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Geisteswissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 03.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 64
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

This book defends modal realism: the thesis that the world we are part of is but one of a plurality of worlds, and that we who inhabit this world are only a few out of all the inhabits of all the worlds. (David Lewis) Mit diesen Worten leitet David Lewis eines seiner wichtigsten Werke zu seiner These des modalen Realismus ein, On the Plurality of worlds . Der modale Realismus, den David Lewis durch die Annahme existierender möglicher Welten vertritt, soll im modalen Diskurs als Wahrmacher dienen und stellt somit eine semantische Interpretation der modalen Logik dar, die viele Vorteile mit sich bringt. Durch die zentrale These, dass die möglichen Welten, die er annimmt, auch existieren, stößt David Lewis jedoch vor allem auf ein sogenanntes ungläubiges Staunen . Denn nach dem modalen Realismus gibt es für jede Weise, wie ein Universum oder eine Welt sein könnte, ein Universum, das genau so ist. Ausgehend davon sollen nun die genaueren Hintergründe verschiedener Alternativen zu David Lewis` Theorie aufgezeigt werden. Hierzu werden zwei verschiedene Richtungen der Betrachtungsweise eingeschlagen. Als erstes wird eine analytische Betrachtung vorgenommen. Grob kann man hier von zwei verschiedenen Alternativen ausgehen, dem modalen Ersatzismus, in dem die Welten durch harmlosere Entitäten ersetzt werden und dem Fiktionalismus, in dem es gar keine konkreten Entitäten gibt. Auf der anderen Seite wird die physikalische Grundlage von David Lewis` Theorie zu anderen Welten (Multiversen) besprochen. Hier gilt es grob wieder zwei verschiedene Interpretationswege aufzuzeigen, die sogenannte mögliche Welten - Interpretation der Quantentheorie und die mögliche Welten - Theorie der Stringtheorie.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel II.), David Lewis` mögliche Welten und modaler Realismus: 'There are so many other worlds, in fact, that absolutely every way that a world could possibly be is a way that some world is. And as with worlds, so is it with parts of worlds.' Wie bereits angedeutet ist eine von Lewis bekanntesten und umstrittensten Thesen die des modalen Realismus, nach dem es für David Lewis '[...] für jede Weise, wie ein Universum sein könnte, ein Universum gibt, das genauso ist.' Im Folgenden soll nun erst dargelegt werden, wie die möglichen Welten von David Lewis im Einzelnen aufgebaut sind, welchen genaueren Zweck sie erfüllen und welche Vorteile daraus entstehen. Das Anwendungsgebiet der möglichen Welten bei David Lewis ist sehr vielseitig, er verwendet sie u.a. in seiner Theorie von Eigenschaften und Ereignissen, in der Semantik geistiger Zustände und natürlicher Sprache, in der Wahrnehmungs-, Handlungs- und Entscheidungstheorie, für die Interpretation von Aussagen über Romane und für die Definition von Wissen, Supervenienz und Physikalismus. Der nun bekannteste Gebrauch ist jedoch allgemein der in der Modalität. Denn bezüglich der Untersuchungen zu unserer Welt will man auch wissen, was passieren kann bzw. will man wissen, wie es wahr sein kann, dass bestimmte Dinge passieren würden, wenn die Bedingungen anders wären. Die Fragen darüber, was passiert und kontingent ist, über möglich oder unmöglich, sind modale Fragen. Modale Aussagen sind demnach Aussagen darüber, was sein könnte, was sein muss und was unter den und den Bedingungen der Fall wäre. Die Begriffe 'möglich' und 'notwendig' bieten hier in der Sprache, neben den Bezeichnungen 'wahr' und 'falsch' eine zusätzliche Möglichkeit an, Aussagen charakterisieren zu können. Der Satz 'Manche Schwäne sind blau' ist z.B. eine mögliche Aussage, auch wenn sie nicht wahr ist. Da hingegen ist z.B. die Aussage 'Es gibt eckige Kreise' unmöglich, also nicht möglich, da notwendig gilt, dass Kreise rund sind. Dies ist '[…] the role that modal questions seems to play in a host or other philosophical puzzles. One set of puzzle involves a family of concepts, including causation, laws of nature, objective changes, dispositions and powers and conditional statements.' David Lewis` Theorie des modalen Realismus ist hier jedoch nicht die einzige Theorie zu modalen Aussagen und möglichen Welten, wie dies auch weiterführend in Kapitel drei veranschaulicht wird. Es ist deshalb an dieser Stelle hilfreich sich die allgemeinen Grundlagen der traditionellen modalen Logik klar zu machen, um nachvollziehen zu können, wie David Lewis zu seiner Theorie gelangt und wo die allgemeinen Vorteile seiner Theorie bezüglich der Modalität liegen. Deshalb werden diese Grundlagen und Probleme der modalen Logik im Weiteren besprochen. II.1.), Die Traditionelle Modallogik: Traditionell werden modale Aussagen mit den sogenannten 'Schachteln und Diamanten' formuliert. Hierbei ist eine 'Schachtel ?' ein Satzoperator für den Ausdruck 'notwendig' und eine 'Diamant ?' ein Satzoperator für den Ausdruck 'möglich'. Somit wird zum Beispiel aus 'es könnte morgen die Sonne scheinen': '? es scheint morgen die Sonne'. Somit bedeutet '?p', dass es möglich ist, dass p, und '?p', dass es notwendig ist, dass p. Der Ausdruck '?p und nicht ?p' drückt dabei Kontingenz aus. Weiter ist zu beachten, dass sich Aussagen mit dem Möglichkeitsoperator in Aussagen mit dem Notwendigkeitsoperator übersetzen lassen und umgekehrt, weshalb zum Beispiel '? nicht p' äquivalent ist zu 'nicht ?p' und 'nicht ?p' zu '? nicht p'. Also ist z.B. 'Es ist möglich, dass H. kein Präsident ist' gleichbedeutend mit 'Es ist nicht notwendig, dass H. Präsident ist' und 'Es ist nicht möglich, dass H. ein Ei ist' ist gleichbedeutend mit 'Es ist notwendig, dass H. kein Ei ist'. Weiter gilt, dass '?p' äquivalent ist zu 'nicht ? nicht p' und '?p' zu 'nicht ? nicht p', wodurch sich der Möglichkeitsoperator durch den Notwendigkeitsoperator ausdrücken lässt und umgekehrt. Im Weiteren fehlt diesem Ansatz nun eine semantische Interpretation der gegebenen modalen Operatoren. Nach der Semantik von Saul A. Kripke konstruiert man z.B. hier einen Rahmen, der aus einer Menge von Welten besteht, und eine Relation zwischen den Welten definiert. Dies sind dann nach Kripke die 'Zugänglichkeits-' und 'Möglichkeits-' relationen. Die Welten werden nun dadurch mit Sinn gefüllt, indem jedem Prädikat in jeder Welt eine Extension zugeschrieben wird. Also bezeichnet nun Allgemein eine mögliche Welt ein Modell, wie die Wirklichkeit beschaffen sein könnte. Eine Möglichkeitsaussage ist demnach wahr, wenn sie mindestens in einer möglichen Welt wahr ist und eine Notwendigkeitsaussage ist wahr, wenn sie in allen möglichen Welten wahr ist. Ein flexibles Mittel um Quantifikationsbereiche auf andere Möglichkeiten zu verschieben, sind nun kontrafaktische Konditionale, die allgemein folgende Form besitzen: 'Wäre A, dann B' oder anders ausgedrückt: 'A?? B'. Zum Beispiel würde der Satz 'Hätte H. die Wahl gewonnen, dann wäre…' einem kontrafaktischen Konditional entsprechen. Allgemein lassen sich kontrafaktische Aussagen in der Philosophie wie folgt sehen: Laut der Modallogik kann man sich, ohne jegliche Restriktion, viele kontrafaktische mögliche Welten vorstellen. Hierbei heißen 'Aussagen, die man über jene Welten ausspricht und die gegen die Fakten auf unserer aktualen Welt sprechen […] 'kontrafaktische Aussagen' oder 'Kontrafaktuale'.' Kontrafaktische Aussagen in der Philosophie, sind Aussagen im Irrealis, also Aussagen die den Wahrheitswert wahrer oder falscher Aussagen umdrehen, wie z.B. die Aussagen 'Wenn J. Ratzinger nicht Papst geworden wäre, dann wäre ein anderer Papst geworden'. Mögliche Welten entsprechen so unseren alltäglichen Vorstellungen über Entscheidungen, Alternativen usw.. Dieses Modell kann nun als ein reines Gedankenspiel aufgefasst werden oder als existent. II.2.), David Lewis` Kritik an der traditionellen Modallogik: Für David Lewis ist jedoch 'the friend of boxes and diamonds […] in for a disappointment.' Warum dies so ist führt David Lewis in 'On the Plurality of Worlds' in einigen Beispielen aus, von denen hier nun einige kurz besprochen werden, um besser nachvollziehen zu können, wieso David Lewis` Theorie anders aufgebaut ist. David Lewis beginnt hier mit der Annahme, dass die angesprochenen modallogischen Formeln Quantoren über Welten darstellen, aus oben genannten semantischen Gründen. Dabei geht er als Beispiel von einer Person H. aus, die vielleicht die Wahl zum Präsidenten hätte gewinnen können, jedoch nicht gewonnen hat. Deshalb gilt die modale Form 'möglich x gewinnt', aber nicht die Form 'x gewinnt'. Nun schlägt David Lewis weiter vor einen Diamanten der Standard Modallogik als Quantor über mögliche Welten zu verwenden. Dies bedeutet dann, dass es eine Welt w gibt, in der für H. gilt 'x gewinnt'. Wie soll dies nun gehen, wenn H. nicht mal Teil von w ist? Man kann hier annehmen, dass H. nicht Teil der Welt w sein muss, um die modale Form dort zu erfüllen. Es könnte zum einen eine Welt geben in der er den Ausdruck irgendwie in Absentia erfüllt oder annehmen, dass das 'möglich' nicht nur eine Quantifikation über Welten ist, sondern auch über andere-Welten Individuen. Hierbei wird von Counterparts oder Ebenbildern ausgegangen, die den diese-Welten Individuen ähneln, sie jedoch nicht selbst verkörpern. Im zweiten Fall erfüllt also ein Counterpart von H. auf der Welt w 'x gewinnt' und so wird keine Erfüllung des Ausdruckes in Absentia mehr benötigt. Die beiden Varianten stehen hier in keiner Konkurrenz. Das gleiche gilt, wenn man sagt, dass H. den Ausdruck 'notwendig ist x ein Mensch' erfüllt, wenn er keinen nicht-menschlichen Counterpart in irgendeiner Welt hat, wenn man davon ausgeht, dass im Fall der Diamanten und Boxen gilt, dass dasjenige notwendig der Fall ist, was nicht möglicherweise nicht der Fall ist. Diese Beispiele funktionieren jedoch nur, weil sie richtig gewählt wurden. Ein bekanntes Problem für die Diamanten und Schachteln ergibt sich jedoch, wenn man annimmt, dass die Erfüllung H.`s in den modalen Formen etwas mit seiner Existenz zu tun hat. H. erfüllt 'notwendig existiert x' und scheitert daran 'möglich x existiert nicht' zu erfüllen, wenn er keinen Counterpart in irgendeiner Welt w hat, der nicht existiert. Es macht den Anschein, als würde H. 'notwendig x existiert' erfüllen und 'möglich x existiert nicht' nicht erfüllen. Dies ist aber falsch. Das Problem der Annahme der Diamanten und Boxen ist hier, diese mit den generellen Annahmen der modalen Formen in Übereinstimmung zu bekommen. Für David Lewis hat die alltägliche Sprache modale Ausdrucksweisen, die die Mittel der modalen Standardlogik überschreiten, und deshalb gilt für ihn: '[...] modality is not all diamonds and boxes.' Dabei führt er ein weiteres Beispiel an, das der numerischen Quantifikation. Es könnte hier drei verschiedene Wege geben, wie z.B. ein sprechender Affe spricht, dargestellt anhand von Affen, die sehr verschieden voneinander sind und alle sprechende Affen sind. Hier benötigt man Entitäten über die man quantifiziert. Der modale Vergleich zeigt an dieser Stelle, dass die traditionelle Modallogik überschritten wird. Will man z.B. ausdrücken, dass ein rotes Ding einem orangenen Ding ähnlicher sein kann, als ein rotes Ding einem blauen Ding sein kann, hat man eine Analyse mit farbigen Dingen über mögliche Welten. Dies kann nicht mit der Standard Modallogik ausgedrückt werden, weil die Formeln hier relativ zu einer Welt bewertet werden und dies keinen Raum für Vergleiche über Welten zulässt. Es gibt noch weitere Punkte, die von der Standard Modallogik eher schlecht gelöst werden, wie z.B. die Supervenience. 'We have supervenience when there could be no difference of one sort without differences of another sort.' Das Problem hier ist, dass Modalität gebraucht wird, aber nicht der modale Operator. Dies wird dann problematisch, wenn das 'könnte' als Diamant gelesen wird. Der reale Effekt von 'könnte' scheint hier ein unbegrenzter Quantor zu sein, der sich normalerweise an diese-Welt Dingen ausrichtet. Aber entlang aller Welten oder aller Dinge in allen Welten, gibt es keinen Unterschied zwischen einer Sorte ohne einen Unterschied der anderen Sorte (egal ob die Dinge die sich unterscheiden Teil der gleichen Welt sind oder nicht). Im Folgenden soll nun auf die eigene Theorie von David Lewis`, den modale Realismus und seine möglichen Welten-Theorie eingegangen werden. Um dessen Annahmen und Vorteile genauer zu analysieren, bevor diese mit den alternativen Theorien zu vergleichen ist.

Über den Autor

Anna-Vanadis Faix, B.A., wurde 1988 in Herrenberg geboren. Ihr Studium der Philosophie und der Volkswirtschaftslehre absolvierte sie an der Eberhard – Karls Universität Tübingen und der Universität von Padua. Ihr Studium schloss sie im Jahr 2012 mit dem akademischen Grad des Baccalaureus Artium ab. Seitdem studiert die Autorin Philosophie im Master an der Universität Tübingen. Das Interessengebiet der Autorin spezifizierte sich während ihrer bisherigen Studienzeit auf die Wissenschaftsphilosophie, insbesondere die Philosophie der Physik, und auf die Metaphysik. Dabei inspirierte sie vor allem die Verbindung dieser beiden Themen zu dem vorliegenden Buch.

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