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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2011
AuflagenNr.: 2
Seiten: 164
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Das vorliegende Buch ist das Endprodukt einer Forschungsarbeit zum Phänomen der YU-Nostalgie in Slowenien. Der Leitfrage folgend Was wird erinnert und warum wird gerade dies erinnert? geht Josefina Bajer vom kulturwissenschaftlichen Forschungsstand zum Thema Nostalgie aus. Sie untersucht das Phänomen der YU-Nostalgie im nördlichsten Land des ehemaligen Jugoslawien unter Berücksichtigung des Transformationsprozesses mit Hilfe von empirischen Daten. Die verschiedenen Erscheinungsformen der YU-Nostalgie werden im historischen Zusammenhang ihrer Entstehung und vor allem im Kontext der slowenischen Identitäts(re)konstruktion während des Zerfall Jugoslawiens und des Nationalstaatsaufbau betrachtet. Die Autorin vervollständigt die gewonnenen Erkenntnisse durch Materialien einer Feldforschung in Ljubljana durch Experteninterviews mit Mitja Velikonja, Ulf Brunnbauer und Katarina Popovic sowie durch Bilddokumente. Die vorliegende Studie folgt einem auf empirischen Daten beruhenden politischen Kulturforschungsansatz kulturwissenschaftlicher Analyse und berücksichtigt vor allem historische und mentalitätengeschichtliche Diskurse.

Leseprobe

Textprobe: 2.3. Cultural Nostalgia und Political Nostalgia: Wie sich in den oben stehenden Ausführungen gezeigt hat, wird Nostalgie gesehen als Produkt der vorangegangenen Transformation und in diesem Fall insbesondere die postsozialistische Nostalgie als ein Phänomen mit vielen Spielarten. Die einzelnen Erscheinungsformen lassen sich zur besseren Übersicht in zwei übergeordnete Gruppen gliedern, die sich auf verschiedene Betrachtungsweisen des Phänomens beziehen, welche sich wiederum jeweils in zwei Untergruppen einteilen lassen. Die folgende Einteilung der einzelnen Spielarten der Nostalgie wird zur Verdeutlichung mit kurzen Beispielen versehen, was hier jedoch nur als Ergänzung zu den schon beschriebenen Erscheinungsformen der Nostalgie dient und sich nicht mehr explizit auf den Fall Slowenien bezieht. Die erste hier zu erwähnende übergeordnete Gruppe zielt auf die Kultur der zu betrachtenden Gesellschaft. Sie variiert zwischen der Nostalgie, die sich ausschließlich auf die kulturellen Aspekte des Lebens bezieht, der cultural nostalgia. Hierin inbegriffen sind Aspekte der popular culture, also die der Musik, des Films und anderen Formen des kulturellen Lebens und der sub cyber culture. Neben den im letzten Abschnitt zur postsozialistischen Nostalgie schon erwähnten Beispielen zur cultural nostalgia soll an dieser Stelle nur noch auf ein herausragendes Beispiel verwiesen werden, welches unter der Leitung der schon erwähnten kroatischen Literatin Dubravka Ugresic initiiert wurde. Das Buch Leksikon YU–Mitologije ist ein großartiges Werk, in dem sich vieles versammelt, was das ehemalige Jugoslawien in den Augen seiner ehemaligen Bürger ausgemacht hat. Schon 1989 leiteten Dubravka Ugresic, Dejan Krsic und Ivan Molek das Projekt YU–Mitologija in die Wege. Das Werk ist entstanden, um der Frage nach der jugoslawischen Identität zu folgen: Was machte dieses Jugoslawien zu Jugoslawien? Versammelt wurden hier eine Vielzahl von Aspekten der jugo-slawischen popular culture im weitesten Sinne, also der allgemeinen, populären und volkstümlichen Kultur, die dieses Land prägte und ausmachte. Diese Bemühungen folgten der Frage: Wer sind wir? und mündeten nach Ausbruch des Krieges, der kurzzeitig dazu führte, dass das Projekt im Sande zu verlaufen drohte, in die Frage: Wer waren wir? Nach einem gemeinsamen Treffen im Exil (hier trafen sich Dubravka Ugresic, Dorde Matic und Iris Adric) wurde daraufhin eine Internetseite eröffnet, auf der jeder Besucher sein eigenes Statement zum ehemaligen Jugoslawien abgeben konnte. Diese Stellungnahmen, Anekdoten und Geschichten wurden dann in einem Buch unter dem Titel: Leksikon YU– Mitologije im Jahre 2005 veröffentlicht. Als weitere wesentliche Punkte der cultural nostalgia seien hier noch ein paar Beispiele angeführt für die Formen, die sich im World Wide Web finden lassen und dort zu einer Art Subkultur avancieren.

Über den Autor

Über die Autorin: Josefina Bajer, BA Kulturwissenschaften, Studium an der Europauniversität Viadrina und an der Soziologischen Fakultät der Universität in Ljubljana, Slowenien. Gründerin des gemeinnützigen internationalen Kulturvereins SEE.ID - in Dialog with South-Eastern Europe. Aktuell studiert sie im Master: European Studies an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Forschungsschwerpunkte: Soziologie, Philosophie, Geschichte Südost- und Zentraleuropas. Weiterführende Studienschwerpunkte: Event- und Kulturmanagement. Arbeitsfelder und Interessen: Konzeption, Planung und Durchführung von internationalen Kulturprojekten. Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaftsbetrieb und Kulturarbeit, insbesondere in und zwischen West- und Südosteuropa. Interesse an künstlerischen Formen als Vermittlungsinstanz. Ihr Schaffensbereich liegt zwischen der Initiierung und Organisation von internationalen Kulturprojekten und der Beratung sowie der Unterstützung von Projekten, die sich dem interkulturellen Dialog zwischen West- und Südosteuropa verschrieben haben. Die Erarbeitung bildungspolitischer Konzepte zur Förderung der Bildung von zivilgesellschaftlichen Prozessen, innerhalb der EU und der Beitrittskandidaten aus Südosteuropa, ist ihr ein besonderes Anliegen. Künstlerische und mediale Vermittlungsformen, wie z.B. Publikationen, Filme, Theaterprojekte, Seminare und Workshops sind ihre Medien der Intervention. Kunst als Vermittlungsinstanz spielt eine wesentliche Rolle innerhalb interkultureller Dialoge, da sie auch über sprachliche Barrieren hinaus vermittelnd wirken kann. (Josefina Bajer).

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