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Gesellschaft / Kultur


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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 12.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 132
Abb.: 14
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die Autorin untersucht die Wirkungen der kunst- und lösungsorientierten Methodik im Einzelcoaching beim Klienten und im Besonderen den Einfluss des wesentlichen, methoden-spezifischen Merkmals - der künstlerisch, gestalteten Phase - auf die Bildung von gewünschten Fähigkeiten und neuen Handlungsweisen des Klienten. Die methodenrelevante, kunstanaloge Begegnungsgestaltung zwischen Coach, Klient und Werk fördert dabei den erfolgreichen Beratungsprozess. Das Buch stellt einen Arbeitsansatz im Coaching vor, der dem Klienten einen geschützten Raum eröffnet, in dem er seine gewünschten Fähigkeiten zur Bewältigung von Veränderungen entwickeln kann. Anhand von fünf ausgewählten, klar definierten Fähigkeiten (Sprache, Erleben, Gestalten, Erkennen, Problemlösen) werden wichtige Kompetenzen hinsichtlich des Selbstkonzeptes eines Klienten untersucht. Fähigkeiten also, die die Selbststeuerung und die Selbstorganisation unterstützen. Deren positive Veränderung im kunst- und leistungsorientierten Coaching kann, mittels der von der Autorin selbst entwickelten Erhebungsinstrumentarien, nachgewiesen werden. Es zeigte sich, dass die Fähigkeit des eigenen Gestaltungs- und Handlungsvermögens beim Klienten eine zentrale Position auf dem Weg zur angestrebten Veränderung einnimmt. Dies bestätigte gleichzeitig die Grundannahme, dass der Mensch, als Einheit von Seele, Geist und Körper zu ganzheitlichen, d.h. multisensorischen Formulierungen fähig ist. In diesem Coachingansatz steckt ein innovationsförderndes Potenzial, das dem künstlerischen Handeln innewohnt, um eine sofortige und nachhaltig Veränderung zu erreichen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel, 1.2 Eigener Erkenntnisstand und Praxisinteresse: In diesem Kapitel möchte ich meine Motivation zur thematischen Auseinandersetzung mit Kunst als Mittel zur Veränderung im Coaching erläutern. Hierbei spielen meine eigenen langjährigen Erfahrungen im Umgang mit künstlerischen Aufgabenstellungen und die daraus resultierende tiefe Überzeugung von der Wirksamkeit der Kunst als Mittel im Veränderungsprozess eine bedeutende Rolle. Seit meiner Kindheit ist die Kunst, insbesondere Malen und Bildnerisches Gestalten, aber auch das Theaterspiel, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aus Gründen der Vernunft ( mit Kunst verdient man ja kein Geld ), von der mein damaliges Umfeld geprägt war, hat mein beruflicher Weg nach dem Abitur im kaufmännischen Bereich begonnen. Kunst und Kreativität sind jedoch bis heute meine ständigen Begleiter. Im Jahre 1993 empfand ich meine Arbeit als kaufmännische Projektleiterin im Bereich Immobilienwirtschaft/Architektur als unkreativ. Nachdem ich einige Jahre stark zeitlich in diese Berufstätigkeit eingebunden war, bemerkte ich, dass mir künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten fehlten. Ich habe mich infolgedessen damals auf unterschiedliche Kunstdisziplinen eingelassen und verschiedene Materialien ausprobiert. Ich traf dabei auf die freischaffende Künstlerin, Ena Lindenbaur, die mir anhand ihres Mal und Zeichenprozesses aufzeigte, wie ich vom Konkreten zum Abstrakten und umgekehrt komme. Das begeisterte mich. Besonders interessierte mich der vielschichtige Entstehungsprozess: Zeichnen, Malen, Übermalen, Kleben, Zerstören, Abkratzen, Neues Hinzufügen. Denn durch die Phasen der Blindzeichnung oder des Blindmalens kommt das Entscheidende und Unverkrampfte auf das Bild. Es findet eine Lockerung und Befreiung statt. Oft kommt die Zeichnung oder das Wort erst am Ende des Malprozesses dazu, als die spontane und entschiedene Kraft, die sich mit einem lange angelegten Bild auseinandersetzen muss. Ich lernte in Kursen und Workshops dieser Künstlerin, zu reduzieren, mich zu entscheiden, frei zu werden von Lösungen, die nicht meine waren. Das Erleben und das Reflektieren des künstlerischen Prozesses hinterließen in mir eine tiefe Kraft und ich fing an, die gewonnenen Gedanken auf meine persönliche Situation und meine Alltagsprobleme zu übertragen. Bereits kurze Zeit später begann ich mein Studium zur Marketing und Kommunikationswirtin, da das Thema Kommunikation in Verbindung mit Kunst, Ideen zu suchen und umzusetzen, mich fesselte. Ich fand sofort einen Einstieg in eine Werbeagentur und arbeitete viele Jahre als Kommunikationsberaterin mit Personal und Führungsverantwortung in der sogenannten Kreativbranche. Im Laufe dieser Tätigkeit wurde mir jedoch die Arbeit am Menschen immer wichtiger. Ich leitete ein Team von etwa zehn Mitarbeitern. Gleichzeitig begann ich wieder verstärkt zu malen und zu zeichnen und beteiligte mich sogar an Ausstellungen. Da mich die Bereiche Coaching, Persönlichkeitsentwicklung und Biografiearbeit faszinierten, suchte ich einen Coach/Berater auf. Sehr schnell wurde mir als Klientin durch das Coaching klar, dass ich mein Herzblutthema Kunst mit meiner bisherigen Erfahrung als Kommunikationsberaterin verbinden und zukünftig auch beruflich verstärkt einsetzen möchte. Bereits vor Beginn des Studiums Innovative Veränderungsprozesse (Coaching und Systementwicklung) beschäftigte ich mich mit der Frage, wie künstlerisches Handeln wirkt und wie dieses als Mittel zur Veränderung in Kommunikations und Organisationsabläufen eingesetzt werden kann. Ich habe dabei selbst über den Weg des künstlerischen Schaffens und dem damit verbundenen Reflektionspotential viele Ideen und eigene Lösungen generiert sowie wichtige Entscheidungen getroffen. Durch den Einsatz eines Gestaltungsmaterials und der Schaffung eines Werkes, besteht eine hervorragende Möglichkeit, mit sich selbst in Dialog zu treten und neue Denk und Handlungsweisen zu erproben. Eine meiner gewonnenen Erkenntnisse aus den eigenen Praxiserfahrungen mit der Kunst ist, dass Schöpferisch zu leben wohl seit jeher und ganz wesentlich zum Menschsein gehört und zu Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt. Das Denken ist oft erschöpft, oder es gibt (noch) keine Worte für die durchlebten Emotionen. Über das Material und das künstlerische Handeln kann dabei eine Brücke zum Selbst und zu den eigenen Zielen geschaffen werden. Durch meine Biografie zieht sich das Thema Kunst und Kreativität, in Verbindung mit Veränderung, wie ein roter Faden. Mir ist bewusst geworden, dass immer wenn wichtige Entscheidungen bzw. Veränderungen anstanden oder anstehen, ich verstärkt im Gestaltungsprozess neue Energie und Gestaltungskraft schöpfe. Der künstlerische Prozess ermöglicht einen schnelleren Zugang zu individuellen Erkenntnissen. Durch die Auseinandersetzung mit der Kunst fühle ich mich darin bestärkt, meinen eigenen Weg und meine Arbeitsweise noch konsequenter zu verfolgen. Da ich es selbst erfahren habe, wie gut ich durch künstlerisches Arbeiten Lösungen finden kann, möchte ich mich nun mit der Wirksamkeit der Kunst im Coachingprozess beim Klienten, in meiner Masterarbeit beschäftigen. Dabei ist für mich Malen und bildhaftes Gestalten der direkteste Weg, mit dem Fluss der eigenen Kreativität in Kontakt zu kommen und Veränderungen zu meistern. Aus diesem Grund habe ich dieses Medium auch in den durchgeführten Coachingsitzungen eingesetzt. Aus meiner Überzeugung von der Wirkung der Kunst heraus, beschäftige ich mich seit Beginn meines Studiums intensiv mit der Frage, wie sich der Einsatz der Kunst in einer begrenzten Zeiteinheit im Einzelcoaching beispielsweise auf den selbstgesteuerten Handlungsspielraum des Klienten auswirkt. Eine positive Veränderung in diesem zu beobachtenden, genau abgegrenzten Bereich ist natürlich niemals nur einzeln zu erreichen, sondern geht einher mit einer Vielzahl anderer Veränderungen, z.B. einer Veränderung im Bereich der Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. So gehe ich davon aus, dass eine beobachtbare und messbare positive Veränderung der Ressourcenaktivierung und der eigenen Lösungsfindung auch auf ein Wachstum von Entwicklung der Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen hindeutet. Darüber hinaus verfolge ich das Interesse, mit diesem Buch auch Appetit auf das Potential und die Wirkungen der Kunst in der Gesellschaft und Wirtschaft zu machen, um diese Methode anzuwenden. Gerade die Rolle der Kunst in der Gesellschaft ist in Zeiten der Veränderung von großer Wichtigkeit. Menschen müssen handlungsfähig bleiben, um Kraft für die eigenbestimmte Zukunftsgestaltung und ein lebenslanges Lernen zu haben. Aus diesen für mich grundlegenden Erfahrungen und Erkenntnissen heraus, ist die Idee und große Motivation für mein berufsbegleitendes Studium und schließlich für dieses Fachbuch entstanden. Die Masterarbeit soll die fundierte Grundlage für meine zukünftige Arbeit als Coach mit dieser Methodik bilden. Ich möchte die Arbeit mit Kunst als Mittel für Veränderungsprozesse, insbesondere im Coaching, konstruktiv weiterentwickeln und als Coach und Prozessbegleiterin verankern.

Über den Autor

Petra Pfeiffer, M.A., 1967 geboren in Stuttgart, studierte erfolgreich Betriebswirtschaft (1992), Marketing und Kommunikation (1996) sowie Innovative Veränderungsprozesse (2011). Die Autorin hat langjährige Erfahrung als Führungskraft und Beraterin im Bereich Marketing und Kommunikation für Klein-, Mittel und Großunternehmen und ist sehr versiert in der Begleitung von unternehmerischen und persönlichen Veränderungsprozessen. Selbst fasziniert von den Wirkungen des künstlerischen Prozesses untersucht sie in ihre Studie deren wissenschaftlichen Nachweis und Veränderungen im Coaching und in der Systementwicklung. Die Autorin stellt hier einen innovativen Coachingsansatz vor, der künstlerisches Gestalten als integralen Bestandteil eines Coachingprozesses sieht. In ausgesprochen klar strukturierter Weise gelingt es ihr, die jeweiligen Veränderungen bei der Klientin fundiert darzustellen und mit den Forschungsfragen sinnvoll zu verknüpfen.

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