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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 04.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 46
Abb.: 6
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die menschliche Sprache ist ein äußerst komplexes und faszinierendes Phänomen zugleich. Sprachwissenschaftler sind immer wieder über die Genialität und Komplexität der Vorgänge, die bei der Produktion von Sprache ablaufen, erstaunt. Einblicke darüber, wie Sprachproduktion funktionieren könnte, verschaffen ihnen dabei vor allem die VERSPRECHER. Trotz der Tatsache, dass Versprecher inzwischen ein anerkanntes Forschungsgebiet der Sprachwissenschaft darstellen, werden sie in der Didaktik und damit ebenfalls im Deutschunterricht kaum thematisiert. Die Ursachen dafür reichen von einem nicht erkannten Potential dieser Thematik über ein fehlendes Materialangebot bis hin zum Zeitmangel. Der Autor dieser Arbeit vertritt jedoch die Meinung, dass Versprecher für den Einsatz im Unterricht geeignet sind. Das Thema bietet die Möglichkeit, das Sprachbewusstsein der Schüler zu fördern, indem es ihnen z.B. Einsichten in den menschlichen Sprachplanungsprozess gewährt. Die didaktische Auseinandersetzung mit Versprechern wird den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Nach Auseinandersetzung mit dem theoretischen Teil der Thematik, folgt eine didaktische Analyse des Themenkomplexes. Neben einer Untersuchung der aktuellen Situation von Versprechern im Deutschunterricht, soll das didaktische Potenzial des Gegenstandes herausgearbeitet sowie Hilfen zu Einsatzmöglichkeiten von Versprechern im Unterricht gegeben werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.3.2, Gedanken, Gefühle, Emotionen: Wodurch werden Versprecher beeinflusst?: Im Rahmen dieses Teilaspekts reflektieren die Schüler Sprache in Bezug auf Faktoren, die Sprechvorgänge im Allgemeinen beeinflussen und das Auftreten von Versprechern begünstigen. Dadurch wird die Fähigkeit der Schüler, das eigene Sprechen bewusster wahrzunehmen, geschult. Außerdem könnten ihnen in diesem Zusammenhang Kenntnisse zur Freud’schen Versprechertheorie vermittelt werden, die sie mit der ihnen bereits bekannten linguistischen Herangehensweise vergleichend betrachten. Die Schüler sollten dabei erkennen, dass Versprecher im Grunde nicht auf geheime Gedanken, wie Freud es annahm, zurückgeführt werden können. Zudem sollten sie befähigt werden, neben den linguistischen Ursachen von Versprechern weitere Faktoren und Situationen benennen zu können, die Einfluss auf die Sprechvorgänge nehmen (siehe S. 15). Da die bereits vorgestellten Materialien zu Freud’schen Versprechern schülergerecht für den Einsatz im Unterricht konzipiert sind, halte ich es nicht für notwendig, an dieser Stelle dazu weitere Anregungen zu geben. Wichtiger erscheint mir dagegen, auf die Stellung der Emotionen und Gefühle im Zusammenhang mit Sprache einzugehen. Ausgehend von der Versprechersammlung, die die Schüler als Hausaufgabe anfertigen sollten, könnte ein Bezug zu den Erfahrungen der Schüler hergestellt werden. Unter der Fragestellung, wann sich besonders oft versprochen wurde bzw. unter welchen Umständen die Schüler sich besonders häufig versprechen, sollten in einem Brainstorming ihnen bekannte Faktoren und Gründe gesammelt werden. Anschließend könnte eine Diskussion darüber folgen, ob man gegen Versprecher etwas unternehmen kann. Dabei sollte den Schülern bewusst werden, dass Versprecher menschlich sind und jedem passieren können. 3.3.3, Versprecher, Sprachspiel, Fehler: Im Fokus dieser Einheit stehen Versprecher im Kontrast zu Sprachspielen und sprachlichen Fehlern. Die Schüler sollen erkennen, dass es sich bei jedem dieser Phänomene um sprachliche Normabweichungen zur Standardsprache handelt (siehe S. 6), die sich aber dennoch durch spezifische Charakteristika voneinander abgrenzen lassen. Dabei schulen die Schüler sich im Ermitteln von kennzeichnenden Merkmalen bestimmter Phänomene und vertiefen ihre Fähigkeit, einen Gegenstand in seinen Kernaussagen zu beschreiben. Da der thematische Schwerpunkt der Unterrichtseinheit auf Versprechern liegt, sollten die Schüler sich zu Beginn mit diesem Begriff auseinandersetzen. Zur ersten Reflexion des Begriffs, könnte das Gedicht ‘Der Versprecher’ des Hobbydichters FIFI FICK alias ROLF-FRIEDRICH FINCK, in dem er gekonnt mit den beiden Bedeutungen des Wortes versprechen spielt, herangezogen werden (siehe Anhang, vi). Nachdem die Schüler die beiden unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs versprechen herausgearbeitet haben, sollten sie anschließend eine Definition für dieses Wort im Sinne von ‘aus Versehen etwas Falsches sagen’, entwerfen. Im Anschluss daran gilt es, Sprachspiele und sprachliche Fehler von Versprechern abzugrenzen, indem ebenfalls charakteristische Eigenschaften identifiziert werden. Als Variante könnte ein Teil der Klasse sich mit Sprachspielen beschäftigen, während der andere Teil die sprachlichen Fehler bearbeitet. Zur Bestimmung kennzeichnender Eigenschaften von Sprachspielen könnte z.B. ausschnittsweise das Werk ‘Der Fönig’ von WALTER MOERS genutzt werden (siehe Anhang, S. vi). In diesem Werk bedient sich Moers Sprachspielereien, indem er z.B. die Buchstaben f und k miteinander vertauscht, um eine witzige Wirkung zu erzielen. Mittels der Aufgaben auf dem Arbeitsblatt II: ‘Versprecher, Sprachspiel, Fehler’ (siehe Anhang, S. vii) sollen die Schüler erkennen, dass Moers diese Normabweichung bewusst für belustigende Zwecke einsetzt. Diese Erkenntnis sollten die Schüler anschließend auf eine Definition für Sprachspiele transferieren. Um sprachliche Fehler von Versprechern abzugrenzen, könnte erneut der Raab-Clip zum Einsatz kommen, in welchem ein Fehler des Sportjournalisten GERHARD DELLING als Versprecher bezeichnet wird. Dieser verwendete nämlich das englische Wort embarrassing (deutsch: beschämend, peinlich), um die Leistung eines Sportlers zu würdigen. Unter der Fragestellung, ob es sich in diesem Fall tatsächlich um einen Versprecher handelt bzw. welche Bedingungen erfüllt sein müssten, um von einem Versprecher reden zu können, kann mit den Schülern der Unterschied zwischen einem sprachlichen Fehler und einem Versprecher herausgearbeitet werden.

Über den Autor

Jana Mormer wurde 1984 in Teterow geboren. Im Jahre 2006 trat sie ein Lehramtsstudium an der Universität Potsdam mit der Fächerkombination Deutsch/Englisch für Gymnasium an. Das Bachelorstudium schloss sie im Jahre 2008 erfolgreich ab. Durch das Belegen sprachwissenschaftlicher Kurse an der Universität sowie verschiedene Praktika an Schulen, entwickelte die Autorin ein besonderes Interesse für den Bereich der Sprachdidaktik. Aus diesem Grund widmete sie sich in ihrer Bachelorarbeit dem Thema Versprecher als Unterrichtsgegenstand.

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