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  • Altersgerechte Entwicklungschancen für Quartiere durch gemeinschaftliche Wohnformen: Hausgemeinschaft „Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost“

Gesellschaft / Kultur


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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 04.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 132
Abb.: 35
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Um ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben im vertrauten Quartier bis ins hohe Alter zu ermöglichen, sind in Abhängigkeit der Ausgangslage bauliche, soziale sowie infrastrukturelle Anpassungsmaßnahmen erforderlich. Zur Bewerkstelligung dieser Herausforderung erscheinen Quartierskonzepte hilfreich, welche bislang wenig aufgestellt bzw. umfassend umgesetzt wurden. Parallel zu diesen Entwicklungen gewinnen gemeinschaftliche Wohnformen an gesellschaftlicher Relevanz, da diese oftmals als Problemlösung für Folgeerscheinungen der demografischen Alterung gelten. Selbstbestimmung, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützungsleistungen sind Schlagworte, mit denen diese alternative Wohnform verbunden wird und welche gleichsam für eine altersgerechte Quartiersentwicklung als relevant erscheinen. Die Studie widmet sich der Frage, welche Rolle gemeinschaftliche Wohnformen bei einer altersgerechten Quartiersentwicklung spielen können bzw. inwiefern gemeinschaftliche Wohnformen als Instrument für eine altersgerechte Quartiersentwicklung eingesetzt werden können. Als Fallbeispiel dient die Hausgemeinschaft Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost .

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.4.1, Relevanz in der Gesellschaft und in der altersgerechten Quartiersentwicklung: Gemeinschaftliches Wohnen hat Konjunktur. So zählt Cramer (2007) auf, dass unzählige Veröffentlichungen zum Thema ‘besondere Wohnformen’ in der Tagespresse, in Fachzeitschriften oder in Apothekenblättern sowie in Film, Funk und Fernsehen vorhanden sind (Vgl. ebd.: 13 f.). Ferner betont Höpflinger (2008) die gewachsene gesellschaftliche Akzeptanz dieser Wohnform, welche auf positive Medienberichte zurückzuführen ist (Vgl. ebd.: 156). Demgegenüber steht diese Form des Wohnens nach Hahn (2003) und Gutmann (2010) in der aktuellen städtebaulichen und wohnungspolitischen Diskussion nicht besonders im Vordergrund (Vgl. ebd.: 11 9). Dies manifestiert sich sowohl in der Präsenz auf dem Wohnungsmarkt als auch im Rahmen von Forschungsberichten für eine altersgerechte Quartiersentwicklung. Diesbezüglich weist das KDA (2006) darauf hin, dass nur Schätzungen über den quantitativen Entwicklungsstand von gemeinschaftlichen Wohnformen vorliegen und von ca. 250 realisierten Projekten ausgegangen wird (Vgl. ebd.: 27). Weiterführend erwähnen Fedrowitz (2011), Stolarz und Kremer-Preiß (2010), dass schätzungsweise fünf Jahre später 500 Wohnprojekte deutschlandweit realisiert wurden (Vgl. ebd.: 1 6). Trotz Gründung von immer mehr gemeinschaftlichen Wohnformen stellt das private Wohnen auch im Alter die dominante Wohnform dar. Nur etwa 1% der über 65-Jährigen leben in gemeinschaftlichen Wohnformen (Vgl. BMVBS (2011): 27). Zudem wird oftmals im Rahmen von Handlungsleitlinien und Forschungsberichten Bezug auf diese Wohnform genommen, jedoch können diese nach Kreuzer (2006) nur als ergänzender Baustein der altersgerechten Quartiersentwicklung angesehen werden (Vgl. ebd.: 124). Hervorgehoben werden die Vorteile gemeinschaftlicher Wohnformen in den Handlungsfeldern ‘Wohnen’ sowie ‘Soziale Integration und Vernetzung’. Demnach erweisen sich gemeinschaftliche Wohnformen als förderlich für die Differenzierung des Wohnraumangebots im Quartier und schaffen durch die Gemeinschaftsbildung einen Nutzen für die Wohngruppe (Vgl. Weeber+Partner (2007): 58 f. Kremer-Preiß, Stolarz (2003): 71 BBSR (2011): 57). Weitere, über den individuellen Nutzen der Wohngruppe hinausgehende, Vorteile für bspw. das Gemeinwohl des Quartiers finden sich nur in Ansätzen. So wird durch die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen oder Kiezläden eine mögliche Öffnung zum Quartier betont (Vgl. Kremer-Preiß, Stolarz (2003): 79). Zudem weist das BBSR (2011) im Rahmen des ‘IFAS Endbericht’ darauf hin, dass gemeinschaftliche Wohnformen hauptsächlich eine bauliche Quartiersaufwertung bewirken können (Vgl. ebd.: 57). Ferner betont Göschel (2012), dass die Hoffnung, Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens als Instrumente der Stadtentwicklung einzusetzen zu können, ungewiss ist (Vgl. ebd.: 5). 2.4.2, Definition der Forschungslücke: Wie bereits in Kapitel 2.4.1 dargestellt, reduziert sich die Relevanz gemeinschaftlicher Wohnformen bei einer altersgerechten Quartiersentwicklung auf die Handlungsfelder ‘Wohnen’ sowie ‘Soziale Integration und Vernetzung’. Die Potenziale gemeinschaftlicher Wohnformen Vordergründig auf die Vorteile für die Nutzer/innen der Wohngruppe zu begrenzen scheint zu kurz zu greifen, da Fedrowitz und Gailing (2003) in ihrer Forschungsarbeit ‘Zusammen wohnen. Gemeinschaftliche Wohnprojekte als Strategie sozialer und ökologischer Stadtentwicklung’ aufzeigen, dass gemeinschaftliche Wohnprojekte vielfältige Potenziale für eine soziale und ökologische Stadtentwicklung aufweisen können (Vgl. ebd.: 130). Demnach stellt sich, wie bereits in Kapitel 1.1 formuliert, die Frage, welche Rolle eine gemeinschaftliche Wohnform bei einer altersgerechten Quartiersentwicklung einnehmen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen liegen nicht vor. Gleichsam bieten Projektberichte keine tiefgehenden Erkenntnisse zu dieser Thematik. Diesem Forschungsdefizit soll im Rahmen dieser Studie mit Hilfe einer empirischen Untersuchung begegnet werden.

Über den Autor

Dipl.-Ing. Cathrin Trümper studierte Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Berlin. Bereits während des Studiums setzte sie sich intensiv mit den Ursachen und Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Stadtplanung auseinander.

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