

China


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 09.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 100
Abb.: 24
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die 2007 aufgetretene Finanz- bzw. Bankenkrise hat ab 2008 die Weltwirtschaft entscheidend beeinflusst und geschwächt. Für die Volksrepublik China ist dies die erste wirkliche Krise seit der 1978 begonnenen Öffnungspolitik. Das Land ist von der Weltfinanzkrise weniger betroffen als von den real- und finanzwirtschaftlichen Folgen des weltweiten Abschwungs. Ziel des Buches ist es, für die Volksrepublik China die real- sowie finanzwirtschaftlichen Probleme und deren Auswirkungen, welche aus der Weltwirtschaftskrise 2008 entstanden sind, darzustellen und einige methodisch-theoretische Lösungsansätze für diese konkreten Herausforderungen modellmäßig aufzuzeigen. Unter Berücksichtigung der Komplexität des Sachverhaltes werden zunächst ausführlich die Grundlagen für ein besseres Verständnis gelegt. Anschließend erfolgt eine Darstellung der Probleme der Inflation, der Arbeitslosigkeit sowie der einbrechenden Exportwirtschaft. Den Schluss der Untersuchung bildet eine modellmäßige methodisch-theoretische Betrachtung und Darstellung der Probleme monetären Ursprungs sowie deren Auswirkungen auf die Real- wie Finanzwirtschaft anhand von geeigneten wirtschaftswissenschaftlichen Modellen. Ebenso findet eine Erläuterung der Auswirkungen der eingeleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen seitens der chinesischen Regierung statt.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.1.3, Weltwirtschaftskrise: Die mit der Zinssenkung eingeleitete Niedrigzinspolitik gaben die Banken an ihre Kunden in Form von zinsgünstigen Krediten weiter. So sanken die Zinsen zwischen 2000 und 2003 für auf 30 Jahre festgeschriebene Hypothekenkredite um zweieinhalb Prozentpunkte auf 5,5%. Im Zusammenhang dazu nahmen auch die Vergabe von Konsumentenkrediten und Kreditkartenkrediten zu. Eine steigende Nachfrage nach Immobilien in den USA, unter anderem angetrieben von den jährlichen Zuwanderern, brachte einen Aufschwung im Häusermarkt in Gang, welcher übertriebene Preissteigerungen zur Folge hatte - mitunter bis zu 60% über dem Jahresdurchschnitt von 1976 - 2000. Dieser gefühlte Vermögenszuwachs ließ die Konsumneigung der Amerikaner anwachsen, die Sparquote kontinuierlich sinken und führte zu einem weltweiten Konjunkturaufschwung gefolgt von der Ausweitung der globalen Produktionskapazitäten, beispielsweise für Automobile (z.B. in Japan und Westeuropa), Immobilien (z.B. in den USA) oder Konsumgütern (etwa in China). Die Vergabe billiger Kredite vollzog sich auf dem so genannten ‘Prime-Markt’ und ‘Subprime-Markt’. Der Unterschied zwischen beiden Märkten besteht darin, dass der erstere Markt sich Kreditschuldnern guter bis erstklassiger Bonität bedient, letzterer nicht. Der ‘Subprime-Markt’ war für die Krise der ausschlaggebende Faktor, denn es wurden variabel verzinste Kredite mit anfänglicher Zinsaussetzung an private Haushalte vergeben, welche finanziell gar nicht in der Lage waren, die Zins- und Tilgungsleistungen fristgerecht zu erbringen. In der Annahme weiter steigender Immobilienpreise wurden immer mehr Kredite auf die Eigenheime aufgenommen. Dies führte zu einer massiven Überschuldung der privaten Haushalte - bis zu 140% ihres verfügbaren Einkommens. Ende 2006 wurde ein Kreditvolumen von 1.300 Milliarden US-Dollar, also 10% des Bruttoinlandsprodukts der USA, erreicht. Damit die Kreditinstitute die bis dahin anhaltende Kreditnachfrage bedienen konnten, griffen sie zur Technik der Verbriefung (‘Securisation’), wodurch es möglich wurde, die bisher ausgegebenen Kredite in Wertpapiere umzuwandeln, sie an Zweckgesellschaften (‘SPV - Special Purpose Vehikel’ bzw. Conduits) auszulagern und an Investoren weiter zu verkaufen, um ihre Bankbilanz für die Vergabe neuer Kredite zu säubern. Die daraus entstanden Wertpapiere waren so genannte ‘Asset-Backed-Securities’ (ABS), in ihrer speziellen Ausprägung ‘Collateralised Debt Obligation’ (CDO). ABS sind Wertpapiere, die durch Vermögensgegenstände (z.B. Immobilien) gedeckt bzw. gesichert sind. Einige Händler der Wall Street erkannten darin eine Möglichkeit, sehr schnell sehr viel Geld zu verdienen und entwickelten die CDO. Bei dieser Form werden mehrere Forderungsarten, z.B. Auto-, Hypotheken-, Konsumentenkredite oder Kreditkartenforderungen, miteinander vermischt und zu einem Paket von Wertpapieren gebündelt, welches in verschiedene Risikoklassen (Tranchen) eingeteilt wird, um die unterschiedlichen Risikoneigungen der Investoren zu bedienen. Je risikoreichere Tranchen von den Investoren gekauft worden, desto höher war die ihnen versprochene Rendite. Typische Investoren waren Investmentbanken, Versicherungen, Fondsgesellschaften (z.B. Hedge-Fonds) und andere Banken rund um den Globus, welche in einer Periode starken globalen Wachstums, steigender internationaler Kapitalflüsse und einer ausgesprochen langen Phase der Preisniveaustabilität kontinuierlich nach höheren Renditen suchten. Jedoch versäumten die Finanzinvestoren die Risiken angemessen zu bewerten und vertrauten meist den Urteilen der Rating-Agenturen - und ließen zu häufig auch die übliche eigene Sorgfaltspflicht vermissen. Zwischen 2004 und 2006 setzte wieder eine restriktive Geldpolitik, in Form von Leitzinserhöhungen, der amerikanischen Zentralbank FED ein. Damit stiegen die variabel verzinsten Kredite für Schuldner schlechter Bonität (da diese an den Leitzins der amerikanischen Notenbank gekoppelt waren), der Nachfrageboom nach Hypothekarkrediten und Immobilien ging zurück und endete in einer Spirale fallender Hauspreise seit Mitte des Jahres 2006. Durch den damit eingetretenen Wertverlust der Immobilien als Kreditsicherheiten und den Zahlungsausfall der Subprime-Kreditnehmer, mussten die Banken hohe Einzelwertberichtigungen und Abschreibungen in Milliardenhöhe tätigen.

Über den Autor

Felix Merz, Jahrgang 1987, studierte von 2005 bis 2009 an der Hochschule Mittweida Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Banking/Finance und International Management. Nach dem erfolgreichen Abschluss zum Diplom-Betriebswirt (FH) absolvierte der Autor bis 2012 das Masterstudium (M.Sc.) in Management and Organisation Studies an der Technischen Universität Chemnitz und schloss dieses mit Prädikat ab. Im Rahmen seiner Studien entwickelte er ein besonderes Interesse an der Kultur und Wirtschaft des asiatischen Wirtschaftsraumes im allgemeinen und der Volksrepublik China im besonderen. Zurzeit ist der Autor wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Mittweida.

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