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Sozialwissenschaften

Anica König

Schulisches Portfolio als pädagogische Revolution der Leistungsbeurteilung?

ISBN: 978-3-86341-399-6

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 10.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 76
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Seit über zehn Jahren werden von den Bildungsstudien PISA oder TIMMS immer wieder neue erschreckende Bildungsdefizite und zwar im Bereich des Könnens, nicht des Wissens der Schüler deutlich gemacht. Es geht folglich aus den Studien hervor, dass der traditionellen Lehre, im Sinne der Wissensadaption, die Nachhaltigkeit fehlt. Das schulische Lernen unterliegt gerade auch deshalb einer starken Veränderung. Dem Lernen müssen neue Zugänge geschaffen werden, die es ermöglichen, die aktuellen Missstände der traditionellen Lehre zu beseitigen. Einer dieser Missstände ist unter anderem die Übertragung der Prinzipien unserer Leistungsgesellschaft auf die Schule. Demzufolge entscheidet die individuelle Leistung eines Menschen über seine soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft. Gerade die schulische Leistungsmessung ist aber derartig in Verruf geraten, nicht zuletzt wegen ihrer unzureichenden Erfüllung der Gütekriterien, dass die Forderungen nach alternativen Wegen der Leistungsbeurteilung immer lauter werden. An dieser Stelle tritt die Frage auf, ob es tatsächlich realistische Alternativen zu Ziffernbenotung gibt und wie diese in den Unterricht übertragen werden könnten. In dieser Arbeit soll die Methode des Portfolios im schulischen Unterricht genauer beleuchtet werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2., Leistung in der Schule: Für den Begriff der Leistung in der Schule gibt es keine eindeutige Definition. Den Grund hierfür bilden die kontroversen Auslegungen darüber, was überhaupt gemessen und beurteilt werden soll. Die Erziehungswissenschaftler Jörg Ziegenspeck, Peter Gaude und Wolfgang Teschner gehen davon aus, dass das Wort ‘Leistung’ einer semantischen Mehrdeutigkeit unterliegt. So liegt der Ursprung des Begriffs wohl im Gotischen, wo er so viel bedeutet, wie ‘folgen, nachfolgen’, aber auch ‘ich weiß’. Werner Sacher kommt zu dem Schluss, dass ‘Leistung (…) der Vollzug und das Ergebnis einer Tätigkeit [ist], die mit Anstrengung verbunden, auf die Erlangung eines Ziels gerichtet und auf Gütemaßstäbe und Anforderungen bezogen ist.’ Hieraus folgert sich also, dass sich nicht jede Anstrengung, selbst wenn sie zielgerichtet ist, als Leistung verstehen kann. Der Gütemaßstab ist hier ausschlaggebend dafür, ob etwas als Leistung gewertet werden kann, oder nicht. Welche Inhalte also genau von Leistung verlangt werden, unterliegt Normen, welche gesellschaftlich vorgegeben werden und von der Schule umgesetzt werden müssen. Beispielhaft für eine Wandlung in der Auffassung von schulischer Leistung, steht die PISA Studie. Dort werden Basiskompetenzen in verschiedenen Anwendungsbereichen erfasst und beurteilt, anstelle von bloßem Abfragen curricularen Wissens. Die Diskussion über schulische Leistung wirft weiterhin die These auf, dass Leistung sowohl prozess- als auch produktorientiert sein kann. Eiko Jürgens fordert: ‘Statt ausschließlich Lernresultate ins Zentrum der Unterrichtsarbeit zu rücken, sollten mindestens gleichgewichtig die prozessualen Aspekte des schulischen Lernens beachtet werden. Ein prozess- und produktorientiertes Leistungsverständnis überwindet die künstliche und pädagogisch falsche Trennung zwischen Aneignung und Ergebnis, zwischen Lernweg und Lernerfolg.’ Hieraus entsteht eines der vielen Probleme rund um die Leistungsmessung, nämlich ob nun das Produkt, der Prozess, oder beides in die Beurteilung mit einfließen sollen. 2.1., Gesellschaftlicher Leistungsbegriff: Ganz im Unterschied zu einer Ständegesellschaft, in der die Abstammung und Herkunft des Menschen seine Stellung innerhalb der Gesellschaft bestimmt, verteilt unsere moderne Gesellschaft materielle und soziale Chancen hauptsächlich anhand des Leistungsprinzips. Unsere heutige Gesellschaft reduziert den Begriff der Leistung häufig nur noch auf seinen statischen Aspekt. Besonders aber in der Schule ist es von enormer Bedeutung, auch den prozesshaften Charakter zu bedenken. Die Leistungsgesellschaft in der wir leben, folgt einer bestimmten Gesellschaftsvorstellung, in welcher die Verteilung von Gütern wie Einkommen, Macht, oder Vermögen gemäß der besonderen Leistungen erfolgt, die einem jeden Gesellschaftsmitglied zugerechnet werden. Das Leistungsprinzip ist in Deutschland eng an den Begriff der ‘Sozialen Marktwirtschaft’ gebunden. ‘Jede Gesellschaft weist ihren Mitgliedern einen sozialen Ort, einen Status, zu. In modernen arbeitsteiligen Gesellschaften soll dies in Abhängigkeit von der erbrachten ´Leistung` geschehen. Die Bundesrepublik gilt zumindest dem Anspruch nach als eine Leistungsgesellschaft.’ Die gesellschaftliche Position eines jeden Einzelnen ist also bestimmt, durch seine erbrachte Leistung und ebenso von dieser abhängig. Ob also eine Person im berufliche Leben die Chance hat aufzusteigen und hängt rein von seiner erbrachten Leistung ab. Der gesellschaftliche Leistungsbegriff beruht auf den Vorgaben des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbs und ist aus diesem Grund hauptsächlich produkt.- konkurrenz- und ausleseorientiert. Der Großteil der Bevölkerung befürwortet dieses Modell und erkennt die Tatsache an, dass die Gesellschaft dem Ordnungsprinzip der Leistung unterliegt.

Über den Autor

Anica König wurde 1986 in Regensburg geboren. Ihr Studium des Lehramts für Gymnasien an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen schloss die Autorin im Jahre 2012 mit dem akademischen Grad des Bachelors und dem Staatsexamen erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende theoretische und praktische Erfahrungen zum Thema der Leistungsmessung an Schulen. Die Diskussionen über die Abschaffung der traditionellen Ziffernnoten an Schulen motivierte sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.

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