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Produktart: Buch
Verlag: Igel Verlag
Erscheinungsdatum: 06.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 146
Abb.: 56
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

In der vorliegenden Studie aus dem Jahr 2007 wurden die Anforderungen an die GS1 DataBar Strichcode Familie und der Informationstechnologie mit Fokus auf Warenwirtschaftssysteme und Handelsscanner theoretisch und praktisch untersucht. Es wurden der Einsatz, die Nutzenpotenziale sowie die Leistungsfähigkeit der intelligenten Barcodes an Scanner und Warenwirtschaftssysteme zur neuen GS1 DataBar Familie in fünf unterschiedlichen Themenblöcken abgefragt. Das Ergebnis zeigt, dass seitens Industrie, vor allem aber im Lebensmittelhandel großes Interesse an der Nutzung der Mehrinformation besteht. Besonders im Bereich der gewichtsvariablen Produkte für den Point of Sale bei Obst, Gemüse, Fleisch und Fleischwaren, Käse etc. wird laut Expertenmeinung eine positive Entwicklung zu beobachten sein. Neben Haltbarkeit und Gewicht kann auch eine Chargennummer transportiert werden. Interne Nummernsysteme, die heute vor allem im länderübergreifenden Warenverkehr zu Problemen führen können, werden durch die vollständige Integration der Global Trade Item Number langfristig durch die GS1 DataBar Expanded Symbole abgelöst. Dem Nutzen stehen laut Expertenmeinung jedoch hohe Implementierungskosten im Bereich der Informationstechnologie gegenüber. Die Untersuchung zeigt, dass speziell technische Herausforderungen (Anpassung der Soft-/Hardware) seitens Industrie, Handel und Lösungsanbietern erfüllt werden müssen, um die Vorteile der GS1 DataBar Strichcodes nutzen zu können. Seit geraumer Zeit wurden bereits erste Pilotanwendungen mit dem GS1 DataBar Strichcodesymbol auf Frischeprodukte in Österreich mit Experten innovativer Frischeindustrieunternehmen und führender Handelshäuser gestartet und erfolgreich implementiert. Ein verstärkter Einsatz des GS1 DataBar Strichcodes könnte auch die gestiegenen Anforderungen der Konsumenten an die Lebensmittelproduktdeklaration (Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) aus EU 1169/2011) erfüllen. Die vorliegende Delphi-Studie, welche sich für Zukunftsbetrachtungen etabliert hat, verdeutlicht ein breites Spektrum bislang unbeantworteter Fragen in der Thematik und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen unter Einbeziehung von Fallstudien, um Wissenslücken zu schließen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.7, RFID im Vergleich zu heutigen Strichcodesymbolen: Elektronische Kassen- und Scanning Systeme sind uns heute sehr vertraut. Handelte es sich vor Jahren bei Geschlossenen Warenwirtschaftssystemen um ein wichtiges Schlagwort, löst heute die RFID- (Radiofrequenz Identifikation) Technik Überlegungen aus. Ob sich der Einsatz von RFID in der Logistik lohnt oder nicht, ist deshalb ein häufig diskutiertes Thema. Durch das berührungslose Erkennen von Waren, bei dem im Gegensatz zur herkömmlichen Barcodetechnik kein Sichtkontakt erforderlich ist, bieten sich mit RFID neue Perspektiven. Damit die RFID-Technologie branchenübergreifend eingesetzt werden kann, sind entsprechende Standards notwendig. Die Spezifikationen der RFID-Standardisierungsorganisation EPCglobal integrieren bestehende GS1 Standards zur Produkt- und Objektidentifikation. Beim Electronic Product Code (EPC) handelt es sich um eine global eindeutige, serialisierte Identifikationsnummer zur universellen Kennzeichnung physischer Objekte mittels Radiofrequenztags. Im Vergleich zu heutigen Strichcodesystemen befindet sich auf einem EPC Transponder eine nicht sprechende Nummer (GTIN) die dem jeweiligen Produkt zugeordnet ist. Der EPC wird über elektromagnetische Wellen vom EPC Transponder zum Lesegerät übertragen. Bei Strichcodes passiert dies über Sichtkontakt mit Laser- oder Kameratechnik. In einer vom Handelspartner eingerichteten Datenbank befinden sich die Produktinformationen zum EPC, wie z.B. Artikelbezeichnung oder Preis. Erst durch die Verknüpfung der Nummer mit den Datenbankinformationen können Auswertungsprozesse wie das Kassieren oder Nachbestellen erfolgen. Mit dem EPC alleine lässt sich nicht anfangen. Kotzab/Messeritsch vertreten die Meinung, je näher die Unternehmen dem Endkonsumenten angesiedelt sind, desto durchgängiger sind zum Teil automatisierte Scanning Systeme vorhanden. Speziell in Österreich mit einer starken und gut funktionierenden Scanner Durchdringung darf die RFID Technologie auf keinen Fall als Ersatz für den Strichcode behandelt werden. Die RFID Technologie hat aber Potential, um sich in Österreich als branchenspezifisches Nische Produkt zu etablieren. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit lässt sich sagen, dass die Verwendung der GTIN sowohl im Barcode als auch in RFID-Anwendungen mit dem EPC (sGTIN) den eindeutigen Schlüssel zu Datenbanksystemen darstellt. 2.8 Fazit Das Kapitel 2 hat gezeigt, dass die GTIN als weltweit eindeutige Produktidentifikation den Schlüssel für viele weitere Anwendungen (EDI, GDSN, EPC) darstellt. Im Blickwinkel der Forschungsfrage 1, die sich der Untersuchung der Nutzenpotentiale des GS1 DataBar im Frischebereich widmet, wurde im Abschnitt 2.4 gezeigt, dass speziell im Frischebereich (Obst, Gemüse, Fleisch, Wurstwaren, Käse etc.) des Lebensmittelhandels nationale (interne) Nummerierungssysteme von GS1 zum Einsatz kommen. Diese sprechenden Nummernsysteme sind national definiert und in den verschiedensten Ausprägungen vorhanden. Speziell für diesen Bereich identifiziert die Autorin Girz große Potentiale zur Verwendung des den neuen GS1 DataBar Expanded Symbols, da dieses Symbol zur internationalen GTIN auch nötige Zusatzinformation (z.B. Gewicht) abbilden kann. [...] 3.5, Nutzenpotentiale der GS1 DataBar Strichcodes: Zur Kennzeichnung von mengenvariabler Frischeware am POS gibt es heute nur suboptimale Lösungen. Sie basieren auf nationalen, zum Teil generischen Codes zur Kennzeichnung mengenvariabler Frischeware und erschweren oder verhindern so eine Rückverfolgbarkeit über länderübergreifende Lieferketten hinweg. Transparenz und Rückverfolgbarkeit bis zum POS nehmen heute aber einen immer wichtigeren Stellenwert für Handel und Frischeindustrie ein. Mit den leistungsfähigeren GS1 DataBar Strichcodes eröffnen sich für Industrie und Handel neue Perspektiven, was eine im Jahr 2001 durchgeführte Studie zum GS1 DataBar (RSS) Strichcode beweist. Die US-Studie richtete ihren Focus auf den Bereich der leicht verderblichen Waren (Frischebereich). Im nächsten Abschnitt werden die Nutzenpotentiale, die für eine Implementierung im Handel sprechen, präsentiert. 3.5.1, US-Studie zum Einsatz des GS1 DataBar im Frischebereich: Im August 2001 wurden die Ergebnisse der von der Perishables Group durchgeführten Studie betreffend einer GS1 DataBar Kosten-/Nutzenanalyse vorgestellt. Die Hauptziele der von der Uniform Code Council (heute GS1 US) beauftragen Untersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen: - Messung der Vorteile der GS1 DataBar (RSS) Strichcodes, - Kostenverständnis und daraus ableitbare Auswirkungen für den Frischebereich, - Detaillierte Betrachtung der Prozesse im Frischebereich und deren Anwendung auf Category Management Prozesse (Warengruppenmanagement), - Identifikation von Prozessänderungen, die eine Implementierung mit sich bringt, - Kostenquantifizierung für technische Aufrüstung bzw. Austausch vorhandener Technik (z.B. Scanner, Software) Die Studie wurde unter Betrachtung einer Frischelieferkette als Entscheidungsbasis für Industrie und Handel durchgeführt. Die Ergebnisse der amerikanischen Studie stützen sich auf Basis eines Handels-Filialbetriebes mit rund 100 Filialen. Die Ergebnisse in Tabelle 7 auf einem Blick: Vorteile. Die Verwendung von GS1 DataBar-Etiketten sichert dem Handel eine jährliche betriebliche Einsparung von rund 2,32 Mill. USD bei Obst und Gemüse und rund 2,33 Mill. USD bei Fleisch. Die Genauigkeit von GS1 DataBar lässt auf eine jährliche Reduktion von Schwund (Shrinkage) von über 7,3 Mill. USD zu. Die Verwendung des GS1 DataBar führt zu effizienteren Category Management und E-Commerce Programmen was zum Anstieg des Verkaufs und damit zu Umsatzzuwächsen führt. Mit GS1 DataBar gekennzeichnete Endverbrauchereinheiten tragen im verstärkten Maß zur Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit von Frischeprodukten bei. Nachteile. Die Investitionskosten für die Aufrüstung der Technik (Hard-/Software) betragen für den Handel rund 2.600 USD pro Filiale, wobei die Kosten für den Kauf von neuem Equipment und Software bei rund 62.000 USD pro Filiale liegen. Obst- und Gemüseproduzenten kostet die Ausstattung mit GS1 DataBar (Equipment/Material) rund 2,3 Cent per Kiste/Karton und Fleischlieferanten rund 5 Cent pro Kiste/Karton. Aus der Studie ist zu entnehmen, dass Handelsbetriebe, die nur eine Aufrüstung des Equipments benötigen, die Investitionen innerhalb des ersten Jahres zurückbekommen werden. Bei einem Neukauf des Equipments soll es rund 17 Monate benötigen bis der Break Even Point (BEP) erreicht ist. Durch eine effiziente Kassierpersonalschulung und die Erreichung einer entsprechenden Label Qualität können sich die Investitionskosten noch schneller amortisieren. Aus aktuellen Publikationen von GS1 ist zu entnehmen, das Wal-Mart und Loblaws den GS1 DataBar seit Juni 2006 implementiert haben. Über 60 Händler sowie Kroger Supermarkets haben ihr Interesse an der Mitarbeit des Pilotprojektes bekannt gegeben. Im Speziellen geht es um die Kennzeichnung loser Äpfel und Bananen unter der Integration aller Verteilzentren. 3.5.2, Vorteile im Überblick: Die Verwendung der leistungsfähigeren GS1 DataBar Strichcodes eröffnet Produzenten als auch Händlern neue Perspektiven in der Zusammenarbeit. Die Vorteile in Tabelle 8: Vorteile durch den Einsatz von GS1 DataBar Strichcodes. - Rückverfolgbarkeit und effiziente Produktrückrufe, - Besseres Verkaufs- und Abverkaufs Management durch die Vercodierung von Haltbarkeitsdaten für den POS, - Besseres Verständnis zur Messung von Konsumenteneinkaufsverhalten, - Besseres Management von mengenvariablen Produkten (Frischeware), - Daten Synchronisation (GDSN) für mengenvariable Produkte, - Höhere Genauigkeit und schnellere Erfassung am POS für Frischeprodukte (durch die Eliminierung von PLU – Price look up Codes) beim Kassier Vorgang und Self-Check out, - Identifizierung des Herstellers von loser Frischeware direkt auf der einzelnen Endverbrauchereinheit (z.B. ein Apfel), - Kennzeichnung mit weltweit eindeutigen Strichcodes über Landesgrenzen hinweg (multi-lingual), - Erleichterung von Category Management Prozesse auf Grund eindeutiger Produktidentifikation im Frischebereich, - Schwundreduktion (auf Grund genauerer Daten), - Möglichkeit der Vercodierung von relevanter Zusatzinformation bei Büchern und seriellen Erscheinungen, - Das Ende von 99,99 Preislimitationen bei vielen Instore-Lösungen, - Schnellere, bessere Scan-Performance am POS, - Effizienteres Coupon-/Gutscheinmanagement durch die Verschlüsselung wichtiger Zusatzinformation (Gültigkeitsdatum, Serialisierung…), etc. … Als Nachteile einer Implementierung eines neuen Standards (auch beim GS1 DataBar Symbol) können hohe Implementierungskosten […] genannt werden, dessen Höhe vor allem vom jeweilig verwendeten technischen Stand der jeweiligen Unternehmen abhängig sein wird. Piller, Bereichsleiter der GS1 Standards bei GS1 Austria hält dazu fest, …dass alle Anwendungen, die heute mit EAN/UPC Strichcodes zufriedenstellend funktionieren, unverändert bleiben sollen. Demnach sollen nur jene Produkte mit den neuen GS1 DataBar Strichcodes gekennzeichnet werden, wo heute keine oder nur unzureichende Lösungen existieren. 3.6, Fazit: Das Kapitel 3 hat gezeigt, dass die GS1 DataBar Strichcodefamilie insgesamt sieben verschiedene Symbole beinhaltet. Dabei wurden die, für den klassischen Einsatz im Handel (POS) am besten geeigneten vier Symbole herausgearbeitet (vgl. Kap. 3.4). In Anbetracht der Forschungsfrage 1, die die Nutzenpotentiale der GS1 DataBar Strichcodesymbole für den Frischebereich untersuchen soll, wurde nun im vorliegenden Kapitel bestätigt, das laut einer US-Studie die Einführung der neuen GS1 DataBar Strichcodes im Frischebereich positive betriebswirtschaftliche Auswirkungen (vgl. Kap. 3.5) hat. Aus Sicht der Autorin Girz gilt es nun, die gestiegenen Anforderungen der GS1 DataBar Symbole an die Informationstechnologie (Scanner, Warenwirtschaft) zu analysieren.

Über den Autor

Mag. (FH) Heidrun R. Girz wurde 1972 in Judenburg (Österreich) geboren. Ihr berufsbegleitendes Studium Entrepreneurship und Management an der Fachhochschule Wien schloss die Autorin im Jahre 2007 mit dem akademischen Grad der Magistra erfolgreich ab. Girz startete Ihre Karriere im Lebensmittel- und Textilhandel und der Informationstechnologie. Bei GS1 und ECR managte sie zahlreiche Innovationsprojekte in enger Zusammenarbeit mit der Konsumgüterindustrie und dem Handel. Dabei verantwortete sie die Spezialbereiche Frische, Kundenkarten/Coupons und begleitete die Einführung des GS1 DataBar Strichcodes. Als Customer Collaboration Manager bei einem führenden Getränkehersteller etablierte sie eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen der FMCG Branche, dem Lebensmittelhandel und den Konsumenten. Als Konzern-Innovationsmanagerin und Mitglied des ECR Steering Committee setzt sie ihr breites Wissen in innovative Projekte um und begleitet die Konzerngesellschaften bei der Innovationsarbeit.

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