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Recht / Wirtschaft / Steuern


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Produktart: Buch
Verlag: disserta Verlag
Erscheinungsdatum: 08.2017
AuflagenNr.: 1
Seiten: 152
Abb.: 27
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

In China zeigt sich in der regionalen Verteilung und Entwicklung der aufgenommenen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) ein ungleichmäßiges Bild und eine starke regionale Polarisierung. Nach dem Wendepunkt 1992 fließt der größte Teil der FDI nach Ostchina und trägt zur schnelleren Entwicklung Ostchinas bei. Der Anteil der aufgenommenen FDI von Ostchina beträgt seit Anfang der Öffnungspolitik immer über 80%, der Anteil von Zentral- und Westchina immer unter 20%. Vor 1994 sieht man keinen großen Unterschied in Hinsicht auf die aufgenommenen FDI von Zentral- und Westchina. Aber seit 1994 unterscheiden sich die Beträge der aufgenommen FDI von Zentral- und Westchina in größerem Maße. Der Anteil von Westchina liegt immer unter 5%. Es stellt sich die Frage, wie die regionale Divergenz der FDI sich auf die umfassende regionale Wirtschaftsentwicklung in Hinsicht auf Außenhandel, technischen Transfer, Industriestruktur und Umwelt auswirkt und warum ein regionales Ost-West-Gefälle zustande gekommen ist. In diesem Buch werden die unterschiedlichen Auswirkungen der unterschiedlich verteilten FDI und die Gründe für diese Asymmetrie analysiert. Anschließend werden zusätzlich Gegenmaßnahmen vorgeschlagen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2: Foreign Direct Investments (FDI) in Theorie und chinesischer Praxis: 2.1 FDI in der Theorie: Verschiedene FDI-Theorien aus unterschiedlichen Bereichen beziehen sich auf die mit der Aufnahmefähigkeit zusammenhängenden Faktoren. Auf Basis dieser vorhandenen Theorien wird auf die regionale Aufnahmefähigkeit der FDI geschlossen. Außerdem wird die historische Entwicklung des FDI-Einflusses in China dargestellt. Denn die Kenntnis dieses Hintergrundes ist wichtig. Zum Schluss werden die Charakteristika der FDI in China zusammengefasst. 2.1.1 Theorie der monopolistischen Vorzüge (Hymer (1976)): Im Jahr 1960 hat der amerikanische Akademiker Hymer in seiner Dissertation ‚International Operations of National Firms: A Study of Direct Foreign Investment’ die Theorie entwickelt, dass die komparativen Monopolvorteile der multinationale Unternehmen (MNU) im Vergleich zu den Unternehmen im Zielland die Motivation der FDI sind. Sein Betreuer Kindleberger hat diese Theorie zum ersten Mal vorgebracht. Die Theorie besagt, dass die komparativen Monopolvorteile den Unternehmen mehr Profit verschaffen können. Dank der Unvollständigkeit des Marktes haben die MNU Monopolvorzüge und können diese halten. Die Marktunvollständigkeit besteht in Folgendem: Vorzüge in Bezug auf den Markt der Produkte einschließlich Produktdesign, Marken, Distributionskanäle und Preispolitik. Vorzüge in Bezug auf den Markt der Produktionsmittel wie z. B. Patente, Technologien, Management, Organisation und günstige Finanzierungsbedingungen u.v.a. Vorteile des Skaleneffektes: Vorzüge als Ergebnis des Führungsverhaltens der Regierung. Der Staat kann die Marktunvollständigkeit in Form von Steuer, Zoll, Zinssätzen und Wechselkursen verursachen. In einem Wort, die Marktunvollständigkeit ist die grundsätzliche Voraussetzung für FDI. Die Monopolvorzüge als wichtige Faktoren spielen eine Rolle in der Entscheidung der FDI-Tätigkeit von MNU. 2.1.2 Theorie der Internalisierung des Marktes: Diese Theorie gilt als der akzeptable Ansatz für die Motivation und Einflussfaktoren der FDI-Verteilung. Bei der Erforschung der Internalisierung der Unternehmen hat der amerikanische Ökonom R.H. Coase den Begriff Internalisierung konzipiert. Weitere Repräsentanten für diese Theorie sind Prof. P.J. Buckley und Prof. M. Casson aus England bzw. der Ökonom Prof. A.M. Rugman aus Kanada. Diese Theorie besagt, alle Produktionen und Transaktionen benötigen einen Mechanismus, in dem man sie führen und koordinieren kann und der sich sowohl außerhalb der Unternehmen als auch innerhalb der Unternehmen befinden kann. Die hohen Transaktionskosten und Risiken auf dem Markt zwischen den verschiedenen Unternehmen führen zur Fehlfunktion des Marktes. Um die Transaktionskosten zu reduzieren, versuchen die Unternehmen ihre Tätigkeiten innerhalb der eigenen Unternehmen auszuüben. Wenn die Internalisierung der Ressourcenallokation in einer bestimmten Region niedrigere Kosten als die Transaktionen auf dem Markt verursacht, dann internalisieren die Unternehmen die Transaktionen. Das heißt, multinationale Unternehmen sind das Ergebnis der Internalisierung der Märkte. Durch die Internalisierung werden die Transaktionen innerhalb des Unternehmens durchgeführt. Der Ersatz der externen Märkte durch interne Märkte findet statt. Die interne Preisbildung gewährleistet die effektive Funktion der Märkte. Die Theorie stellt fest, dass die Unvollkommenheit der Märkte für die Halberzeugnisse ihre reibungslose Übertragung verhindert. Die internalisierten regions- und nationsübergreifenden Organisationen realisieren ihre Übertragungen innerhalb eines MNUs. Die Halberzeugnisse umfassen sowohl Wissen, Technologie und Know-how als auch die Halbfabrikate und Teile während des Produktionsprozesses. Dank der Vollständigkeit und Gemeinsamkeit der immateriellen Produkte können die Inhaber den Besitz verlieren, wenn er nicht geheim gehalten wird. Deshalb wollen die Inhaber die Details über die Halberzeugnisse nicht bekannt geben. Andererseits zeigen die Käufer keine Zahlungsbereitschaft für die von den Verkäufern gewünschten Preise aufgrund der unvollständigen Informationen über die Halberzeugnisse. Auf dem externen Markt sind kaum Halberzeugnisse vorhanden. Deshalb wird es schwierig, die Preise dafür zu vergleichen. Aus diesen oben genannten Gründen sind die Unternehmen gezwungen, die Halberzeugnisse innerhalb der Unternehmen zu transferieren. 2.1.3 Eklektische Theorie der internationalen Produktion: Auf der Basis der Theorie von Hymer hat John Dunning im Jahr 1976 die eklektische Theorie der internationalen Produktion aufgestellt. Er meinte, das Stattfinden der FDI benötige drei komparative Vorteile, nämlich Eigentümerschaft (ownership), Internalisierung und Ortsbestimmung (location). Deshalb wird diese Theorie als OIL bezeichnet. Die ersten zwei Vorteile motivieren die MUN, im Ausland zu investieren. Die Anziehungskraft im Aufnahmeland beeinflusst die Fließrichtungen und Mengen der FDI, die sich in den komparativen Vorteilen der regionalen Ressourcen befinden. Nach der Theorie von Dunning werden Fließrichtung und Menge der FDI gemeinsam durch Eigentümerschaft, Internalisierung und lokale Vorteile im Aufnahmeland entschieden. Falls nur der Vorteil der Eigentümerschaft vorhanden ist, wird ein Lizenzvertrag geschlossen. Kommt außerdem der Vorteil der Internalisierung dazu, dann wird internationaler Handel wie Export der Technologien, Anlagen und Dienstleistungen betrieben. Nur wenn alle drei Vorteile gleichzeitig einem Unternehmen zur Verfügung stehen, dann kommen FDI evtl. zustande. […]. Die drei Vorteile bzw. Kompetenzen sind die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für die FDI. Die Anziehungskraft im Aufnahmeland kann als Aufnahmefähigkeit betrachtet werden. Die empirische Analyse von Dunning zeigt, das Aufnahmeland kann nur die FDI anziehen, die seiner Aufnahmefähigkeit entsprechen. Auch wenn das Investitionsland hohes Vermögen für Investitionen besitzt, können bei einer schwachen Aufnahmefähigkeit FDI kaum stattfinden. Das heißt, die Regionen mit starker Aufnahmefähigkeit ziehen die FDI mit großem Ausmaß und besserer Qualität an. Dieser Ansatz wird in späteren Kapiteln angewendet. 2.1.4 Theorie der angemessenen komparativen Vorteile (Kojima 1978): Basierend auf der Theorie der komparativen Vorteile von David Ricardo hat der Neoklassiker das Modell Hecksher-Ohlin-Samuelson (H-O-S) weiter entwickelt, um die Beziehung zwischen Außenhandel und FDI klarzustellen. In diesem Modell wird die Beziehung zwischen Außenhandel und FDI, mit einer Reihe von Beurteilungskriterien für die Folge der FDI auf den Außenhandel, dargestellt. Es wird bewiesen, dass unter Voraussetzung strenger internationaler Arbeitsteilung mit den unterschiedlichen Faktorausstattungen zwischen den Ländern, der freie Handel den maximalen Nutzen zieht. Es wird in H-O-S angenommen, dass zwei Variablen Arbeitskraft (L) und K (Kapital) gebraucht werden. […]. Der Unterschied der Faktorausstattung zwischen den Ländern bzw. Regionen und der Unterschied der Nutzungsintensivität der Faktoren für die Produktion verursachen die FDI. Der japanische Akademiker Kiyoshi Kojima fand die Theorie zu einfach. Im H-O-S Modell hat er zwei neue Produktionsfaktoren wie Technik (T) und Führungsniveau (M) hinzugefügt. Die zwei neuen werden als Zwischenfaktoren betrachtet. Diese Erweiterung entspricht der Definition der FDI als eine Übertragung der Summe von Kapital, Technik, Produktion und Führung auf das Aufnahmeland. Weil T und M landübergreifend sind, ermöglicht das Modell die erneute weltweite Produktion. In diesem Sinne hat er einen makroökonomischen Analyserahmen, in dem Außenhandel und FDI integriert sind, geschaffen. Im klassischen H-O-S Model wird angenommen, dass die Produktionsfaktoren wie Arbeitskräfte und Kapital innerhalb der Regionen bzw. Länder mobil sind. Jedoch werden sie nicht länderübergreifend frei übertragen. Dadurch wird die Pareto-Optimalität ohne die Bedingung von FDI erreicht. In einem Wort, FDI sind überflüssig bei der optimalen Kombination der Produktionsfaktoren. Kojima hat bei der Suche der Pareto-Optimalität von Produktionsfaktoren die folgenden Aspekte betrachtet: 1. die optimale Kombination der mobilen Produktionsfaktoren wie K, T, M und dem immobilen Faktor L wird zu jedem Zeitpunkt gesucht 2. die Differenz der komparativen Kosten wird erweitert, um die internationale Arbeitsteilung zu vertiefen. Das heißt, aufgrund der unterschiedlichen Ressourcen zwischen den Ländern wird die eine optimale Lösung für die neue Produktionsfunktion gefunden. FDI ist eine internationale Übertragung der unterschiedlich verteilten Faktoren wie K, T und M. Der Außenhandel bindet die spezialisierten Produktionen zwischen den Ländern und spielt eine wichtige Rolle beim effektiven Mechanismus bei der internationalen Arbeitsteilung. Deshalb gehört die FDI-Theorie zur Außenhandelstheorie. Der andere Hauptpunkt von Kojima’s Theorie ist die Übertragung der schwächelnden Industrien im Investitionsland. Das heißt, FDI fängt mit den schwachen Industrien an. Sie werden zuerst vom Investitionsland ins Ausland ausgelagert. Der Begriff der schwächelnden Industrien ist sehr umfangreich. Im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern sind die arbeitsintensiven Branchen schwächelnd geworden. Bei manchen großen Unternehmen genießen die arbeitsintensiven Branchen vielleicht noch viele Vorteile, während bei den mittelständischen und kleinen Unternehmen sie komparative Nachteile besitzen. Seiner Meinung nach werden die idealen FDI entsprechend der internationalen Arbeitsteilung ausgeübt. Die verlagerten Industrien besitzen Vorteile oder potenzielle Vorteile nicht im Investitionsland, sondern im Aufnahmeland. Solche Industrien werden als schwächelnde Industrien für das Investitionsland bezeichnet. Aber für das Aufnahmeland besitzen sie immer noch Vorteile in Hinblick auf Arbeitsplatzbeschaffung, Technologien und Erfahrung bei der Unternehmensführung. Mit dem Einsatz der Produktionsfaktoren werden solche Industrien ins Ausland (Aufnahmeland) verlagert. Gründe dafür sind wie folgt: 1) Die Erweiterung und Verlagerung der schwächelnden Industrien können die Diskrepanz der komparativen Kostenvorteile vergrößern und schließlich den internationalen Handel fördern. 2) Die Erweiterung und Verlagerung der schwächelnden Industrien dienen dazu, die Industriestrukturen der beiden Länder zu optimieren, was die Interessen der beiden Seiten zufrieden stellt. 3) Außerdem spielen die Erweiterung und Verlagerung der schwächelnden Industrien eine effektive Rolle beim Technologientransfer. Weil die Ungleichheit zwischen beiden Ländern in Hinblick auf Technologie und das Niveau der Unternehmensführung angemessen (angepasst) ist, werden FDI nützlich für den Technologientransfer und die Aufnahme im Aufnahmenland. Der Unterschied der Technologien zwischen Investitionsland und Aufnahmeland wird betont. Je größer der Unterschied ist, desto stärker wird die Aufnahme im Aufnahmeland negativ beeinflusst. Das heißt, die Anpassbarkeit zwischen dem Investitionsvermögen im Investitionsland und Aufnahmefähigkeit im Aufnahmeland bzw. die FDI mit geringem Technologienunterschied werden befürwortet. Deshalb wird dieser Ansatz auch als Theorie der angepassten (oder angemessenen) komparativen Vorteile bezeichnet. Weitergehend wird auf die Beziehung zwischen Außenhandel und FDI in Japan fokussiert. Wie oben erwähnt, basieren die Haupttheorien in beiden Bereichen auf der Theorie der komparativen Vorteile. Die beiden Bereiche in Japan substituieren sich nicht, sondern ergänzen sich.

Über den Autor

Wenju Tian, Dr. rer. pol., wurde 1973 in Shandong, VR China geboren. Ihr Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und die Promotion in Wirtschaftswissenschaften an der TH Karlsruhe (heute KIT) schloss die Autorin in den Jahren 2002 und 2008 erfolgreich ab. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat war sie als Studienkoordinatorin für den von China und Deutschland gemeinsam betriebenen Studiengang Internationale Wirtschaft und Außenhandel an der University of Shanghai for Science and Technology (USST) tätig. Heute ist sie als Vize-Direktorin beim Institute for China Neighboring Economies (ICNE) an der USST beschäftigt und befasst sich intensiv mit diversen Wirtschaftsthemen, insbesondere mit internationalen Investitionen und Finanzierung.

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