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Sozialwissenschaften

Thomas Mühlbach

Zur Entstehung von kollektiven Emotionen bei sportlichen Großveranstaltungen

ISBN: 978-3-95820-113-2

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 09.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 72
Abb.: 7
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen von kollektiven Emotionen. Nachdem herausgearbeitet wird, was genau Emotionen sind und wie sie entstehen und wirken, werden soziologische Erklärungsansätze für Emotionen geschildert. Der Autor setzt sich mit den soziologischen Emotionsmodellen von Kemper (1978), Gerhard (1988) und Riedl (2006) auseinander, um auf Grundlage der Modelle Erklärungsansätze für kollektive Emotionen zu geben. Anschließend werden die Motive von Stadionbesuchern dargestellt und es wird eine Antwort auf die Frage gegeben, worin die Anziehungskraft von sportlichen Großveranstaltungen besteht.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.1, Das emotionssoziologische Strukturmodell von Kemper: Diese Theorie schließt für Kemper den Raum zwischen der Makro-und Mikrosoziologie, da er Gefühle zum Produkt, aber auch zur Quelle sozialer Verhältnisse macht (Flam, 1999, S. 183). Für Kemper führen soziale Situationen zu spezifischen physiologischen Zuständen, welche spezifische Emotionen auslösen. Er unterscheidet drei intervenierende Interaktionsebenen: die Sozialstruktur, die Emotionen und die Physiologie (Flam, 2002, S. 134ff. vgl. Gerhards, 1988, S. 124). Kemper versucht die Verknüpfung dieser drei Ebenen in seinen Arbeiten zu erläutern. Die Dimensionen Macht und Status sind für Kemper (1978, S. 26-42) die elementaren im Bereich des Sozialen. Er bemerkt, dass alle Interaktionen zwischen zwei Individuen mit diesen Dimensionen erklärt werden können. Emotionen resultieren demnach aus dieser realen, vorgestellten oder antizipierten Stellung im sozialen Raum. Als jede Chance innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen durchzusetzen definiert Kemper (1978, S. 29) die Machtdimension. Diese Machtdimension impliziert ein gehorsames und unterwürfiges Verhalten. Im Bereich der Statusdimension hingegen geht es um die Gewährung von Akzeptanz, Achtung oder Sympathie, also eher um positive Verhaltensweisen. Des Weiteren sind in der Statusdimension gebende, unterstützende und liebevolle Aktionsweisen vorhanden (Riedl, 2006, S. 108). Für Kemper sind nur die Mächtigen der Gesellschaft in der Lage, die Macht- und Statusdimension zu ordnen (Flam, 2002, S. 150). Auf der eben beschriebenen Grundlage entwickelte Kemper ein aus wenigen Elementen bestehendes Modell, mit dem er Emotionen beschreiben kann. Im idealen Zustand gibt es demnach nur zwei miteinander agierende Akteure, welche er als Ego (lat. Ich) und Alter (lat. der Andere) bezeichnet. Egos Emotionen sind ein Ergebnis der Position im sozialen Raum und der Bewertung des eigenen Verhaltens und des Verhaltens von Alter. Dies teilt Kemper in die Dimensionen exzessiv, adäquat oder insuffizient ein. Kemper erweitert diese Grundstruktur des Modells um einen dritten Akteur, dieser wird als ‘agency’ bezeichnet. Mit der dritten Komponente ist eine weitere Variable benannt, die dann zum Einsatz kommt, wenn Ego weder sich selbst noch seinem Gegenüber die Verantwortung zuschiebt. Sie kann sowohl ein konkretes Individuum sein, als auch eine unpersönliche Kraft wie ‘das System’, ‘das Schicksal’, ‘Gott’, ‘die Krankheit’, ‘das Alter’ (Kemper 1978, S. 44f.). In Abhängigkeit der Verantwortungs-zuschreibung verspürt der Akteur unterschiedliche Emotionen, was an folgendem Beispiel von Kemper veranschaulicht wird. Wenn Person A Person B liebt, B aber das Interesse an A verliert, dann hängen die Emotionen von A davon ab, wem sie diese Veränderung zuschreibt. Sieht sie die Ursache in eigenen Fehlern, wird sie Selbstmitleid empfinden. Wenn sie diese eher der Unentschlossenheit von B zuschreibt, wird sie sich über diese ärgern. Falls sie das wachsende Interesse von einer Person C an B als Ursache ansieht, ist sie eifersüchtig auf C. A kann diese drei Emotionen auch gleichzeitig empfinden, wenn sie alle beteiligten Akteure als Auslöser betrachtet (Kemper, 1978, S. 45f.).

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