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Gesellschaft / Kultur

Klaudia Röbl / Anna Leitner-Wolfinger

Gesundheitsförderung in der Schule: Projekt Gesundheitstagebuch

ISBN: 978-3-95935-436-3

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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 02.2018
AuflagenNr.: 1
Seiten: 180
Abb.: 71
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die Schule besitzt wesentlichen Einfluss auf den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen. Sie kann Risikofaktor sein, aber vor allem zum Aufbau von Ressourcen genutzt werden und stellt somit ein ideales Setting für Gesundheitsförderung dar. Im einführenden Teil der vorliegenden Studie wird ein kurzer Einblick in Theorien zu Gesundheit, Gesundheitsförderung und Prävention gegeben sowie der Gesundheitsstatus und das Bewegungs- und Ernährungsverhalten von österreichischen Schülerinnen und Schüler beschrieben. Im nächsten Schritt wird der Frage Hat die Implementierung des Gesundheitstagebuches Einfluss auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie auf das Ernährungs- und Bewegungswissen der Schülerinnen und Schüler an der PNMS? nachgegangen. Anschließend wird die Methodik der Untersuchung dargestellt, wobei es sich um eine Vorher-Nachher-Untersuchung mittels Online-Fragebogen handelt. Dazwischen findet eine Gesundheitsinitiative statt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler der PNMS zu vermehrter Bewegung und zu bewusster Ernährung angeleitet werden. Ein von den Autorinnen kreiertes Gesundheitstagebuch dient den Kindern zur Selbstbeobachtung ihres Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Einerseits wird im Rahmen der Studie der Wissenszuwachs ermittelt, andererseits die Veränderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung erläutert und in der Diskussion interpretiert und reflektiert.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 1.5: Gesundheitsstatus der österreichischen Schülerinnen und Schüler Klaudia Röbl In der Öffentlichkeit besteht die Annahme, der Gesundheitszustand der Kinder wäre trotz der laufenden gesundheitsvorsorglichen Maßnahmen eher schlecht. Er ist aber besser als dargestellt. Kindersterblichkeit hat im letzten Jahrhundert stark abgenommen. Aufgrund der verbesserten Diagnoseverfahren ist das Krankheitsspektrum heutzutage anders gelagert. Bei Kindern kommt es vermehrt zu chronischen Krankheiten, Unfällen und Allergien. Die folgenden Erläuterungen zum Gesundheitszustand der 11- bis 15-jährigen österreichischen Schülerinnen und Schüler beziehen sich vorwiegend auf die Daten der neunten HBSC-Erhebung aus dem Jahr 2014, bei der ca. 6000 Fragebögen zur Auswertung kamen. Die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen ist erst seit 2014 Gegenstand der HBSC-Erhebungen. Dabei wird festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügt. Eine hohe Gesundheitskompetenz wirkt sich positiv auf das Bewegungsverhalten der Jugendlichen aus. Auf die Risikoverhaltensweisen Rauchen und Alkoholkonsum und auf den BMI nimmt sie jedoch keinen signifikanten Einfluss. Bezüglich der psychischen Probleme ist die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen eher gering. Dies ist ähnlich gelagert wie bei den erwachsenen Österreicherinnen und Österreichern. Seit der letzten Erhebung hat sich das Gesundheits- und Risikoverhalten in fast allen Bereichen verbessert. Nichtsdestotrotz rauchen 16 % der Jugendlichen täglich oder gelegentlich und jeder zweite Bursche bzw. jedes dritte Mädchen im Alter von 17 Jahren trinkt mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Alkoholkonsum und Rauchen sind seltener geworden, was auf die Veränderung der Jugendkultur zurückzuführen ist. Heutzutage halten Jugendliche soziale Kontakte häufig über neue Medien. Andererseits ist die Raucherquote der Erwachsenen rückläufig und die Jugendlichen folgen dem guten Beispiel. Außerdem greift die Verschärfung des Rauchergesetzes. Das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und viele rauchfreie Lokale sind hinderlich für das Risikoverhalten des Rauchens. Weiters werden Krebserkrankungen Prominenter enttabuisiert und über die Medien kommuniziert und wirken somit abschreckend. Das Zahnputzverhalten der österreichischen Kinder und Jugendlichen kann als diszipliniert bezeichnet werden. Drei Viertel putzen mindestens zwei Mal täglich ihre Zähne, wobei die Mädchen die Zahnpflege noch konsequenter verfolgen als die Burschen. 20 % der österreichischen Heranwachsenden geben an, mehrmals pro Woche oder sogar täglich unter den Beschwerden Gereiztheit, Nervosität, schlechter Laune oder Einschlafschwierigkeiten zu leiden. Psychische Probleme steigen seit den letzten Jahren kontinuierlich an. Mögliche Erklärungsgründe sind einerseits die Entstigmatisierung psychischer Beeinträchtigungen und anderseits der oft als belastendend empfundene moderne Lebensstil, der von Reizüberflutung, Leistungsdruck und Schnelllebigkeit gekennzeichnet ist. Mädchen sind häufiger von psychischen Beeinträchtigungen betroffen, wohingegen Burschen öfter Verhaltensauffälligkeiten, wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), aufweisen. Folglich neigen sie zu Unfällen und die kognitive Entwicklung leidet darunter. Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache sowie Lese- und Rechtschreibschwäche treten bei ca. 10 % aller Schülerinnen und Schüler auf. Diese Tatsache macht zusätzliche pädagogische Maßnahmen erforderlich. Hier sind die Pädagoginnen und Pädagogen besonders gefordert. 30 % aller Kinder und Jugendlichen waren innerhalb des letzten Jahres an mindestens einer gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt. Bei Bullying schneidet Österreich im internationalen Vergleich eher schlecht ab. Bullying ist ein relativ neuer Begriff. Im Gegensatz zu Mobbing, das am Arbeitsplatz geschieht, findet Bullying meistens im Umfeld der Schule statt. Bullying ist die Bezeichnung für Mobbing, welches unter Kindern und Jugendlichen passiert. Da viele soziale Maßnahmen in den Schulen ergriffen werden, ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. 14 % der Schülerinnen und Schüler waren schon mehrmals von Bullying betroffen und 13 % sind Bullying-Wiederholungs-Täterinnen/Täter. Ein Drittel aller Kinder zählt sich laut eigenen Angaben zu den Betroffenen, sowohl als Täterin oder Täter als auch als Betroffene oder Betroffener. Cyberbullying ist Bullying in den sozialen Netzwerken und kommt zwar seltener vor als Bullying. Das Problem liegt aber darin, dass beide Phänomene oft miteinander gekoppelt sind und somit auch die gleiche Zielgruppe betroffen ist. Cyberbullying passiert nicht nur in der Schule, sondern ist auch im Alltag präsent und belastend. Es geschieht vor großem Publikum und für die Opfer gibt es keine Rückzugsmöglichkeit. Gibt es keine Abhilfe, so kommt es zu psychischen Schädigungen. 7 % der österreichischen Kinder und Jugendlichen waren schon Opfer von Cyberbullying. Die Gesundheitsdeterminanten Familie, Freunde und Schule sind maßgebliche Indikatoren für das Wohlbefinden. Die Kinder und Jugendlichen berichten mehrheitlich über eine gute Gesprächsbasis mit ihren Eltern. Der Großteil fühlt sich im Freundeskreis gut aufgehoben und unterstützt. Ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler empfindet die Schule als starke Belastung. 20 % fühlen sich in der Schule nicht wohl. Sozioökonomisch höher gestellte Familien schaffen in zweifacher Hinsicht bessere Voraussetzungen für den Gesundheitszustand ihrer Kinder. Einerseits besitzen sie mehr finanzielle Mittel für die Bildung ihrer Nachkommenschaft, andererseits verfügen sie über mehr Wissen, höhere Kompetenzen und soziale Beziehungen, wovon die Kinder profitieren können. Die Lebenswelt der Kinder unterliegt seit den letzten paar Jahrzehnten einem großen Wandel und somit auch das Bewegungs- und Ernährungsverhalten. Der zunehmende Medienkonsum setzt den Kindern und Jugendlichen zu. In Sachen Gesundheitserziehung und -förderung ist die Schule gefordert. Je früher gesundheitsförderliche Maßnahmen angesetzt werden, desto eher und effizienter greifen sie und werden ein selbstverständlicher Teil des Lebensstils. Kapitel 1.6: Ernährung – eine wichtige Komponente der Gesundheitsförderung Anna Leitner-Wolfinger Man muss dem Körper etwas Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen , ist ein Ausspruch von Winston Churchill, der sehr gut zum Ausdruck bringt, wie wichtig Ernährung für unsere Gesundheit und letztendlich für unser Wohlbefinden ist. Unter Ernährung wird die Zufuhr von Lebensmitteln mit den entsprechenden Nährstoffen zur Energiegewinnung verstanden. Sie stellt eine wichtige Komponente für die Gesunderhaltung des Organismus dar. Mit anderen Worten ausgedrückt, kann darunter das, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen, richtige Essen verstanden werden. Methfessel et al. bezeichnen das Essen als eine selbstverständliche Handlung im Alltag, primär zur Deckung eines menschlichen Grundbedürfnisses. Im Gegensatz zu den Tieren müssen Kinder das Essen jedoch lernen. Es stellt einen zentralen Lernbereich dar. Seit jeher ist unser Körper auf Mangel getrimmt. Heute ist er mit einem Überangebot von fettigen, süßen und energiereichen Lebensmitteln bei gleichzeitiger Bewegungsarmut konfrontiert. Dass Reichtum und Überfluss ein Problem darstellen können, erfordert ein Umdenken und die Entwicklung neuer Regeln gegen das Zuviel. Methfessel et al. weisen darauf hin, dass der Umgang mit der unendlichen Vielfalt und dem Überfluss von Nahrungsangeboten gelernt werden muss. Das reichhaltige Angebot bietet einerseits Ernährungssicherheit, birgt aber andererseits Ernährungsprobleme. Was Kinder essen, liegt im Verantwortungsbereich der Erwachsenen. Dabei muss natürlich bedacht werden, dass der Körper nur auf- und umbauen kann, was ihm zugeführt wird. So gesehen stimmt der Ausspruch von Feuerbach Der Mensch ist, was er isst . Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird zum Thema Ernährung und optimaler Nährstoffzufuhr geforscht. Daraus ergeben sich wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen zu gesundem Ernährungsverhalten und geeigneten Nahrungsmitteln. Zunehmend detaillierte Forschungsergebnisse in den komplexen Themenfeldern Ernährung und Gesundheit, kontroverse Diskurse sowie Lebensmittelskandale, die medial ausgeschlachtet werden, verunsichern, überfordern und verwirren die Endverbraucher. Beinahe jeder Tageszeitung ist ein Gesundheitsteil angeschlossen, der Diätvorschläge, Ratschläge zur richtigen Ernährung und Gesunderhaltung des Körpers liefert. Nicht nur seitens der Medien wird dieser Thematik Aufmerksamkeit geschenkt, auch zahlreiche Studien und eine Vielzahl an Literatur befassen sich damit. In den nachfolgenden Kapiteln werden aktuelle Ernährungsempfehlungen erläutert, Mechanismen, die das kindliche Ernährungsverhalten steuern, werden beleuchtet und Risikoparameter für Ernährungsfehler eruiert.

Über den Autor

Anna Leitner-Wolfinger, Jahrgang 1966, ist Lehrerin für Englisch und Ernährung in der Sekundarstufe. Sie absolvierte den Masterlehrgang Health Education an der Medizinischen Universität Graz. Weiter lehrte sie im Bereich der Gesundheitsbildung an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Klaudia Röbl wurde 1965 geboren und ist Lehrerin für Mathematik und Sport in der Sekundarstufe. Sie absolvierte ebenfalls den Masterlehrgang Health Education an der Medizinischen Universität Graz und war daraufhin im Bereich der Gesundheitsbildung an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz tätig.

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