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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 10.2019
AuflagenNr.: 1
Seiten: 68
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Das vorliegende Buch befasst sich mit der Bedeutung familienorientierter Personalpolitik für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Abhandlung bearbeitet die Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarung von Familie und Beruf unterstützen können und davon selbst profitieren. Des Weiteren wird untersucht, welche Bedeutung die Qualität der Betreuungseinrichtung zum einen für die kindliche Entwicklung, zum anderen aber auch für die Erwerbstätigkeit der Eltern hat. Darüber wird aufgezeigt, welchen Einfluss das Unternehmen auf die pädagogische Arbeit der Einrichtung und auf die Entscheidungsfreiheit der Eltern bezüglich des Zeitpunktes des beruflichen Wiedereinstieges hat. Abschließend wird der Frage nachgegangen, welche positiven oder negativen Auswirkungen die frühzeitige Fremdbetreuung auf die Kinder hat. Die Fragen werden beantwortet durch das Heranziehen von Literatur aus den Bereichen Familiensoziologie, Kinderbetreuung, Kindesentwicklung sowie Unternehmensführung und Familienpolitik. Außerdem liefert eine Elternumfrage, in Form eines Fragebogens, Antworten aus der Praxis. Durch einen kurzen historischen Abriss werden die Entwicklung und die heutige Bedeutung von Familie und Kinderbetreuung aufgezeigt.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.2 Die Bedeutung der Kinderbetreuung für die heutige Zeit: Blickt man zu den Anfängen der Kinderbetreuung zurück so ist festzustellen, dass die Einrichtungen in erster Linie die Aufgabe hatten bedürftige Kinder zu verwahren. Es handelte sich um Kinder aus Familien die selbst ihrer Aufgabe zur Erziehung und Pflege der Kinder nicht gerecht werden konnten, etwa weil die Mutter arbeiten gehen musste oder weil sie zu arm waren. Schnell entdeckte die wohlhabendere Gesellschaft aber diese Form der Unterbringung für sich. Ihre Kinder sollten in Pflicht und Gehorsam Religion und musisch - kreativen Ausdrucksweise gelehrt werden. Hierfür wurden die sog. Kleinkinderschulen ins Leben gerufen und es entstand somit eine Kinderbetreuung zweier Klassen. Die armen Kinder wurden ganztägig verwahrt, während die besser situierten die meiste Zeit des Tages im Schoße der Mutter verbringen durften, welches nach damaliger Erkenntnis für das Wohle und die gesunde Entwicklung des Kindes unabdingbar gewesen ist (vgl. Aden- Grossmann, 2011: S. 16f). Mit der Gründung des Kindergartens im 19. Jahrhundert legte Friedrich Fröbel den Grundstein für unser heutiges Verständnis von Kinderbetreuung. Durch seine pädagogische Konzeption und seiner Qualifizierung des Personals professionalisierte er die Betreuungseinrichtungen und ebnete den Weg für die Entwicklung von der Bewahranstalt zur Bildungseinrichtung (vgl. Aden- Grossman, 2011.S.30). Schon damals erkannte man, dass zu Gunsten der Chancengleichheit, Kinder beider Klassen in den Genuss dieser qualitativ hochwertigen Betreuung kommen sollten (vgl. Aden- Grossmann, 2011: S. 35). Ab den 60er Jahren, wurde der Kindergarten als eine halbtägige, familienergänzende Einrichtung etabliert, die das Kind unterhalten und fördern sollte. Immer mehr rückte das Thema Bildung und Vorbereitung auf die Schule in den Focus. Durch verschiedene Reformen und curriculare Veränderungen wurde der Kindergarten zur Bildungseinrichtung und durchlief somit einen Imagewandel. Parallel hierzu wuchsen die Anforderungen an das Personal und an die Ausbildungsstandards zur staatlich anerkannten Erzieherin (wie bereits in Kapitel 4.1.2 thematisiert). In der heutigen Zeit, hat der Kindergarten also eine wichtige Bedeutung für familienergänzende Erziehung und Betreuung. Das Kind soll hier einerseits einen geschützten Raum erhalten, in dem es Kind sein darf und sich durch Spieltrieb, Forscherdrang und Neugier die Welt erschließen darf. Anderseits soll das Kind hier aber bereits auf die Schule vorbereitet werden und das nötige Rüstzeug mitbekommen, um gewappnet für den Ernst des Lebens zu sein (vgl. Aden- Grossmann, 2001: S.87 f). Nahezu jedes Kind besucht, spätestens mit Vollendung des dritten Lebensjahres, genauso selbstverständlich einen Kindergarten bzw. eine Kindertagesstätte wie es mit sechs Jahren die Schule besuchen wird. Blickt man auf die vergangenen zehn Jahre zurück, so ist es heute genauso üblich, dass Kinder unter drei Jahren in Tagesstätten oder durch eine Tagesmutter betreut werden. Die Verweildauer ist allerdings verschieden. Während es immer noch das klassisches Modell des Kindergartens gibt, in dem die Kinder mittags nach Hause gehen, so bleibt mittlerweile ein Großteil der Spielkameraden zum Mittagessen und ggf. zum Mittagsschlaf in der Einrichtung und verbringt dort seine Zeit bis in den späten Nachmittag oder frühen Abend. Ein genauer Blick zeigt, dass die Kinderbetreuung trotz aller Fortschritte in der Qualität, einen Rückschritt in vergangene Zeiten macht, nämlich mit der Erfüllung der Aufgabe, Kinder aufzufangen und den Erziehungsauftrag zu übernehmen, wenn die Eltern selbst – heute aufgrund der Erwerbstätigkeit von Frauen – nicht dazu in der Lage sind. Und wenn man früher daran appellierte, wie wichtig die Anwesenheit der Mutter für die Entwicklung des Kindes sei und eine ganztägige Betreuung sich gar schädlich auf das Kindeswohl auswirken könne, so beruft man sich heute darauf, wie wichtig Bildung bereits im Kleinkindalter ist und wie positiv die Anwesenheit von Gleichaltrigen sich auf die Kinder auswirke(vgl. Pfundt, 2004:S. 256). Denn im Zuge der Entwicklung des Doppelverdiener- Modells ist heute neben dem Aspekt Kindergarten als Bildungseinrichtung der Aspekt der Vereinbarung von Familie und Beruf ein grundlegendes gesellschaftliches Bedürfnis. Aus dem Kindergarten wurde die Kindertagesstätte und diese ist für Eltern ein wichtiger Partner geworden, um den Alltag zu bewältigen. Damit wachsen die Anforderungen. Die Betreuungszeiten sollen flexibel, vor allem aber kompatibel mit den Arbeitszeiten der Eltern sein. Da die Kinder den Großteil des Tages in der Einrichtung verbringen, muss diese für ausgewogene, gesunde Mahlzeiten sorgen und einen gemütlichen Schlafplatz für die Mittagsruhe bieten. Auch Freizeitaktivtäten wie Sport oder Musikschule, werden häufig in Kooperation mit externen Partnern in der Einrichtung angeboten. Bei der Vielzahl an neuen Herausforderungen, darf die Qualität der pädagogischen Arbeit nicht in den Hintergrund gelangen. Die Kindertagesstätte bleibt eine Bildungseinrichtung über deren Konzeption und Image Eltern sich im Vorfeld der Anmeldung genauestens informieren. Wollen sie doch selbstverständlich nur das Beste für ihr Kind, wenn sie dieses für einen so langen Zeitraum in fremde Hände geben. Für das Kind, wird die Kita aufgrund der vielen Stunden, die es dort verbringt zu einem emotional vertrauten Ort. Ein partnerschaftliches und vertrauensvolles Miteinander zwischen Erziehern und Eltern ist zum Wohle des Kindes unerlässlich. Kinderbetreuung heute ist also mehr als basteln und spielen sie greift in das Familienleben ein, in dem sie unterstützend und teilweise auch ersetzend wirkt. Denn nur so ist es möglich das Berufsleben mit der Familie zu vereinbaren, ohne dass die Karriere auf Kosten der Kinder geht. Diese Tatsache haben bereits viele große Unternehmen erkannt und sich zu Eigen gemacht. In ein bereits bestehendes buntes Bild der Trägervielfalt reihen sich mehr und mehr private Träger ein. Häufig sind dies Betriebskitas. Unternehmen könne ihren Mitarbeitern Kitaplätze garantieren und ermöglichen damit einen leichteren oder sogar früheren Wiedereinstieg. Welche Vorteile dies für die Unternehmen hat, und welche Chancen aber auch Gefahren für die Eltern entstehen können zeigen die nächsten Kapitel.

Über den Autor

Yvonne Oberbeckmann wurde 1983 in Gütersloh geboren. Nach ihrem Abitur und ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin arbeitete sie in einer Kindertagesstätte, welche durch die Initiative eines weltweit agierenden Unternehmens gegründet wurde und sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahnen schrieb. Die Autorin ist Mutter dreier Söhne und studierte während ihrer Elternzeit Sozialpädagogik und Management in Bielefeld. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen und ihrer Rolle als Mutter befasste sie sich währenddessen intensiv mit den notwendigen Faktoren, um Familienleben und Berufstätigkeit erfolgreich zu vereinbaren. Im Vordergrund ihrer Recherchen stand hierbei die familienfreundliche Personalpolitik. Aber auch die Qualität der Kindertageseinrichtung sowie die Auswirkungen der Fremdbetreuung auf das Kind thematisiert sie in ihrem Buch.

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