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Recht


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 07.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 76
Abb.: 6
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Der Begriff Litigation-PR ist im deutschen Sprachgebrauch noch relativ neu. Daher widmet sich diese Untersuchung dieser zukunftsweisenden Thematik und gibt einen Einblick in die Systematik der Litigation-PR. Die Besonderheit bei Litigation-PR liegt zunächst in den Beteiligten, wie z.B. dem Gericht, der Staatsanwaltschaft, den Anwälten und Personen, gegen die ein Ermittlungs- oder gar Gerichtsverfahren eingeleitet wird, und der notwendigen engen Verzahnung der Disziplinen Recht und Kommunikation. Darüber hinaus liegt ein weiteres Merkmal von Litigation-PR darin, dass es sich meist um sehr sensible Fälle handelt, die bei negativem Ausgang persönliche und wirtschaftliche Existenzen zerstören können. Speziell ist auch der rechtliche Rahmen, an dem sich Litigation-PR orientieren muss, um erfolgreich zu sein und keinen Schaden anzurichten. Litigation-PR bietet vielfältige Spielräume rechtlicher sowie kommunikativer Natur und spielt damit eine wichtige Rolle bezüglich der juristischen Kommunikation und für den Reputationsschutz. Als Einstieg in die Materie wird zunächst ein Einblick in die Grundlagen der strategischen Rechtskommunikation (Litigation-PR) gegeben. Darauf folgt eine Darstellung des Kommunikationsprozesses im Einzelnen, worauf im Anschluss der rechtliche Rahmen von Litigation-PR behandelt wird. Die vorliegende Untersuchung schließt mit einem Fazit ab, in dem die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst dargestellt werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel C, Der Kommunikationsprozess im Einzelnen: Der nachfolgende Abschnitt soll die technische Seite der Litigation-PR beleuchten, d.h. was also konkret beim Einsatz von Kommunikationsmitteln beachtet werden sollte, welche Medienformate zur Verfügung stehen und welche Kommunikationskanäle bereitstehen, um eine professionelle Litigation-PR zu betreiben. I, Die Kommunikation unter Berücksichtigung der Individualität des Einzelfalls: Als Grundsatz für prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit gilt, dass es keine Rezepturen oder gar einen Masterplan dafür gibt. Was es jedoch durchaus gibt, sind die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diversen Fällen, was man tun oder besser vermeiden sollte. Des Weiteren gibt es auch Praxiswissen, wie Medien funktionieren und wie man beispielsweise auf Journalisten zugehen sollte oder gute Statements und Texte aufbauen kann. All das widerspricht jedoch nicht der These, dass kein Rechtsfall wie der andere ist. Wer daher eine juristische Auseinandersetzung mit einer Checkliste für eine erfolgreiche Kommunikation begleiten will, wird in Schwierigkeiten geraten. Oft sind der gesunde Menschenverstand und eine Situationsintelligenz der Schlüssel für eine erfolgreiche Litigation-PR. An erster Stelle sollte dabei die Beantwortung grundsätzlicher Fragen stehen um im Anschluss eine Sammlung, Analyse und Interpretation von Fakten auf einer sachlichen Ebene zu betreiben. Nur anhand dieser Informationen kann ein Fundament bzw. eine Plattform für eine aufeinander abgestimmte Prozess- und Kommunikationsstrategie entstehen. Eine sachliche und nüchterne Analyse über den Stand, Entwicklung und Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzung und auch der Rolle der Medien, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie. Daher ist es die beste Herangehensweise für den Einsatz von Litigation-PR die Fakten zu sammeln, zu analysieren und zu interpretieren um eine realistische Prognose zu treffen. Einige allgemeine Beispiele für ein solches Vorgehen bildet der nachfolgende Fragenkatalog ab, der allerdings fallbezogen erweitert und angepasst werden muss: 1. Welche juristische Strategie soll verfolgt werden? Kooperation oder Konfrontation? 2. Wie wird die Öffentlichkeit den Fall bewerten und welches Ergebnis ist realistisch zu erwarten? 3. Täter- oder Opferrolle? Wer ist Freund, wer Gegner? 4. Welche Medien werden sich für den Fall interessieren? Wie hoch wird das Medieninteresse generell sein? 5. Wer tritt in der Öffentlichkeit auf? 6. Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad der involvierten Personen? 7. Lassen sich Kooperationen mit der Staatsanwaltschaft in Bezug auf Medienanfragen vereinbaren, um beispielsweise in einem Wirtschaftsprozess das Unternehmen bzw. dessen Arbeitsplätze zu schützen? II, Erstellung einer Kommunikationsstrategie: Eine Kommunikationsstrategie setzt den Grundstein für eine gleiche, aufeinander abgestimmte und effektive Kommunikation aller Verfahrensbeteiligten. Dafür wird häufig ein Blackbook erstellt, welches eine Situationsbeschreibung, Analyse und Definition der Ziele, Strategie, Wording sowie Fragen und Antworten beinhaltet. Vorliegend soll beispielhaft eine Kommunikationsstrategie für ein Online-Unternehmen herangezogen werden, welches sich in der vorläufigen Insolvenz befand. Ziel war es zu verhindern, dass Bestandskunden abspringen, Mitarbeiter aus Verunsicherung kündigen und Neukunden von Verhandlungen zurückschrecken. Des Weiteren sollte ein Reputationsschaden des Unternehmens vermieden werden, welcher die Verhandlungsposition gegenüber potenzieller neuer Investoren stark beeinträchtigen könnte. Die Kommunikationsstrategie wurde hier in drei Phasen untergliedert, wobei dies keine Allgemeingültigkeit für andere Fälle hat. Zunächst geht es jedoch um die Frage, welche Zielsetzung hinter der Kommunikationsstrategie steckt. Trotz der vorläufigen Insolvenz sollte das Unternehmen kompetent , glaubwürdig und vertrauenswürdig dargestellt werden. Herauszustellen galt es dabei primär, dass sich das Unternehmen auf dem rechten Weg befand und wirtschaftlich und technisch erfolgreich agierte und nur wegen Unstimmigkeiten der Investoren in eine solche wirtschaftliche Schieflage geraten war. Die Kernbotschaften lauten daher: - der Begriff der vorläufigen Insolvenz ist nicht mit einer Pleite gleichzusetzen. - das Unternehmen ist wegen Unstimmigkeiten seitens der Investoren in diese Situation geraten, nicht wegen einer mangelnden Marktfähigkeit. - es gibt großes Interesse seitens neuer Investoren, daher bietet sich für das Unternehmen die Gelegenheit gestärkt aus der Situation herauszukommen. - sogar im aktuellen Zeitpunkt werden Neukunden akquiriert. - die Mitarbeiter arbeiten weiterhin motiviert und professionell. Damit wird deutlich, an wen sich die Kommunikationsstrategie wendet. Zum einen an die Bestandskunden, aber auch an die Mitarbeiter, potenzielle Investoren, die relevante Öffentlichkeit und die gesamte Branche. Die Phasen der Kommunikationsstrategie gliedern sich wie folgt: Phase 1: Die Kommunikationshoheit sollte so früh wie möglich übernommen werden, um Spekulationen und Gerüchten vorzubeugen. Das beinhaltet einen Brief mit erarbeitetem Wording an die Bestandskunden, eine Mitarbeiterinformation, Pressemitteilungen des Unternehmens, ein Exklusivgespräch mit ausgewählten Journalisten aus der Branche und reaktiven Antworten journalistischer Fragen auf Basis des Blackbooks. Phase 2: In der zweiten Phase gilt es die Neugier und Begehrlichkeit der neuen Investoren zu wecken und das Unternehmen so darzustellen, dass das Geschäft erfolgreich weiterläuft. Auch hier werden Pressemitteilungen und Hintergrundgespräche mit bestimmten Journalisten empfohlen. Darüber hinaus könnte noch ein neuer Geschäftsabschluss verkündet werden, der belegt, dass selbst in der kritischen Phase noch Neukunden akquiriert werden. Phase 3: Hier sollte die Bekanntgabe eines neuen Investors erfolgen und damit verbunden das Versprechen, dass man gestärkt aus der vorläufigen Insolvenz hervorgehen kann. Auch eine Darstellung von zukünftigen Erfolgschancen für Mitarbeiter, Kunden, Partner und den Markt an sich kann hier erfolgen. Als Mittel kommen ein gemeinsamer Messeauftritt mit dem neuen Investor auf einer branchenspezifischen Messe, eine Pressemitteilung des Unternehmens oder auch Blogbeiträge auf dem Firmenblog in Betracht. Im Ergebnis konnte anhand dieser Kommunikationsstrategie erreicht werden, dass die Reputation des Unternehmens geschützt wurde. Mitarbeiter, Kunden und auch neue Investoren bestätigten, dass die positive Wahrnehmung des Unternehmens der Hauptgrund war, dem Unternehmen weiterhin zu vertrauen. Folge dessen ist es gewesen, dass kein Kunde in der kritischen Phase abgesprungen ist, Neukunden hinzugewonnen wurden, die Mitarbeiter geblieben sind und sogar die Anzahl der potenziellen Investoren gestiegen ist. III, Die Adressaten von Litigation-PR: Auch zur Frage wer Adressat von Litigation-PR sein soll, gibt es keinen allgemeinen Leitfaden. Vielmehr gilt wieder der Einsatz von Situationsintelligenz, da die anzusprechenden Personen stark vom jeweiligen Fall abhängen und somit individuell zu ermitteln sind. Dabei werden regelmäßig die unterschiedlichen Ressorts, also Journalisten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik oder Vermischtes in Frage kommen. Besonders bei langwidrigen Verfahren ist also zu ermitteln, wer darüber berichtet, um ihn/ sie gezielt anzusprechen. Hilfreich ist daher ein Monitoring der erscheinenden Berichterstattung zum Sammeln der Namen der Journalisten, um diese gezielt anzusprechen. So entwickelt sich sukzessive ein Verteiler, der für die gezielte Platzierung von Informationen genutzt werden kann. Im Bereich Litigation-PR ist die Individualität der anzusprechenden Medien und Journalisten somit sehr ausgeprägt.

Über den Autor

Alexander Anastasopoulos wurde in Hannover geboren. Sein Studium des Wirtschaftsrechts schloss der Autor im Jahre 2014 erfolgreich ab.

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