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  • Radio für Kinder. Trends und Entwicklungen von Kinderhörfunk im dualen System

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Produktart: Buch
Verlag: Igel Verlag
Erscheinungsdatum: 01.2018
AuflagenNr.: 1
Seiten: 124
Abb.: 14
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Radio für Kinder ist wichtig! Nirgends sonst werden Phantasie und Kreativität so stark gefördert, wie beim Zuhören. Doch warum ist es so schwer, ein ganztägiges Radioprogramm für Kinder zu finden? Was macht Radio kinderfreundlich und kindgerecht? Welchen Kriterien sollte Kinderradio entsprechen, um pädagogisch wertvoll, fördernd und gleichzeitig unterhaltsam zu sein? Was wünschen sich die jungen Hörer? Was deren Eltern? 2007 knüpfte die Autorin an die Diplomarbeit von Anke Burmeister von 1997 an und entwickelte eine aktuelle Bestandsaufnahme, analysierte das Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen und entwickelte daraus Kriterien für ein qualitätsvolles Kinderradio. Anhand dieser Kriterien wurde der erste deutsche private Kinderradiosender eingehend untersucht.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.3 Wirken von Radio auf Kinder Was kann bzw. soll Radio bei Kindern bewirken? Die Medien – im Speziellen der Hörfunk – liefern Informationen, dienen der Unterhaltung, können aber auch ängstigen, desorientieren und langfristig beeinträchtigen, wenn Inhalte nicht altersgerecht sind. (Mohr, Inge in Arbeitsgemeinschaft der ö.-r. Rundfunkanstalten der Bundesrepublik 2005 S. 49). Die Rezeption von Radio durch Kinder stellt somit einerseits Chancen und Möglichkeiten, welche die Notwendigkeit von Radio aufweisen, und andererseits Gefahren dar, welche verdeutlichen, dass es notwendig ist, Kriterien für Kinderradio aufzustellen. Im Folgenden sind diese aufgelistet: Gefahren durch Radio-/Medienrezeption: - Werbung wird nicht von Inhalten unterschieden - Fiktives wird nicht von Reellem unterschieden - Gefahr durch Darstellung von gewalttätigen und sexuellen Handlungen - Reizüberflutung (bei nicht altersangemessenen Sendungen, unangemessene Lautstärke) - Störungen der Entwicklung der sprachlichen Kompetenz - Verlust innerfamiliärer Kommunikation - mehr Zeit für Medien verwendet, weniger Zeit für andere kulturelle und sozial wertvolle Aktivitäten - Rückgang der Lesekultur Möglichkeiten durch Radiorezeption: - Erziehung in Form vom Einhalten des Tagesrhythmus - altersgerechte Wissensvermittlung - verständliche Erklärung der Umwelt - Moodmanagement - Schulen des Hörsinns durch Ästhetik - Schulen des intensiven Zuhörens - Sprach- und Lesekompetenz fördern - Radio liefert Gesprächsstoff Anhand dieser Auflistung ist zu erkennen, dass viele Gefahren auch als Chancen gesehen werden können. Somit wird davon ausgegangen, dass die Gefahren von Radiorezeption hauptsächlich in der Vermittlung falscher Inhalte liegen. Wenn das Programm an die Bedürfnisse der Kinder angepasst ist, und die Möglichkeiten der Entwicklungs- und Kompetenzförderung voll ausschöpft sind, hat Radio prinzipiell meist positiven Nutzen für die kleinen Hörer. Diese Auflistungen dienen unter anderem als Basis für die Erstellung der Kriterien für Kinderradio. Um mit einem Radioprogramm intensiv Kinder zu fördern, und eben ein Programm zu schaffen, das nur für Kinder gemacht ist, wurde versucht, diesen Ansprüchen in speziell für Kinder definierten Radioformaten gerecht zu werden. 2.4 Format von Kinderradio In den neunziger Jahren wurden in den USA für Kinder eigene Radioformate entwickelt, wie z.B. Pre-Teen und Children’s Radio . Die Definition von Pre-Teen: Although we call this Pre-teen this station can appeal to children ages six through 16. The format is generally a very young skewing CHR station with high energy disc jockeys, call-ins and a large proportion of novelty records. (Devine, Cathy u.a. (2002) S. 8). Im Mittelpunkt steht hierbei die musikalische Ausrichtung mit aktueller Chart-Musik unterschiedlicher Genres. Children’s Radio wird im Gegensatz zum Pre-Teen durch geringeren Musik- und höheren Wort-Anteil, durch Geschichten und Spiele, als Nischenprogramm mit alternativer Babysitter-Funktion zum Fernsehen gesehen: Children’s stations offer music, games, stories with adults and children as hosts. A relative newcomer in the game of niche programming, these stations are cropping up in many markets and offer parents an alternative to TV-baby-sitting. Minneapolis-based Radio Aahs offers a satellite-delivered programming service for pre-teens. (www.radioguide.com (28.7.2006). Ergebnisse von Umfragen in den USA bezüglich der Nutzungsdauer und -häufigkeit lassen ähnliche Verhaltensmuster aufweisen wie bei deutschen Kindern (vgl. Punkt 2.2). Daraus lässt sich jedoch schließen, dass sich in den USA, durch das große Angebot an Formatradio, schon jüngere Kinder an Programmformate binden, wenn diese am Markt sind. Kinder etablierten sich hier als kaufkräftige Zielgruppe. Angesichts dieses Hintergrundes biete es sich an, einen Blick auf die amerikanische Radiolandschaft zu werfen und diese mit der deutschen zu vergleichen und zu analysieren, so Mohr. In den letzten 20 Jahren wurde der deutsche Radiomarkt durch das amerikanische Formatradio stark beeinflusst. Aufgrund der hohen Nutzungsähnlichkeit von Radio ist zu schlussfolgern, dass in der Zielgruppe Kinder in Deutschland das gleiche Kauf- bzw. Entscheidungspotential steckt wie in Amerika. 2.5 Kinderradio in Deutschland Auf einen historischen Überblick wird, wie bereits erwähnt, verzichtet. Weiterführende Literatur zur Hörfunkgeschichte von Kinderradio von 1924 bis in die neunziger Jahre ist ebenfalls in der Einleitung in Kapitel 1 vermerkt. Dafür wird ein kurzer Überblick über das 2007 vorherrschende Angebot sowohl im öffentlich-rechtlichen, als auch im nicht-kommerziellen Hörfunk gegeben. Als wichtigere Untersuchungsbasis wird bezüglich der Radiolandschaft in Deutschland nicht die bisherige Entwicklung von Kinderradio sondern das aktuelle Kinderhörfunkprogramm angesehen. Dieses steht als Vergleichs- sowie als Konkurrenzprogramm direkt dem zu untersuchenden privaten Kinderradiosender gegenüber. 2.5.1 Kinderprogramme im öffentlich-rechtlichen Hörfunk Das öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramm bietet schon seit vielen Jahren spezielle Sendungen für Kinder. Diese sind jedoch gut gemacht und schwer zu finden . Denn im Gegensatz zum Hörfunk anderer Zielgruppen bieten die öffentlich-rechtlichen Sender kein Ganztagsprogramm für Kinder an. In Berlin und Brandenburg wird täglich von 19.04 bis 19.10 Uhr ‚Zappelduster‘ auf Antenne Brandenburg für Kinder zwischen 5 und 7 Jahren gesendet. Hier kommen nicht nur Moderatoren, sondern auch Kinder zu Wort. Von 19.30 bis 19.40 Uhr folgt der Ohrenbär auf Radio ‚88acht‘ für Kinder zwischen 4 und 8 Jahren mit einer kleinen Vorlesegeschichte. Sonntags von 8.04 bis 9.00 Uhr wird die Sendung Klassik für Kinder von Kulturradio ausgestrahlt. Sie beinhaltet Geschichten mit viel klassischer Musik, Berichten und CD-Tests.

Über den Autor

1983 in Südbrandenburg geboren, studierte Manuela Paulick in Flensburg, Denpasar und Potsdam. Im Rahmen ihres Masterstudiums entwickelte sie 2007 die Idee zu diesem Buch, welches im Jahr 2017 beendet wurde. Die Wirtschafts-, Medien- und Verwaltungswissenschaftlerin arbeitet und lebt derzeit mit ihrer Familie in Berlin.

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