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Sozialwissenschaften

Michaela Hübner

Bildung für Jedermann? Der lange Weg der Kosovo-Albaner zur Bildung

ISBN: 978-3-95549-407-0

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 07.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 56
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Unter dem Titel ‘Bildung für Jedermann? Der lange Weg der Kosovo-Albaner zur Bildung’ wird in diesem Buch die interkulturelle Pädagogik behandelt. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Hintergründen des Kosovo-Konflikts und dem darunter leidenden Bildungssystem. Behandelt werden zudem die Fragen, welche Rolle Miloševic in diesem Krieg spielte, was die albanische Diaspora dazu beitrug und wie die Großmächte agierten. Die Relevanz dieses Themas besteht demnach darin, dass aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen Tausende Kosovaren ihr Land verlassen, in anderen Ländern Zuflucht finden, versorgt und für die Zeit ihres Aufenthaltes in Bildungseinrichtungen untergebracht werden mussten. Dies erforderte seitens der Aufnahmeländer interkulturelle Kompetenz, welche die Umstände, die zur Flucht beigetragen haben, zu verstehen voraussetzt, ebenso wie über die Grundzüge der interkulturellen Pädagogik Bescheid zu wissen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 4, Bildung im Kosovo: Nach eingehender Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen des Kosovo möchte ich nun auf die Bildungssituation im Kosovo bzw. Jugoslawien eingehen. Bildung ist heute nicht mehr wegzudenken. ‘Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr’ heißt es schon von Klein an. Und tatsächlich, schon vor Eintritt in den Kindergarten wird abgewogen, welche Einrichtung für das Kind als Vorbereitung für die Schule am förderlichsten sei, da nur die richtige Schule die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen kann. Wenn das Kind erst einmal in der Schule ist, die mittlerweile schon vielerorts ganztägig ist, wird versucht auch die Freizeit so zu gestalten, dass dem Kind Bildung widerfährt, sei es beim Ausüben eines Sportes zur Charakterbildung oder beim Erlernen eines Instrumentes, damit besonders früh das Kreativzentrum im Gehirn weiterausgebildet wird etc. Dann geht es weiter mit der Sekundarstufe, Lehre oder Studium usw. das ganze Leben lang und überall ist man mit Bildung konfrontiert. Dem Begriff Bildung kann man laut Hoffmann (1999) keine allgemein gültige Definition zuordnen, da es sich hierbei um einen historisch wandelbaren, gesellschafts- und kulturabhängigen Begriff handelt. Bei Löw (2003) beispielsweise spielt der Freiheitsgedanke zur Bildung des Individuums eine große Rolle (vgl. Huss 2008, S. 16f). ‘Mit Bildung verbindet sich zunächst die Idee von der Freiheit des Individuums und der Selbstverwirklichung des Menschlichen im Menschen. Bildung bezeichnet dabei sowohl den Prozess des Bildens als auch das Resultat, des Gebildetsein.’ (Löw 2003 zit. n. Huss 2008, S. 17) Diesen Versuch einer Definition finde ich im Kontext der Bildungssituation im Kosovo bzw. Jugoslawien am passendsten, da die Menschen dort lange ihrer geistigen Freiheit beraubt waren. Wie die Bildung doch noch den Einzug in ein Land, das von einer hohen Analphabetenrate geprägt war, führe ich im kommenden Kapitel aus. 4.1, Bildung im Kosovo nach 1945: In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg begannen, aufgrund der Analphabetenrate von 62,5%, Alphabetisierungskampagnen in ganz Jugoslawien. Im Kosovo waren zwischen 1945 und 1950 rund 390 000 Menschen zu diesen Kampagnen angemeldet, von welchen knapp zwei Drittel einen positiven Abschluss schafften. Nach und nach konnte ein Rückgang der Analphabetenrate verzeichnet werden (vgl. Schmitt 2008, S. 238). Nebenbei wurde das zunächst noch vierjährige Grundschulsystem erweitert. Im Jahr 1953 gab es zum Vergleich zu 1945 mit 582 Schulen fast doppelt so viele, als zuvor. Die Klassen waren nach ihren Nationalitäten getrennt. Die Albaner, Serben, Türken etc. lernten in getrennten Klassen. 1958 wurde das vierjährige Grundschulsystem auf acht Jahre erweitert (vgl. ebd. S. 238).

Über den Autor

Michaela Hübner, B. A., wurde 1988 in St. Veit/Glan geboren. Ihr Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften schloss sie im Jahr 2013 mit dem akademischen Grad der Bakkalaurea ab. Die kurze, herzliche Freundschaft mit einer Mitschülerin, die aufgrund des Kosovo-Krieges nach Österreich geflüchtet war und nur für ein Schuljahr bleiben durfte, erweckte Interesse an den Hintergründen dieses Krieges und veranlasste die Autorin dieses Buches zu schreiben.

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