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Nachhaltigkeit


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 100
Abb.: 17
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Lange Zeit galt Ökologie als limitierender Faktor für die Wirtschaft. Durch nachhaltige IT-Lösungen - unter dem in den letzten Jahren aufgekommenen Begriff Green IT zusammengefasst - wird Ökologie zunehmend ökonomisch. Green IT bezeichnet sowohl energieeffiziente IT-Hardware und -Infrastruktur als auch nachhaltige Lösungen, die mit IT-Unterstützung in Bereichen außerhalb der IT realisiert werden. Immer mehr Unternehmen entwickeln Strategien, um Green IT im eigenen Unternehmen zu etablieren. Das Potenzial grüner Informationstechnologie haben bisher überwiegend große Unternehmen erkannt. Green IT funktioniert jedoch nahezu unabhängig von der Unternehmensgröße, sodass eine Übertragung auf den in Deutschland traditionell starken Mittelstand naheliegend ist.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.2.1, Green Information: Durch sich verschärfende Wettbewerbsbedingungen gilt Information heute als ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, der, vor allem durch gezielte Ausnutzung von Informationsasymmetrien, zu Wettbewerbsvorteilen führen kann [PICO92, S. 32-40]. Auch in der Green IT spielen Informationen eine wichtige Rolle, weshalb sich die Bezeichnung Green Information etabliert hat. Während Privatpersonen sich durch Gütesiegel wie den Energy Star über die Energieeffizienz von Komponenten informieren können und auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes [BMDJ04] Zugriff auf die öffentlichen Umweltdaten haben, werden umweltrelevante Daten in einem Betrieb durch ein Betriebliches Umweltinformationssystem (BUIS) verwaltet. Betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS): Für eine ganzheitlich umgesetzte Green-IT-Strategie in einem Unternehmen sind umweltrelevante Informationen unerlässlich. Zur Erfassung der betrieblichen Umweltauswirkungen sowie zur Planung und Steuerung geeigneter Gegenmaßnahmen werden Betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS) eingesetzt [RAUT99, S. 11]. Die Anforderung, ökonomische und ökologische Aspekte zu harmonisieren, macht eine enge Verzahnung mit bereits vorhandenen ERP-Systemen notwendig, was darüber hinaus den Vorteil birgt, dass viele der benötigten Daten bereits im ERP-System vorhanden sind [RAUT99, S. 11]. Deshalb ist auch von einer isolierten Insellösung als BUIS abzuraten, sondern vielmehr auf Lösungen zurückzugreifen, die in das bestehende ERP-System integrierbar sind oder den Datenaustausch mit diesem über eine standardisierte Schnittstelle, wie etwa PAS 1025 [MEYE11, S. 278], abwickeln. SAP, der Marktführer in Deutschland für ERP-Software, bietet für seine Softwarelösungen sowohl eine dem PAS 1025-Standard entsprechende Schnittstelle als auch eine integrierte Lösung namens EHS-Management [SAPA13]. Neben ökologischen Verbesserungen können solche Systeme durch die von ihnen bereitgestellten Informationen zu Planungsinstrumenten ausgeweitet werden, die auch aus wirtschaftlicher Sicht hinsichtlich des Energie- und Materialverbrauchs lohnend sind [HAAS99, S. 1f.]. Darüber hinaus dienen sie der Kontrolle der Einhaltung von Umweltrichtlinien wie RoHS und WEEE [HAAS99, S. 4]. Trotz dieser Potenziale sind BUIS noch wenig verbreitet [PERL06, S. 3]. Gründe hierfür sind zum einen die fehlende Unterstützung durch die Geschäftsleitung [ARND99, S. 7] und fehlendes Querschnittswissen [ARND99, S. 7] als auch eine Kostenrechnung, die nicht in der Lage ist, die monetären Vorteile eines BUIS offenzulegen [ARND99, S. 8]. Weiterhin gibt es Probleme mit der Datenqualität, da unterschiedlichste Daten wie Verbrauchskoeffizienten, Emissionsobergrenzen und Materialstammdaten [HAAS99, S. 4] extrahiert, aktualisiert, harmonisiert und verarbeitet werden müssen. Dass Green Information nicht nur für Unternehmen interessant ist, sondern auch in Privathaushalten großes Potenzial liegt, lässt allein die hohe Zahl von 41,3 Millionen Haushalten in Deutschland [STAT13a] vermuten. Durch die große Anzahl würden bereits kleine Einsparungen pro Haushalt große gesamtökologische Folgen haben. Eine Möglichkeit, durch Green Information in Privathaushalten, aber natürlich auch in Unternehmen, für Einsparungen zu sorgen, sind intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Smart Meter: Ein Smart Meter ist laut dem Energiewirtschaftsgesetz ein Messsystem, das in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist und ‘den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegelt’ [BMDJ05a, S. 53]. Konzepte, die durch die dadurch erreichte Transparenz zu Einsparungen führen, bezeichnet man als Smart Metering [BORD12, S. 115]. Der Einbau solcher intelligenter Zähler ist in Deutschland für Neubauten, Vollsanierungen und Verbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden mittlerweile verpflichtend [BMDJ05a, S. 52], eine flächendeckende Umstellung scheiterte bisher jedoch an zu hohen Kosten [BORD12, S. 61]. Dabei bietet die von Smart Metern bereitgestellte Green Information sowohl den Kunden als auch den Stromkonzernen Vorteile. Für den Kunden sind die Stromkosten besser kalkulierbar und der Verbrauch würde bewusster erfolgen [BMWT13]. Darüber hinaus führt Preistransparenz zu mehr Wettbewerb im Energiebereich [BMWT13]. Für die Stromkonzerne bietet sich durch flexible Preisgestaltung die Möglichkeit, Anreize zu schaffen, die Verbrauchspitzen verringern und so den Stromverbrauch und die Stromerzeugung harmonisieren [BMWT13]. In Testhaushalten ist der Stromverbrauch mithilfe digitaler Stromzähler um 5 – 40 % gesunken [BITK08, S. 1], wobei anzumerken ist, dass die hohen Einsparungen hier überwiegend durch Einzelmaßnahmen, wie den Austausch von Altgeräten mit hohem Stromverbrauch zustande kamen [BORD12, S. 61]. Zusätzlich ist ein Rebound-Effekt möglich, da Smart Meter im Gegensatz zu analogen Stromzählern einen Eigenverbrauch an Strom haben [BORD12, S. 59], was aber durch daraus folgende Einsparungen kompensiert werden sollte. So entfallen beispielsweise die CO2-Emissionen, die durch das Anfahren der Kunden zum Ablesen der Zähler entstanden, da Smart Meter durch ihre Anbindung an das Kommunikationsnetz eine automatische Zählerablesung ermöglichen. Das Thema Datenschutz, das in Deutschland immer eine große Rolle spielt und durch die große anfallende Datenmenge, die Einbindung in das Kommunikationsnetz sowie die Möglichkeit der Fernsteuerung auch bei Smart Metern relevant ist, wird durch das Energiewirtschaftsgesetz dahingehend geregelt, dass Smart Meter entsprechend einem Schutzprofil zertifiziert werden müssen [BMDJ05a, S. 53]. Die Masse der durch digitale Stromzähler anfallenden Daten stellt die Energieversorger dabei vor eine weitere Herausforderung. Wurden Verbrauchsdaten der Kunden bisher einmal jährlich erhoben, ergeben sich nun bei einem Abfrageintervall von 15 Minuten 35.000 Verbrauchsdaten pro Smart Meter und Jahr [HACK11]. Da zukünftig eher kürzere Intervalle zu erwarten sind – moderne Smart Meter liefern alle ein bis zwei Sekunden Werte [ZOER13, S. 3] – müssen die Energiedienstleister ihre IT-Systeme entsprechend anpassen, um weiterhin handlungsfähig zu bleiben. Die generierten Daten bieten jedoch auch die Möglichkeit, die Energieverbrauchssteuerung durch eine Big-Data-Analyse intelligenter zu gestalten. Der Begriff Big Data tauchte in den letzten Jahren vermehrt auf und beschreibt große Datenmengen, die mit traditionellen Datenbank-Tools nicht mehr zu analysieren sind und für die neue Analysemethoden gefunden werden müssen [OHLH13, S. 1]. Zur Auswertung der Daten aus Stromzählern wird überwiegend der Algorithmus MapReduce genutzt, der auch bei Suchmaschinen Verwendung findet [ZOER13, S. 2]. Dadurch erhöht sich die Prognosequalität des Stromverbrauchs, was direkten Einfluss auf den Strompreis hat und kurzfristige Schwankungen kompensieren kann [ZOER13, S. 3]. Aber auch für Großkunden kann es interessant sein, die individuellen Lastprofile zu kennen und so eventuell Verbesserungspotenzial am eigenen Stromverbrauch zu finden. Das größte Potenzial durch Smart Meter entsteht jedoch, wenn sie als Enabler für andere Bereiche der Green IT fungieren. So sind digitale Stromzähler die Voraussetzung für Smart Homes, in denen beispielsweise die Waschmaschine vollautomatisch aktiviert oder der Akku des Elektroautos geladen wird, wenn der Strom am günstigsten ist [BITK08, S. 1]. Es wird davon ausgegangen, dass durch Hausautomatisierungstechniken, zu denen dann auch Smart Buildings zählen, bis zu 30 % Energie eingespart werden kann [BORD12, S. 57]. Als Enabler für intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, beeinflussen Smart Meter nicht nur Green Information, sondern auch Green Networks.

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