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Sozialwissenschaften

Linda Engelbrecht

Multitasking im Straßenverkehr: Eine reelle Gefahr?

ISBN: 978-3-86341-434-4

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 10.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 72
Abb.: 22
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

In zahlreichen Studien konnte die negative Auswirkung der Mobiltelefonbenutzung während der Autofahrt als Doppelaufgaben-Interferenz nachgewiesen werden. Der Gesetzgeber hat darauf reagiert und Telefongespräche während der Fahrt verboten, sofern das Telefongerät dafür mit der Hand aufgenommen oder gehalten werden muss. Obwohl vielfach nachgewiesen wurde, dass es nicht die motorische Komponente ist, die zu einer Erhöhung des Unfallrisikos führt, sondern die kognitive Überlastung während des Telefonierens, erlaubt der Gesetzgeber weiterhin Telefongespräche über eine Freisprechanlage. In dieser Studie wird mit einem multifaktoriellen Versuchsdesign der Frage nachgegangen, inwieweit der Inhalt eines Telefonats (räumlich oder nicht-räumlich) sich auf die Leistung in einer Tracking-Aufgabe auswirkt und welchen unterschiedlichen Einfluss Sprachverstehen gegenüber Sprachplanung und Sprachproduktion auf die Trackingleistung hat.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.3, Planung des Versuchs: In der vorliegenden Untersuchung soll zum einen überprüft werden, ob der Inhalt des Sprachmaterials (räumlich vs. nicht-räumlich) Einfluss auf die Leistung einer kontinuierlich räumlich orientierten sensumotorischen Aufgabe nimmt und zum anderen in welchem Maße sich dieser Einfluss in den Phasen Sprachverstehen, -planung und -produktion manifestiert. In Anlehnung an die Mobiltelefonbenutzung während der Autofahrt liegt zunächst der Gedanke nah, als räumlich orientierte sensumotorische Aufgabe eine Fahrsimulation zu wählen. Die Situationen, die bei der Autofahrt besonders gefährlich und risikobehaftet sind, sind jene, bei denen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gefordert ist. Die Reaktion auf Lichtreize wie z.B. eine Ampelanlage oder das Bremslicht des vorherfahrenden Fahrzeugs, ein kreuzendes Fahrzeug, all dies sind Momente, in denen der Fahrer schnell reagieren muss, um eine Gefahr abzuwenden. Dieser Aufmerksamkeitsfokus ist in einer Fahrsimulation allerdings nicht kontinuierlich erforderlich. Beim Geradeausfahren werden an den Fahrer keine besonderen Anforderungen gestellt und das Risikopotenzial für einen Unfall ist relativ gering. Um zu untersuchen, inwieweit Gespräche die Fahrleistung stören, ist es aber erforderlich, eine Aufgabe zu stellen, bei der kontinuierlich Aufmerksamkeit gefordert wird und stetig neue Orientierung gefordert ist, denn genau diese Situationen sind es, die Gefahrenquellen in sich tragen. Aus diesem Grund wird für diese Untersuchung eine Tracking-Aufgabe verwendet, bei der die Probanden ein sich bewegendes Ziel mit einer Maus verfolgen. Die Richtungswechsel des Ziels sind hinsichtlich der Bewegungsrichtung nicht antizipierbar und erfordern somit eine kontinuierliche Aufmerksamkeitszuwendung und eine neue Orientierung (kontinuierliche Beanspruchung der zentralen Exekutive bzw. des SAS), ebenso wie jene potenziellen Gefahrensituationen, in denen die Auswirkungen von Gesprächen gerade überprüft werden sollen. 2.4, Planung des Versuchsablaufs: Die Probanden hören Sätze, die sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen sollen. Ist der gehörte Satz inhaltlich korrekt, soll er wiederholt werden, ist er falsch, soll er korrigiert wiedergegeben werden. Zusätzlich wird über die gesamte Versuchszeit eine Tracking-Aufgabe ausgeführt. 2.5, Hypothesen: Es ist nach den Annahmen des Doppelaufgaben-Paradigmas zu erwarten, dass die Doppelaufgabenbelastung sowohl beim Tracking als auch bei der Sprechaufgabe zu einer Verringerung der Leistung führt (H1). Des Weiteren ist davon auszugehen, dass der Inhalt der Sprechaufgabe einen Einfluss auf die Leistung in der Tracking-Aufgabe hat. Es wird wegen der inhaltlichen Ähnlichkeit erwartet, dass insbesondere die räumliche Sprechaufgabe die Trackingleistung verringert (H2). Es ist anzunehmen, dass die Doppelaufgabenphasen Sprachverstehen, Sprachplanung und Sprachproduktion unterschiedlich stark belastend sind und somit zu unterschiedlich großen Interferenzen mit dem Tracking führen werden. Insbesondere für die Sprachplanung und Sprachproduktion werden große Interferenzen erwartet (H3).

Über den Autor

Linda Engelbrecht wurde 1985 in Recklinghausen geboren. Ihr Studium der Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum schloss die Autorin im Jahre 2009 mit dem akademischen Grad des Diploms erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen im Bereich der experimentellen Forschung sowie der Lehrtätigkeit. Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit entwickelte sich die Fragestellung zu derThematik des vorliegenden Buches. Nach Abschluss dieser Forschungsarbeit wandte sich die Autorin dem praktischen Arbeitsfeld der Rechtspsychologie zu.

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