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Management


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2019
AuflagenNr.: 1
Seiten: 104
Abb.: 21
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie. Dieser Ausspruch von Kurt Lewin (1951) wirkt im Hinblick auf Coaching, das mittlerweile zu einem prominenten Management-Tool avanciert ist, überaus aktuell. In diesem Kontext soll die vorliegende Studie einen Beitrag zur theoretischen Fundierung von Coaching-Prozessen leisten. Sie befasst sich mit der Wirkungsweise von Coaching unter der Berücksichtigung des Facilitation-Coachingverhaltens und des regulatorischen Fokus der das Coaching nutzenden Person, bei Problemlösungsaufgaben im Hinblick auf Zielsetzung und Leistung. Insbesondere wird die Rolle der Zielsetzung, also der Produktion von Diskrepanz zwischen Ist und Soll, untersucht. Die Regulatorische-Fokus-Theorie (Higgins, 1997) hat mittlerweile eine starke Präsenz in der Psychologie (Haws, 2010), insbesondere in der Arbeits- und Organisationspsychologie, und hier vor allem im Bereich Marketing und Personalentwicklung. Ziel dieser Untersuchung ist die Gewinnung neuer Einsichten im Hinblick auf die Wirkfaktoren des Coachings und deren Zusammenspiel oder Vermittlerrolle.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.4: Experimentelle Aufgabe: Zur Bearbeitung eines Alltagsproblems haben die Versuchsteilnehmenden Ishikawa-Diagramme ausgefüllt. Dabei handelt es sich um Problemlösungs-Werkzeuge, entwickelt 1943 von Ishikawa Kaoru, zur Anwendung in der Qualitätssicherung. Diese erlauben eine systematische Erhebung von Problemursachen, sortiert nach Haupt- und Nebenursachen. Die Aufgaben wurden von der Autorin für diese Untersuchung entwickelt und die Schwierigkeit sowie Brauchbarkeit in einer Vorstudie überprüft. Deckeneffekte bei der Leistungserhebung im Hinblick auf die Problemlösungsaufgaben wurden im Rahmen der Vorstudie nicht identifiziert. Verzerrenden Einflüssen auf die Leistung durch Vorerfahrungen mit dem Aufgabentyp durch vorhergehende Studien wurden durch eine Kontrollfrage nach der Vertrautheit mit dem Format Ishikawa-Diagramm und den Aufgaben begegnet. Folgende Kriterien galten für die Problemlösungsaufgaben: Die Problematik war kurz beschrieben und einfach zu verstehen. Es gab sechs unterschiedliche mit Themen, die lediglich Alltagwissen erfordern. Die Auswertung war einfach und dadurch recht objektiv. Um die notwendige Bearbeitungszeit (5 Minuten) kurz zu halten, bezogen sich die zu behandelnden Themen auf mögliche Alltagsprobleme, deren Auftretenswahrscheinlichkeit bei einem selbst oder bei Bekannten und Verwandten relativ hoch ist, sodass sie grundsätzlich den meisten Menschen schon einmal passiert oder bekannt geworden sein dürften und ihre möglichen Ursachen aus Erfahrungswissen eruiert werden können. Es bedurfte also keines Spezialwissens und keiner langen Überlegens Zeit. Ausgeschlossen wurden politische, religiöse u. ä. Themen, die Auslöser für eine hohe emotionale Aufladung und/oder Reaktion sein könnten sowie Wissensthemen, selbst wenn sie Allgemeinwissen betrafen, die Berührungsängste hervorrufen könnten und mehr über das Wissen der Versuchsperson über dieses Thema aussagen würden als über ihre Fähigkeit, inhaltlich mit hoher Qualität ein Ishikawa-Diagramm zu erstellen. So sollten methodenbedingte Reaktivität, also die Beeinflussung und mögliche Verzerrung der Leistungsergebnisse durch das Aufgabenthema verhindert werden. Die Aufgabenblätter mit den Ishikawa-Diagrammen mit sechs unterschiedlichen Aufgaben (Anhang 4) wurden randomisiert in die Testhefte eingefügt. Dabei wurde berücksichtigt, dass in jedes der Testhefte vier unterschiedliche Aufgaben eingepflegt wurden. Es handelte sich um folgende Alltagsprobleme: zu spät zum Meeting (SM), keine Lerndisziplin (KL), schon Mitte des Monats pleite (PL), unzufrieden mit dem Studium (US), 5 Kilogramm zugenommen (KG), Klausur nicht bestanden (NB). Variabilität war somit gegeben. Die Art des Aufbaus des Ishikawa-Diagramms als auch die Vorgabe der Einteilung in Haupt- und Nebenursachen sorgten für die weitest gehende Standardisierung und damit einhergehende Durchführungsobjektivität. Da die Kriterien zur Bewertung nicht kommuniziert wurden, konnten die Versuchsteilnehmenden ihre eigene Leistung nach Erfüllung der Aufgabe nicht einschätzen. Feedback zur vorhergehenden Aufgabe war somit ausgeschlossen. 3.5 Stimuli: 3.5.1 Priming-Aufgabe: Zur Induktion eines situativen Promotion- oder Prävention-Fokus erhielten die Versuchsteilnehmenden jeweils eine Aufgabe nach Friedman & Förster (2001). Die Autoren berichten, dass sie den situativen regulatorischen Fokus durch ein Priming induzieren konnten. Beim Priming werden durch Reize, die einer bestimmten Kategorie angehören, ein dazu passendes Mindset, also eine gewünschte Geisteshaltung, Denkweise oder Einstellung aktiviert, die in einer nachfolgenden Aufgaben- oder Fragestellung das Handeln und Verhalten in Bezug auf ein bestimmtes zu untersuchendes Konstrukt beeinflussen sollen. Die Versuchsteilnehmenden fanden im Testheft jeweils eine von zwei Zeichnungen vor, auf denen ein Labyrinth dargestellt war. Im Falle des zu induzierenden Promotion-Fokus war es die Aufgabe, die Maus durch das Labyrinth zum Käsestück zu führen. Die Aufgabe der Personen, bei denen der Prävention-Fokus aktiviert werden sollte, lag darin, die Maus vor der Eule in Sicherheit zu bringen. Die Abbildungen von Maus und Eule wurden modernisiert. Das Labyrinth wurde genau übernommen. Für beide Aufgaben wurden von der Autorin neue Texte entwickelt, deren Länge-, Wort- und Satzanzahl sowie Formulierungen standardisiert wurden. Lediglich die Richtung der Bedeutung war im Sinne des Primings auf Promotion, Gewinne den Käse‘, siegreiche Maus‘ (Anhang 5) oder Prävention, Verhindere das Unglück‘, die bedauernswerte Maus‘ gegenläufig (Anhang 6). 3.5.2 Audio-Coaching: Für die Manipulation der Versuchsgruppen wurden anhand der Kriterien des gewählten Faciliation-Coachingverhaltens (Tabelle 2.1) Texte für Audio-Coachings – jeweils für die Durchgänge t1, t2 und t3 – entwickelt (Anhang 7). Die Kontrollgruppen durchliefen kein Coaching, sondern hörten Texte, die als Lernmodule zum Ishikawa-Diagramm allgemein konzipiert waren und kein Coachingverhalten enthielten (Anhang 8). Die Vergleichbarkeit der Audio-Coachings wurde inhaltlich durch Standardisierung der Reihenfolge, der Beispiele und der Informationsdichte, durch Nutzung von Textbausteinen sowie formal durch die Sprache, die Struktur, die Länge und die Anzahl der Worte erreicht. Die Erarbeitung folgte einem Generierungsschema. Begrüßung und Hauptaussage waren immer gleich. Dann folgte die Einführung eines weiteren Kriteriums aus der Taxonomie des Facilitation-Coachingverhaltens als Aufforderung (z. B. alternative Lösungen ausprobieren, gewohnte Denkmuster durchbrechen, eine offene Haltung gegenüber neuen Ideen pflegen) und wurde jeweils durch ein Beispiel ergänzt. Jedes Audio-Coaching endete mit einer kurzen Zusammenfassung und Bekräftigung. Die Dauer war jeweils drei Minuten. Zum Einstieg beim ersten Durchgang t0 hörten die Versuchsteilnehmenden einen passend zu den Audio-Coachings standardisierten Text mit Einführungscharakter ohne manipulativen Inhalt (Anhang 9). Aus Gründen der Authentizität zur Übereinstimmung von unmittelbarem Schein und eigentlichem Sein wurden die Texte von der Autorin als professionellen Business-Coach eingesprochen.

Über den Autor

Die Autorin Angelika T. H. Salmen ist Diplom-Psychologin und Coaching-Pionierin und seit 1990 auf dem Gebiet der Arbeits-, Organisations- und Marktpsychologie im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung als Trainerin, Coachin und Senior Consultant für mittelständische Unternehmen und Konzerne tätig. Da die internationale Forschung zur Wirksamkeit von Coaching in der Praxis im Rückstand ist und es kaum Prozessforschungen zur Frage nach den Voraussetzungen und Wirkfaktoren vorliegt, führte die Autorin die vorliegende experimentelle Studie durch, mit dem Ziel, einen Beitrag in Bezug auf mögliche Wirkfaktoren zu leisten.

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