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Geisteswissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 01.2017
AuflagenNr.: 1
Seiten: 24
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Eine Methode, die in der Mediation angewandt wird, ist die gewaltfreie Kommunikation (GfK). Der Fokus der vorliegenden Studie liegt auf der Anwendung der GfK im Kontext der japanischen Kultur. Es gibt wenig Literatur über die Methodenauswahl innerhalb einer Mediation unter Berücksichtigung der kulturellen Herkunft der Konfliktparteien. Das Interesse an dieser Thematik wurde geweckt, da die GfK mittlerweile eine weltweit verbreitete Methode ist. Das Problem ist, dass kulturelle Aspekte in dieser Methode nicht berücksichtigt werden. Es stellt sich somit die Frage, ob die Methode der GfK in Konflikten mit Vertretern aus der japanischen Kultur universal durchgeführt werden kann. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, vor welchen Herausforderungen die GfK hinsichtlich ihrer Durchführung mit japanischen Konfliktparteien steht.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.1, Gewaltfreie Kommunikation (GfK): Der amerikanische Entwickler der GfK, Marshall B. Rosenberg, sammelte bereits im Kindesalter eigene Erfahrungen mit Gewalt. Folglich stellte er sich zwei Fragen: Wie kommt es dazu, dass wir uns gewalttätig verhalten? Wieso verlieren einige Menschen dennoch nicht ihre einfühlsame Art? Die GfK stellt einen Weg dar, um mit sich selbst und mit anderen Personen auf eine mitfühlende Art im Einklang zu bleiben. Dabei spielt die Kommunikation eine bedeutende Rolle. Sowohl das Zuhören als auch das Sprechen und die damit verbundene Wortwahl ist relevant (Rosenberg, 2015). Die GfK ist nicht nur eine Methode, die in Konflikten Anwendung findet, sondern stellt eine Art der Kommunikation dar, die in das tägliche Leben integriert werden kann. Rosenberg (2015) teilt den Prozess der GfK in vier Komponenten ein: Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten. Diese vier Aspekte werden im weiteren Verlauf näher erläutert. Der erste Schritt der GfK bezieht sich darauf, Beobachtungen genau zu formulieren. Diese Beobachtungen beziehen sich darauf, was gehört, gesagt oder gefühlt wird. Hierbei ist es wichtig, dass die Beobachtungen nicht mit Bewertungen vermischt werden. Eine reine Beobachtung ist frei von Kritik, Vorwürfen, Vergleichen, Diagnosen und jeglicher Form von Beurteilungen. Eine Beobachtung, die mit einer Bewertung vermischt wird, kann auf Widerstand beim jeweiligen Gesprächspartner stoßen (Rosenberg, 2015). Der zweite Schritt besteht darin, die eigenen Gefühle in Bezug auf das, was beobachtet wurde, zu formulieren. Rosenberg (2015) führt aus, dass in diesem Schritt eine gewisse Schwierigkeit bestünde, da in der Gesellschaft Gefühle eher in den Hintergrund rücken und Daten und Fakten wichtiger erscheinen. Für viele Personen sei es schwierig, die eigenen Gefühle zu identifizieren und diese dann auszudrücken. Von daher sei es wichtig, Gefühle klar von Gedanken oder Interpretationen abzugrenzen. Im nächsten Schritt sollen die Bedürfnisse zum Ausdruck gebracht werden, die hinter den Gefühlen stehen. Bedürfnisse sind die Wurzeln der Gefühle. Es ist bedeutsam in der GfK, dass die jeweiligen Personen Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen. Das bedeutet, dass nicht andere Personen verantwortlicht gemacht werden können für die eigenen Gefühle. Bedürfnisse, die klar formuliert werden, können auch eher erfüllt werden. Es kommt jedoch vor, dass Bedürfnisse hinter Kritiken, Diagnosen und Interpretationen versteckt werden (Rosenberg, 2015). Im letzten Schritt wird eine Bitte an den Gesprächspartner gerichtet, welche konkrete Handlungen beinhaltet, um die Bedürfnisse zu befriedigen. Rosenberg (2015) betont, dass es bedeutsam sei, Bitten positiv zu formulieren. Weiterhin ist eine Bitte konkret zu formulieren und muss erfüllbar sein. Darüber hinaus kann der Gesprächspartner darüber entscheiden, ob er diese Bitte erfüllen möchte. Eine Bitte ist folglich von einer Forderung abzugrenzen.

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