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Sozialwissenschaften

Nina Glöckner

Pferdegestützte Therapie: Eine ganzheitliche und psychomotorische Betrachtung

ISBN: 978-3-95684-175-0

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 02.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 132
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Pferdegestützte Therapie ist mehr als Reiten! Ausgangslage dieses Buches ist die Kritik an funktionsbestimmten Übungen in der klassischen Reittherapie. Viele Ressourcen liegen noch ungenutzt in diesem Bereich brach, die viel stärker zum Einsatz kommen könnten. Über die Betrachtung der Tier-Mensch-Beziehung sowie die Wirkfaktoren der Tiergestützten Interventionen nähern wir uns dem Thema an. Auch die aktuelle Lebensweltanalyse unserer Kinder ist eine wichtige Grundlage, um zu verstehen, wie Kindheit heute ist und welche Herausforderungen Kinder meistern müssen. Der Blick auf die Wirkfaktoren der Natur, die Bedeutung des kindlichen Spiels sowie der ganzheitliche Einfluss des Pferdes sind wichtige Elemente, um zu verdeutlichen, wieviel mehr Potential in der Pferdegestützten Therapie steckt. Der Grundgedanke der Psychomotorik und im speziellen der Sinnverstehende Ansatz nach Jürgen Seewald wird ebenso analysiert und mit der Reittherapie kombiniert, wodurch durch die Möglichkeit für eine neue Methode entsteht und ein Umdenken in der Arbeit und in der Haltung der Therapeuten.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.2, Wirkweisen der Tiergestützten Intervention: 3.2.1, Die Rolle des Tieres: Tiere haben verschiedene Rollen in der Tiergestützten Intervention. In erster Instanz kann es als ‘Eisbrecher’ und als ‘Motivator’ fungieren. ‘Eisbrecher-Funktion’: Wichtiger Faktor in der Tiergestützten Intervention ist die Brückenfunktion des Tieres zwischen Klient und Ausführenden. Kupper-Heilmann nennt diesen Faktor die ‘Eisbrecher - Funktion’. Gerade bei der Arbeit mit Kindern kommt dieser Faktor zum Tragen, denn Kinder werden durch den Erwachsenen in die Einrichtung geschickt und tun sich aufgrund dessen schwer mit der Kontaktaufnahme zum Ausführenden. Hinzu kommt oft eine Scheu gegenüber dem Fremden. Beides wird durch die bloße Anwesenheit eines Tieres aufgelockert. Sei es über die Ausstrahlung eines schlafenden Hundes im Raum oder ein schnaubendes Pferd, beides kann beruhigend wirken. Für ein Kind bedeutsame Dinge, die es in seinem Umfeld wahrnimmt und sein Interesse wecken, können das Kind animieren sich in die jeweilige Situation einzubringen. Da der Wunsch nach Kontakt zum Tier natürlich ist, kann davon ausgegangen werden, dass ein Kind ein natürliches Interesse am Tier hat. Die menschliche Sehnsucht nach Wärme, Zärtlichkeit und Nähe unterstützt den Prozess der Kontaktaufnahme. Es kann sein, dass das Kind direkt Kontakt zu dem Tier aufnimmt, oder das Tier eignet sich schnell als Gesprächseinstieg, was ein Gefühl von Gleichgesinnten vermittelt, aufgrund gleicher Interessen. Nimmt das Kind erst Kontakt zum Tier auf, kann die Kontaktaufnahme vom Kind zum Anbietenden überwiegend indirekt bleiben. Es entsteht eine Annährung durch gemeinsames Spiel oder Pflegen des Tieres. Der Anbietende dient als Mittler zwischen Kind und Tier, da dieser mehr Erfahrungen im Umgang mit dem Tier hat, sucht das Kind in ihm Hilfestellung im Umgang mit dem Tier. Die weitere Entwicklung geht dann zu einem direkten Kontakt mit dem Anbietenden über. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass das Tier im Verlauf ‘entfernt’ werden muss. Vielmehr erhält es, im Verlauf der Stunden über einen längeren Zeitraum unterschiedliche Rollen. ‘Motivationsobjekt’: Das Tier wirkt in der Mehrzahl aller Fälle als Motivationsobjekt auf den Klienten, da es einen hohen Aufforderungscharakter hat. Das kann den Einstieg in die Intervention erleichtern und die Motivation durchzuhalten stärken. Tiere können auch gezielt für das Erlernen bestimmter Verhaltensweisen oder der Aktivierung von individuellen Ressourcen des Klienten eingesetzt werden. Zum Beispiel bei der Delfintherapie von David Nathanson wird das Tier als positiver ‘Verstärker’ eingesetzt. Das bedeutet, wenn das Kind etwas positiv gelöst hat, kommt es zu einer Belohnung durch spielen, schmusen oder schwimmen mit dem Delfin. Diese beiden Rollen sind meiner Ansicht nach die, die klar als Rolle identifiziert werden können. Schwammiger wird es bei den Funktionen als Katalysator und als Identifikation- bzw. Projektionsobjekt, da diese beiden Funktionen ebenfalls in den Bereich der Wirkweisen finden, daher werden sie dort besprochen. 3.2.2, Die Wirkweisen: Die Wirkweisen der Tiergestützten Intervention sind vielschichtig. Vernooij unternimmt die verschiedenen Erklärungsansätze aus tiefenpsychologischer Sich, auf Basis der Resilienz Forschung, der Bindungstheorie, der Entwicklungspsychologie und der Pädagogik. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die möglichen Interventionsbereiche die Sprache (Kommunikation), die Lernen (Kognition), die Wahrnehmung, Emotionalität, Körpergefühl (Motorik) sowie Soziabilität ist. Aus der Psychoanalyse nach Freud sind es die Befriedigung unbewusster Bedürfnisse aus dem ‘ES’, Stärkung des ‘ICH’ sowie das Anrühren des Verdrängten auf die Tiergestützte Intervention einwirken kann. Bei der Individualpsychologie nach Adler kann die Wirkweise durch die Stärkung des Selbstwertgefühls, Beeinflussung von Lebensstielelementen und der Verbesserung der Soziabilität des Sozialverhaltens erklärt werden. Und bei der Betrachtung der Komplexen Psychologie von Jung sind die Erklärungsansätze die Nutzung der Intuition, das Anrühren von Archetypen und Unterstützung der Individuation. Kurz gesagt wirkt Tiergestützte Intervention zum einen auf seelische und körperliche Aktivierung ein und zum anderen beeinflusst sie die mentale Ebene und fördert damit soziale und psychologische Prozesse. Damit einhergehend kann eine Aktivierung von Heilungskräften und Resilienz sein. Dabei ist es nicht allein das Tier, welches Prozesse in Gang setzt, sondern der Dialog und die Begegnung mit ihm. Levinson sieht das Tier als einen Katalysator für menschliche Beziehungen. Er begründet dieses damit, dass auf Haustiere unbewusste seelische Anteile übertragen werden können, die eigentlich Menschen gelten. Das Tier wird zum Projektionsobjekt. Die Tiere reagieren darauf nicht menschlich. Ihre Rückmeldung ist nicht wertend und wird vom Mensch besser angenommen so kann dann spielerisch menschliche Beziehungen wiederholt, aufgearbeitet und transformiert werden, da Kinder mit weniger Angst ihre eigene Authentizität leben und zeigen können. Die Begegnung zwischen Mensch und Tier ist die, die insbesondere bei Kindern neue Bindungserfahrungen hervorrufen kann. Ein vertrauensvoller Kontakt zu einem Tier kann emotionale Blockaden lösen. Auch hier liegt die Chance, dass positive Beziehungserfahrungen mit dem Tier auf menschliche Beziehungen übertragen werden können. Durch die Begegnung und dem Dialog mit dem Tier entwickelt sich eine Beziehung zu ihm. Dadurch wird das ES (Tier) zum DU. Dieser Dialog kann sehr schlicht sein, zum Beispiel einfach durch Imitation. Kinder und Tiere haben verwandte Triebe und Neugierde, z.B. neugieriges Erkunden der Umwelt, Liebesbedürftigkeit und das Leben in einer relativen Abhängigkeit. Daher können Kinder Tiere und umgekehrt einander imitieren, insbesondere Kinder und Hunde. Durch die Bestätigung der Imitation wird das Gefühl des ‚Angenommen-sein‘ hervorgerufen. Aus der Situation heraus ergibt sich die Möglichkeit für weitere Kommunikation. Durch diese Öffnung zum Dialog, kommt es zu einem kognitiven Prozess, der bei dem Kind dazu führen kann, dass es sich von seinen negativen ‘ICH-Vorstellungen’ lösen kann, zum Beispiel von Selbstzweifel und Ängsten. Das Gefühl von Angenommen werden ist dabei entscheidend, da das Kind sich aus dem Gefühl sich selbst mehr zutraut. Die Kinder können diese Erfahrungen dann adaptieren und auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen. Der anthropomorphe Umgang von jungen Menschen mit dem Tier unterstützt den Prozess des Beziehungsaufbaus, sowie die intuitive Nähe von Kindern zum Tier. Rüdiger vermutet sogar, dass Kinder Tieren näher stehen als Erwachsene. Nach Beetz spricht die Beziehung zu einem Tier tiefe Persönlichkeitsschichten an und es kommt zu einer Integration von intuitiven, emotionalen und reflexiven Prozessen. Das macht den Einsatz von Tieren für mich im pädagogischen und therapeutischen Setting sehr wertvoll. Kommt es zu einem Dialog zwischen Tier und Mensch, kann das Tier in der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen sehr hilfreich sein. Die Tiere ermöglichen eine ehrliche Selbstwahrnehmung. Der Klient kann sich und sein Verhalten über das Tier besser reflektieren und seine Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken. Diese Rückmeldung kann zum Beispiel ein Anhalten des Pferdes, auf das Kommando des Klienten, sein. Eine positive Rückmeldung vom Tier wirkt authentisch auf den Menschen und kann das Selbstkonzept verbessern. Ein positives Selbstbild, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein wird zum einen über das Gefühl des Angenommen werden gestärkt, zum anderen durch die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem Tier. Handlungsimpulse, die vom Kind an das Tier ausgehen, führen zur Interaktion. Dabei erlebt sich das Kind als Akteur seiner Umwelt. Das Kind freut sich über seine Erfolge was zu einem gesteigerten Selbstbild führt. Je mehr Handlungssequenzen desto handlungsmächtiger wird das Kind. Diese erfolgreichen Erlebnisse führen zu einer wachsenden Vertrautheit und es kommt zu einem inneren Halt. Umso mehr inneren Halt das Kind erfährt desto weniger benötigt es diesen von außen. Im Bereich der Kommunikation kommt es nach Olbrich zu einer Feinabstimmung von digitaler und analoger Kommunikation. Unter analoger Kommunikation ist gemeint, dass wir Worte und Zeichen nutzen um einen Sachverhalt zu vermitteln. Analoge Kommunikation meint dass der Mensch auch über die Körpersprache, Stimmlage, Augen und Berührung kommuniziert. Das führt wiederrum zu einer verbesserten Psychomotorik, da das Kind lernt besser seine Mimik, Gestik und Sprache einzusetzen. Durch eine verbesserte Abstimmung zwischen inneren Erlebten, Bewusstsein und der Kommunikation nach außen kann das Kind zu einer erhöhten Authentizität kommen, was wiederum zu einer besseren Integration in Gruppen führt. Spiegelungen des Klienten vom Tier sind eine andere Form der Rückmeldung. Tiere kommunizieren über Körpersprache und sind somit in der Lage nonverbale-analoge Signale des Menschen wahrzunehmen und darauf mit dem eigenen Verhalten zu reagieren. So bald Mensch und Tier sich begegnen findet Kommunikation über den Körper statt. Selbst die kleinsten und noch so unbewusstesten Signale des Klienten nimmt das Tier wahr. Um diese Prozesse zu optimieren, unterstützen und effektiv einzusetzen, bedarf es einer professionellen Reflexion und Begleitung durch Therapeuten oder Pädagogen, die die eingesetzten Tiere mit ihrem Charakter sowie Verhaltensweisen sehr gut kennen. Bei der Pflege und Versorgung eines Tieres wird die Kontrolle über sich selbst und über die Umwelt verbessert. Verstärkt wird dieses durch den Umgang mit einem Tier, welches immer wieder Selbstkontrolle und Sensibilisierung für die eigenen Ressourcen verlangt, wie zum Bespiel das Pferd, welches immer wieder die Führungsrolle überprüft und hinterfragt, darauf gehe ich später noch näher ein. Emotionale Selbststeuerung kann ebenso unmittelbar im Umgang mit dem Tier gefördert werden, aufgrund der Reaktion eines Tieres auf affekthaftes Handeln. Als Beispiel ist hier eine schreckhafte Reaktion eines Tieres auf lautes Schreien oder auf hektische Bewegungen. Der Klient erfährt eine weitere Kompetenzerfahrung über gelungene Aktivitäten und erlernt Bewältigungsstrategien. Damit wird das Zutrauen in sich selbst und in die eigenen Ressourcen weiter gestärkt. Einhergehend kann dieses Gefühl auch eine Stärkung des eigenen Ichs bedeuten, was zu einer weiteren Stärkung des eigenen Selbstwertes führt. Tiere bedienen den Wunsch nach Zusammensein, Nähe und Geborgenheit, was dadurch ein Gefühl von sozialer Integration entstehen lassen kann. Die Beziehung mit dem Tier kann ein Gefühl von Verbundenheit erzeugen. Das Gefühl der Isolation kann aufgehoben werden, was eine große soziale Wirkung hat und Kontaktfähigkeit fördert. Das Tier vermittelt positive Attribute, wie zum Beispiel Sympathie und Offenheit. Soziometrische Tests haben ergeben, dass Kinder, die ein Heimtier halten, häufiger als Vertrauenspersonen und Spielkameraden gewählt werden. Tiergestützte Interventionen wirken sich auch auf die menschlichen Hormone aus. Positive Auswirkungen wurden, unter anderem, auf den Cortisol- und Oxytocinspiegel nachgewiesen. Durch diese biochemischen Veränderungen im Körper kommt es zu einer Stressreduktion, einem niedrigerem Blutdruck, einer verbesserten Immunabwehr im Allgemeinen, einer Schmerzreduktion, einer verbesserten Empathiefähigkeit sowie einer Angstreduktion. Die damit einhergehenden Veränderungen im Verhalten können verbesserte Laune, Verringerung von depressiven Verstimmungen, ein verbessertes Lernen, geringere Aggression und ein insgesamt freundlicheres Verhalten bei Kindern sein. Nach Beetz können Kinder im Umgang mit Tieren zu einer verbesserten Empathiefähigkeit kommen. Zum einen erklärt sich dieses über die Bindungstheorie und zum anderen über den neurobiologischen Kontext. Ein sicheres Bindungsmuster begünstigt die eigene Regulationsfähigkeit und das Hineinfühlen in andere Menschen. Dabei kann eine Beziehung zu einem Tier den gleichen Einfluss haben, wie die zu einem Menschen. Neurobiologisch lässt sich die verbesserte Empathiefähigkeit über die Spiegelneuronen und Oxytocin erklären, Im Allgemeinen wird zusätzlich das Gesundheitsverhalten durch motorische Aktivierung sowie Bewegung an der frischen Luft verbessert und die damit verbundene gesundheitsfördernde Wirkung. Dadurch kann es auch zu einer Verbesserung der Motorik und des Körpergefühls kommen. Über Tiere ist auch eine kognitive Anregung und Aktivierung möglich, unter anderem über das Beobachten von Tieren, das Lernen über Tierhaltung und Aktivierung des Gedächtnisses z.B. Lernen von Tiernamen. Ein weiterer interessanter Aspekt in der Tiergestützten Intervention sind die unbewussten Anteile der Psyche, die über das Tier zu Tage kommen können. Die Grundüberzeugungen der Tiefenpsychologie, sei es nach Freud, Jung oder Adler sind, dass jeder Mensch neben seinem Bewusstsein unbewusste Anteile in seiner Psyche hat. Diese nehmen Einfluss auf das Verhalten des Menschen. Eine Veränderung des Verhaltens ist nur über die Bewusstmachung dieser unbewussten Anteile möglich. Für die Persönlichkeitsentwicklung sind die ersten 5-6 Lebensjahre von entscheidender Bedeutung. Interventionen, gerade im frühen Kindesalter, die bezogen auf Entwicklungsförderung, Korrektur und Aktivierung sind in hohem Masse wirkungsvoll. Gerade in diesem Altern kann man die unbewussten Anteile durch Bewusstmachung verändern, um stärkere Verinnerlichung dieser Muster zu verhindern. Die unbewussten Anteile sind demnach wichtig mit in die Arbeit einfließen zu lassen. Nach Vernooij ist ein Zugang zum individuellen Unbewussten über Tiere möglich. Dadurch können psychische Prozesse, Entwicklung und soziales Verhalten angestoßen werden. Vorteil bei den Tieren ist, dass ihre Spiegelung ohne persönliche Verletzungen angenommen wird. Das ermöglicht einen schnelleren Zugang und Korrektur des Verhaltens. Das Tier kann sowohl als Identifikations- als auch als Projektionsobjekt fungieren. Bei dem Identifikationsobjekt wird das Tier als Abbild des eigenen Selbst betrachtet. Dem Tier wird das gegeben, was dem Klienten selber fehlt. Genauso werden am Umgang mit dem Identifikationsobjekt die eigenen Schwierigkeiten oder Konflikte sichtbar. Sie können am Tier ausgelebt und bewältigt werden. Bei der Projektion von unbewussten Mustern und Verhaltensweisen des Klienten auf das Tier können diese auch außerhalb des Kindes bewältigt werden. Dabei handelt es sich meist um innere Bilder und Gefühle des Menschen. Die Studie von Bergler 1986 hat gezeigt, dass Kinder ‘die auf den Hund gekommen sind’ in dem Tier die Eigenschaften erleben, die sie an ihren Eltern vermissen. Unter diesem Punkt sind auch Tierquälereien von Kindern an Tieren zu betrachten. Sie gelten eher der Umwelt oder den Eltern als dem Tier selber. Mit einem Beispiel möchte ich das Projektionsobjekt noch einmal verdeutlichen. Im Fall von Hyperaktivität sieht das Kind an einem lebhaften Hund sein eigenes Verhalten. Durch die Konzentration auf den Hund und das Geben von Kommandos an ihn kann das Kind seine eigene Unruhe in dieser Phase zügeln. Er hat die Chance das Erfahrene modellhaft seine eigene Unruhe zu übertragen und daraus für sich eine Lösung zu adaptieren. Insgesamt kann die Tiergestützte Intervention zu einer Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens führen. Sie kann Entwicklungs- und Lernfortschritte aktivieren sowie eine Erhöhung der Lebensgestaltungskompetenz. Entscheidend für eine gelungene Intervention ist die Qualität und die passende Form der Interaktion für jedes Individuum. Es bedarf einer hohen Beobachtungsgabe und einem guten Einfühlungsvermögen des Ausführenden, um effektiv zu arbeiten und die nächsten Schritte in der Förderung des Klienten zu sehen und für die folgenden Stunden einzuplanen.

Über den Autor

Nina Glöckner, B.A, wurde 1977 in Hamburg geboren. Ihr Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Darmstadt schloss sie erfolgreich mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen in der Tiergestützten Intervention in verschiedenen Einrichtungen. Seit ihrem zehnten Lebensjahr ist sie leidenschaftliche Reiterin und war aktiv im Tuniersport, bis sie umsattelte in freie Interkation mit Pferden. Fasziniert von den Wirkungsweisen der Tiere schloss sie 2013 eine Zusatzqualifikation zur Therapeutin in Delphingestützter Therapie ab und ergänzt heute ihr Wissen darüber in der Arbeit mit den Pferden. Für die Stiftung Heilungswege erarbeitete sie auf Grundlage dieses Buches ein Konzept für Kinder- und Jugendhöfe und ist seit dem erfolgreich für die Stiftung tätig.

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