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Gesellschaft / Kultur


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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 01.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 148
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Bewegte Schule – nur ein Primarstufenkonzept? Tatsächlich findet die Implementierung von körperlicher Aktivität in den Unterrichtsfächern und im Schulalltag oft an Grundschulen statt, denn jüngere Kinder eignen sich Wissen bevorzugt über eine handelnde Ebene an. Handlungsorientierung und den Drang sich zu bewegen legen Grundschüler gewiss nicht im Übergang zur weiterführenden Schule ab, doch am Gymnasium herrscht vornehmlich eine ausgeprägte Sitz- und Zuhörkultur – ist dies in Zeiten von sich verschlechternden Gesundheitszuständen und zunehmenden Konzentrationsschwierigkeiten noch zeitgemäß? Dieses Werk befasst sich mit der Umsetzbarkeit der Bewegten Schule in der Sekundarstufe I des Gymnasiums. Dazu werden zunächst theoretische Annahmen zum Thema, bestehend aus Begründungsmustern und Merkmalen des Konzepts, zusammengetragen. Nachfolgend wird herausgestellt, welche Chancen und Grenzen von eben jenen Menschen gesehen werden, welche über die Differenz zwischen Erziehungswissenschaft und Erziehungswirklichkeit an Schulen entscheiden: den Lehrern. Die Studie zeigt, dass diverse Aspekte dafür sprechen, dem Thema auch am Gymnasium mehr Bedeutung zuzumessen.

Leseprobe

Kapitel 4.2, EMPFINDUNG DER BEWEGUNG IM KLASSENRAUM: ‚Bewegung wird als Störung betrachtet’ (Klupsch-Sahlmann, 1995, S. 14): Die zweite Frage des Leitfadens zielt auf solche Aussagen ab, welche die subjektiv empfundene Akzeptanz oder Ablehnung gegenüber Bewegung im Unterricht beschreiben. Welche Bewegung durch Schüler wirkt auf die Lehrkräfte störend und wann ist ‚motorische Unruhe’ vertretbar? 4.2.1, Störende Bewegung: Die Lehrpersonen differenzieren bei Störungen zwischen solchen, welche sie selbst betreffen und solchen, welche störend für die Klasse sind. Sechsmal wird erwähnt, dass motorische Unruhe eine Störung für die Lehrperson selbst bedeuten kann (IPGoe2+3, IPJoh1, 3, 4+5), IPJoh5 stellt dabei klar, dass sie generell Bewegungslosigkeit, Ruhe und Aufmerksamkeit verlange. IPJoh1 erläutert, dass sie im Referendariat negative Erfahrungen mit einem ADHS-Schüler gemacht habe, welcher zu fortgeschrittener Unterrichtszeit nicht nur sie selbst als Lehrkraft, sondern auch die Klassenkameraden gestört habe. Insgesamt beziehen sich Aussagen von ebenfalls sechs Interviewpartnern auf Beeinträchtigungen für die Klasse (IPGoe1, 3+5, IPJoh1-3), sei es durch Aufstehen, Unruhe durch die Benutzung von Utensilien und damit einhergehend einem erhöhten Geräuschpegel oder das Kippeln mit dem Stuhl. Letzteres wird von fünf Lehrern als eine potentielle Störung dargestellt (IPGoe1-3, IPJoh2+4), wobei IPGoe1, IPGoe2 und IPJoh4 den Sicherheitsaspekt ansprechen. IPGoe3 bringt erneut an, dass motorische Unruhe ‚ein Signal dafür sein [kann], dass ich was ändern muss, dass ich eventuell nicht so viel reden sollte oder frontal unterrichten sollte und die Arbeitsform wechseln muss’. 4.2.2, Akzeptable Bewegung: Den Antworten von sechs Lehrkräften ist zu entnehmen, dass es einen großen Unterschied macht, ob motorische Unruhe unmotiviert oder durch den Unterricht bedingt entsteht. So sei Bewegung in bestimmten Phasen durchaus gewünscht und an das jeweilige Vorgehen im Unterricht gebunden (IPGoe1-3, IPJoh2, 3+5), beispielsweise durch bestimmte Gruppenzusammensetzungen (IPGoe1+2, IPJoh2+3), beim Experimentieren im Chemieunterricht (IPGoe2) oder bei angeleiteten Spielen (IPJoh5). Die positive Folge könne sein, dass der Unterricht aufgelockert werde ‘und die Schüler (…) danach auch konzentrierter bei der Arbeit’ sind (IPGoe1). Das in 4.2.1. angesprochene Stuhlkippeln wird von zwei Lehrpersonen nicht als störend empfunden (IPGoe5, IPJoh1), die Sportlehrer IPGoe1 und IPJoh2 relativieren ihre negativen Kommentare in Betracht des sportlichen Werts. IPGoe5 stört leichte motorische Unruhe durch Materialnutzung am Platz generell nicht, IPJoh4 erläutert, dass bei einer Nichtthematisierung die Störung von alleine nachlasse. IPJoh5 gibt an, dass sie die Schüler nicht alle gleich behandeln könne, da beispielsweise bei einer ADHS-Störung nicht dasselbe Maß an Ruhe zu erwarten sei.

Über den Autor

Claus Bröckelmann wurde 1986 in Soest geboren. Sein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch und Sport schloss der Autor im Jahre 2012 mit dem Ersten Staatsexamen erfolgreich ab. Nach mehrmaliger Behandlung des Gesamtthemas Bewegter Schule und einzelner Facetten dessen in diversen Seminaren sowie als Prüfungsthema in der mündlichen Examensprüfung im Fach Sport wuchs das Interesse an der Thematik. Schlussendlich motiviert, sich dieser tiefergehend zu widmen, wurde der Autor durch die gesammelten Erfahrungen im Fachpraktikum Englisch, in welchem nicht nur die Schüler des Gymnasiums positiv auf bestimmte Bewegungshandlungen im Unterricht reagierten, sondern auch die Lehrer Interesse zeigten - jedoch zugeben mussten, dass ihnen noch nötige Erfahrungen und Kenntnisse fehlten.

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