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Geisteswissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 02.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 76
Abb.: 11
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Es ist bekannt, dass ausländische Studierende bei ihrem Studium in Deutschland mehr Hürden überwinden müssen als die deutschen Studenten. Der Beherrschung der Fachsprache für die akademischen Situationen und ihre späteren Berufsleben fallen den ausländischen Studierenden besonders schwer. Fast ein Fünftel der Studierenden in der Fachrichtung Architektur in Deutschland kommt aus nicht deutschsprachigen Ländern. Sie benötigen dringend fachsprachliche Unterstützungen. Genau wie die Fachsprache Technik oder Jura hat die Fachsprache der Architektur eigene Besonderheiten, doch in Deutschland gibt es leider nur sehr wenige veröffentlichte Forschungsergebnisse über Fachsprache für Architektur. Es gibt auch kaum gezielte Sprachkursangebote. Diese Studie zeigt ausgehend von Interviews mit ausländischen Architekturstudenten an der TU Berlin sowie anhand einer Dokumentanalyse auf, welche sprachliche Anforderungen im Rahmen des Architekturstudiums und im zukünftigen Berufsleben gestellt werden. Diese erstrecken sich von hochgradig fachbezogenen Ausdrücken bis zur Kommunikation mit den Nichtarchitekten. Ermittelt werden, welche subjektiven Ansprüche der Architekturstudent an die Fachsprache stellt und welche Wünsche er für den fachlichen Sprachkurs Architektur hat. Am Ende des Buches erfolgt die Analyse der Konzeption des Fachsprachkurs Architektur an der Zems der TU Berlin, welche mit den Forschungsergebnisse und den Schwierigkeiten in der Praxis kombiniert ist. Außerdem hat die Autorin nach den Ergebnissen auch einige eigene didaktische Vorschläge angeboten.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.2.1, Unterrichtsbeobachtung: 2.2.1.1, Fachunterrichtsbeobachtung: Um eine Vorstellung vom Architekturstudium an der TU Berlin und dessen Anforderungen an die Studierenden zu bekommen, führte ich mehrere Unterrichtsbeobachtungen durch. Insgesamt habe ich an sechs Kursen aus dem Bachelorstudiengang Architektur an der TU-Berlin teilgenommen: je zwei Mal in den Fächern Architektursoziologie (VL, Essay) , Grundlage der Architekturtheorie: Konstruktion und Wahrnehmung (SE, Referat, Hausarbeit), sowie Entwurf 1 (EP /VL, Entwurfsschein) und einmal am Kurs Berlin calling. Konflikte Berliner Stadtenentwicklung seit 1990 (iV , Referat und schriftliche Ausarbeitung), Darstellende Geometrie (VL, Anfertigung von Übungsaufgaben, Test), Entwurfslabor (EP, Entwurf in Modellen und Zeichnungen, Mappe). Zu Beginn der Hospitationen habe ich mit allen VeranstaltungsleiterInnen vereinbart, dass ich nur im Hintergrund bleibe. Ich wurde nicht in den Klassen vorgestellt und nahm auch nicht an Handlungen und Gesprächen teil, sondern beobachtete nur. Während der Pausen wurden mit den TeilnehmerInnen Gespräche geführt, bei denen sie großes Interesse an meiner Untersuchung zeigten. Die Beobachtung des Unterrichts verfolgte mehrere Fragen: - Mit welchen Materialien wird gearbeitet (Skriptum, Arbeitsblätter oder Folien, etc.)? - Wie arbeiten die TeilnehmerInnen im Unterricht mit (mitschreiben, Fragen stellen, oder Diskutieren mit KommilitonInnen etc.) - Gibt es bei den ausländischen Studierenden sprachliche Probleme? Wie reagieren die anderen TeilnehmerInnen und die Unterrichtsperson? - Welche Inhalte werden in diesem Fach unterrichtet? Was ist sprachlich auffallend? (z.B. fachsprachlicher Anteil des Unterrichts) Neben der Unterrichtsbeobachtung waren vor allem die informellen Gespräche mit den Unterrichtenden nach dem Unterricht sehr hilfreich. Dabei erhielt ich die Informationen über die Grundlagenliteratur der Architektur und die aktuelle Entwicklungen im Arbeitsmarkt, die bei meinen weiteren Recherchen viel geholfen haben. 2.2.1.2, Beobachtung bei dem Fachsprachenunterricht: Da die Zems an der TU Berlin schon einen Fachsprachkurs für die Bereiche Architektur und Planungswissenschaft anbietet, wollte ich einerseits einige fachsprachliche Lehrerfahrungen des Sprachdozenten sammeln und die Unterschiede zwischen allgemeinem und fachlichem Sprachkurs erkennen. Andererseits wollte ich durch die Unterrichtsprotokolle einen Vergleich zwischen Unterricht und Sprachbedarf sowie der Bedürfnisse, die ich schon aus meiner Untersuchung kannte, durchführen. Auf diese Weise werden die Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten der praktischen Fachsprachkurse erkennbar. Während der Hospitationen waren nur schriftliche Aufzeichnungen möglich. Audio- oder Videoaufnahmen konnten nicht durchgeführt werden. Darum stellt das Ergebnis dieser Hospitationen keine detaillierte Unterrichts- bzw. Sprachanalyse der Kurse dar, sondern ist vielmehr eine Momentanaufnahme und der Versuch einer Beschreibung des konkreten Ablaufs des Fachsprachkurses Architektur. 2.2.2, Interviews: 2.2.2.1, Qualitative Interviews: Den Kern der Untersuchung stellen qualitative Interviews mit den ausländischen Architekturstudenten an der TU Berlin dar. Das Ziel dabei war es, durch den intensive Gespräche mit den betroffenden Fachstudierende die sprachlichen Anforderungen und Sprachanwendungen des Architekturstudiums noch näher kennenzulernen, sowie die etwas über die wesentlichen Sprachschwierigkeiten im Studium und die Erwartungen an den Sprachkurs und die Sprachlehrenden zu erfahren. Mit den Interviews sollten dabei weniger im Vorfeld aufgestellte Hypothesen überprüft werden, sondern vielmehr aus dem Erfahrungsbereich der Befragten generiert werden. Auf diese Basis versuche ich, den Antwort der befragten keine Beschränkungen bezüglich des Inhalts, der Form, der Spezifität und der Ausführlichkeit aufzuliegen. 2.2.2.2, Interviewsform und Entwicklung des Leitfadens: Für die vorliegende Erhebung wurde die Form des problemzentrierten Interviews gewählt, damit haben die TeilnehmerInnen genug Raum und Auswahlmöglichkeit für die Darstellung persönlicher Erfahrungen. 'Sie sollen als kompetente Interaktionspartner auftreten können, denn sie sind – und genau in dieser Eigenschaft erlangen sie ihre Bedeutung – Experten für die zu untersuchenden Fragen.' (Haider 2010, S. 79) 'Der Leitfaden sollte jedoch nicht einengend wirken, sondern viele Spielräume in den Fragenformulierungen Nachfragestrategien und in der Abfolge der Fragen eröffnen.' (ebd. S. 79) Auf diese Basis wurde noch ein Probeinterview gemacht, um die Durchführbarkeit dieser Interviewsform zu überprüfen, sich der Schwächen in der Interviewführung im Voraus bewusst zu werden und den Leitfaden zu optimieren. Allerdings wurde das Interview schließlich nicht in die Auswertung mit einbezogen, da es nicht ausreichend ausführlich transkribiert werden kann. Außerdem waren die Interviewfragen in den Folgeinterviews nicht vollkommen identisch. Um sicherzustellen, dass die Befragten mit meinem Thema noch vertraut sind, erhielten die Befragten vor den nächsten Interviews noch einmal einen entsprechenden Informationszettel über den Ablauf. Aus wissenschaftlichen Gründen nahme ich alle späteren Interviews mit Handy auf. Die Leitfaden der Interviews nach der Optimierung umfasst folgende fünf Aspekte, zu denen im Laufe der Interviews viele vertiefende Fragen gestellt wurden. a) Persönlicher Hintergrund und Sprachlernbiografie b) Die Meinung zur Wichtigkeit von Deutschkenntnissen im Architekturstudium in Deutschland c) Die Meinung zur Wichtigkeit der Sprachfertigkeit für das Architekturstudium, z. B. Sprechen, Hören, Schreiben und Lesen d) Die Sprachanwendungssituationen beim Architekturstudium und die besonderen Sprachschwierigkeiten e) Die Meinung zum studienbegleitenden Architekturfachsprachkurs an der Uni Um die zentralen praktische Probleme im Unterricht aus institutioneller Perspektive zu erheben, hat auch mit dem Kursleiter des Arbeit mit Fachtexten (C1) Architektur u. Planungswissenschaften an der Zems der TU Berlin ein Interview stattgefunden, das auf Handy aufgenommen und partiell transkribiert wurde. Die zentralen Fragen des Interviews, die ich in einem Leitfaden für mich vorbereitet hatte, betrafen die Bereiche a) Allgemeines zum Kurs (Curriculum, Stärken und Schwächen, falscher Forkus der Lernenden) b) Meinungen zur Fachsprache Architektur, und die Erfahrungen mit den ausländischen Architekturstudenten c) Auswahlkriterien der Unterrichtsmaterialien.

Über den Autor

Yafei Pan, M.A., wurde in China geboren. Ihr Studium Deutsch als Fremdsprache an der Technischen Universität Berlin schloss die Autorin im Jahr 2012 mit dem akademischen Grad des Master erfolgreich ab.

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