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Gesellschaft / Kultur

Sandra Deichmann

Wenn Schule zur Schikane wird: Was tun bei Mobbing unter Schülern?

ISBN: 978-3-95425-938-0

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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 01.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 308
Abb.: 39
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Mobbing – ein längst bekanntes Phänomen, das an Aktualität bis heute noch nichts eingebüßt hat. Um Mobbing erfolgreich vorzubeugen oder in akuten Fällen wirksam intervenieren zu können, ist die umfassende Auseinandersetzung mit der Thematik sowie den verfügbaren Präventions- und Interventionsansätzen eine unbedingte Voraussetzung. Jedoch streuen zahlreiche populärwissenschaftliche Texte wissenschaftlich nicht gesicherte oder nicht haltbare Informationen und sorgen dadurch für reichlich Unklarheit. Die vorliegende Arbeit möchte nicht nur dazu beitragen, wesentliche Informationen aus der Fülle der Mobbingliteratur und weiterer Quellen herauszufiltern, sondern die Leser selbst zu Experten machen, die in der Lage sind, die Problematik sowie die diversen Präventions- und Interventionsmaßnahmen selbst kritisch zu reflektieren. In fünf Kapiteln werden zunächst die wesentlichen Eigenschaften der Mobbingproblematik und Erkenntnisse des aktuellen Forschungsstands sowie die wichtigsten Präventions- und Interventionsansätze vorgestellt. Sämtliche Maßnahmen, die in den beiden Kapiteln zu Prävention und Intervention beschrieben sind, werden direkt im Anschluss einer differenzierten Bewertung unterzogen. Jeweils am Ende dieser Kapitel, die den Kern der Arbeit bilden, finden sich übersichtliche Gegenüberstellungen aller erwähnten Konzepte sowie Ausführungen über die Rückschlüsse, die diese Vergleiche zulassen. In diesem Zusammenhang wird auch ein eigenes Modell vorgestellt, das Lehrern, Sozialpädagogen und weiteren Akteuren in der Jugendarbeit eine Handlungsempfehlung im akuten Mobbingfall bietet. ‚Man kann die Überlegungen von Sandra Deichmann in der Tat als Erkenntnisfortschritt auf dem Gebiet der Mobbingforschung bezeichnen. Zugleich gibt sie Pädagogen damit ein wertvolles Instrument zur praktischen Arbeit an die Hand.‘ (Lesermeinung)

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 1.1, Etymologie des Mobbingbegriffs: ,Mobbing’ ist ein Begriff, der in den vergangenen Jahren in so beachtlicher Weise an Bedeutung gewonnen hat, dass selbst in Fachkreisen bereits sein Status als ,Modewort’ diskutiert wird. Doch woher stammt dieser Ausdruck ei-gentlich? Das deutsche Wort ,Mobbing’ geht zurück auf die englische Vokabel ,mob’, was so viel bedeutet wie ,Horde, Meute, Pöbel, Volk angreifen, anpö-beln, jemanden bedrängen, tätlich angreifen’ . Das englische Substantiv ,mob’ stellt dabei eine verkürzte Form des lateinischen Ausdrucks ,mobile vul-gus’ = ,aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel’ dar. [UNI-AUGSBURG 2007] Obwohl das Verb ,to mob’ bereits wesentliche Mobbinghandlungen beschreibt, wird das, was man im Allgemeinen unter dem deutschen Begriff ,Mobbing’ versteht, im englischsprachigen Raum unter dem Terminus ,Bullying’ zusammengefasst. Der Ausdruck ,Mobbing’ mit seiner heutigen Konnotation wurde insbesondere durch den Tierverhaltensforscher Konrad Lorenz geprägt, der beobachtet hatte, wie eine Gruppe unterlegener Tiere (z.B. Krähen oder Gänse) einen eigentlich überlegenen Gegner (einen Bussard oder einen Fuchs) gemeinsam in die Flucht schlägt. Dieses spezifische Tierverhalten belegte er mit der Bezeichnung ,Mobbing’. [KASPER 2004: 10 PSYCHOKRIEG 2007] Ende der 60er Jahre des 20.Jahrhunderts, anlässlich einer Anhäufung von Schülerselbstmorden, begannen Peter-Paul Heinemann und Dan Olweus das Gewalttäter/Gewaltopfer-Phänomen in norwegischen und schwedischen Schulen zu untersuchen. Auf diese Weise gelangte der schwedische Begriff ,mobbning’, der später zum deutschen Ausdruck ,Mobbing’ wurde, auch in den Bereich des menschlichen Sozialverhaltens. Von diesem Zeitpunkt an breitete sich die Mobbingforschung zunächst im skandinavischen Raum aus und griff rasch auch auf weitere Länder wie England, Japan, USA, Australien sowie seit Anfang der 90er Jahre auf Deutschland über. Während der Mediziner Heinz Leymann sich dabei v.a. auf Mobbing am Arbeitsplatz konzentrierte, befassten sich die Pädagogen Stefan Korn, Dr. Marija Kulis und Dr. Mechthild Schäfer der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit dem Mobbingphänomen an deutschen Schulen. [KASPER 2004: 10 OLWEUS 2002: 15 FACHTAGUNG 2006] In dieser Arbeit möchte ich den Begriff ,Mobbing’ insbesondere für die Schika-ne unter Schülern verwenden, auch wenn Olweus zu Beginn seines Buches darauf hinweist, dass die Bedeutung auf Gewalt und Belästigung am Arbeits-platz reduziert zu sein scheint. Das dem deutschen Sprachgebrauch angepasste Verb ,mobben’, welches sich längst von seinem ursprünglich pluralen Gebrauch gelöst hat, soll dabei ebenso die Gewalttätigkeit eines Einzelnen gegen ein bestimmtes Opfer bezeichnen. [OLWEUS 2002: 11] Um jedoch die Besonderheiten des Mobbingphänomens zu verstehen, ist es notwendig, es als eine Form von Gewalt zu erkennen und von Aggression, genereller Gewalt und Viktimisierung abzugrenzen.

Über den Autor

Sandra Deichmann, geboren 1983 in Bad Saulgau, studierte von 2003 bis 2007 an der Hochschule Ravensburg-Weingarten Soziale Arbeit. Ihre Diplomarbeit zum Thema Mobbing in der Schule, auf das sie durch eine Fachtagung aufmerksam geworden war, wurde mit dem Preis der Stadt Weingarten ausgezeichnet. Seit Abschluss ihres Studiums ist sie als Seminarleiterin bei einem namhaften Bildungsträger in Ravensburg tätig, wo sie derzeit junge Menschen mit besonderem Förderbedarf während der Ausbildung betreut sowie als Berufseinstiegsbegleiterin an Schulen in Ravensburg und Weingarten Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf begleitet.

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