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- Erfolgreiche, wirksame und moderne Führung – Eine Frage der Haltung
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Verlag:
disserta Verlag
Imprint der Bedey & Thoms Media GmbH
Hermannstal 119 k, D-22119 Hamburg
E-Mail: info@diplomica.de
Erscheinungsdatum: 08.2026
AuflagenNr.: 1
Seiten: 452
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback
Führung wirksam zu leben – das ist keine Frage von Methoden, sondern von Haltung. In ihrer Dissertation zeigt Veronika Lemke, wie eine werteorientierte, reflektierte Führungshaltung in komplexen Organisationen entwickelt und wirksam gelebt werden kann. Auf Basis qualitativer Studien mit Führungskräften und Mitarbeitenden verbindet sie aktuelle Megatrends wie New Work, Wissenskultur und Gesundheit mit der Praxis einer modernen, beziehungsorientierten Führung. Das Buch liefert fundierte Impulse für alle, die Verantwortung übernehmen und Führung erfolgreicher, menschlicher und zukunftsfähig gestalten wollen.
Textprobe: Thematische Einführung Vielleicht ist dies auch das Vermächtnis der Queen: Es gibt offenbar eine globale Sehnsucht nicht nach der perfekten, aber nach menschlich authentischen Führungspersönlichkeiten (McKinsey & Company, 2022), so schrieb der Handelsblatt-Redakteur Riecke auf der Internetseite ‚Initiative Chefsache‘, welche unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel gegründet wurde und aktuelle Führungstrends in den Fokus nimmt. Die derzeitige Sehnsucht nach menschlich authentischer Führung fällt in eine Zeit diverser Herausforderungen unserer Arbeitswelt. Sie lassen sich mit Begriffen wie dem gesellschaftlichen Wertewandel, der ‚VUCA-Welt‘ und den Anspruchshaltungen neuer Generationen, auch hier mit veränderten Wertevorstellungen an Arbeit, Leben und Führungsperson, beispielhaft beschreiben und machen auch vor der Polizei nicht halt (Gebhardt et al., 2015, S. 1–16 Moskaliuk, 2019). Die Frage nach dem Wandel der Führung in der Polizei ist angesichts vielfältiger Herausforderungen in der Arbeitswelt besonders relevant und betrifft auch den öffentlichen Dienst. Um zukunftsfähig zu bleiben, muss sich die Polizei als attraktiver Arbeitgeber neu positionieren. Der Fachkräftemangel und die Überalterung innerhalb der Polizei machen eine Veränderung unerlässlich. Diese Veränderung muss sowohl die zukünftigen Bedürfnisse der Polizei als auch die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigen. In einem stark umkämpften Arbeitsmarkt ist es entscheidend, junge Menschen für den Polizeiberuf zu gewinnen und auch zu binden. Dafür ist es wichtig, auf ihre veränderten Erwartungen an die Arbeitswelt einzugehen, insbesondere in Bezug auf den Sinn der Arbeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Attraktive Botschaften und Angebote sind dabei von zentraler Bedeutung. Um neue Kolleginnen und Kollegen erfolgreich zu integrieren und langfristig zu binden, müssen sie einen modernen Arbeitsplatz mit einer entsprechenden Führungs- und Organisationskultur vorfinden. Steigende Kündigungsraten und sinkende Bewerberzahlen verdeutlichen zusätzlich die Notwendigkeit eines Führungswandels innerhalb der Polizei. (Kelbing & Wessels, 2024 Preisker et al., 2023) Zeitgleich bescheinigen die Ergebnisse der aktuellen Gallup Studie, dem ‚Gallup Engagement Index Deutschland (2024 Management-Blog, 2024), den Führungskräften in Deutschland kein gutes Ergebnis. Studienleiter Nink (Management-Blog, 2024) äußert sich gar wie folgt: Schlechte Führung wird zum Risikofaktor für den Unternehmenserfolg . Wie kann Führung also besser gelingen? Wie kann erfolgreich, wirksam und zeitgleich moderne Führung in der heutigen Zeit aussehen? Welche Führungstrends liefern Ansätze auf diese Fragen und auf die aktuellen Herausforderungen in der Arbeitswelt? Außerhalb der Polizei wird die Frage nach wirksamer Führung zunehmend mit Haltungsfragen von Führungspersonen beantwortet. Haltung kann dabei als Kern der inneren Persönlichkeit bezeichnet werden, welcher sowohl das Wahrnehmen als auch das Denken und daraus resultierend das Verhalten einer Person – hier Führungsperson – prägt (Lemke, 2021, S. 45). Ein modernes Führungsverständnis, aktuelle Anforderungen an Führung, Begegnung der Herausforderungen in der Arbeitswelt, Implementierung verschiedener, moderner Führungsansätze – all dies kann in der menschlich authentischen Ausgestaltung der Haltung von Führungspersonen Einzug finden – all das eine Frage der Haltung. (Baumann-Habersack, 2017 Gasche, 2018 Godbersen, 2023 Lemke, 2021 Lüneburg, 2019 Najipoor-Schütte, 2019 Nienkerke-Springer, 2018 Permantier, 2019 Rusca & Huber, 2018 Schlachte & Lobodda, 2017). Doch wie kann eine Haltung der Führungspersönlichkeit konkret ausgestaltet werden, um menschlich authentisch und zugleich erfolgreich zu sein? Was bedeutet heute überhaupt Erfolg in Führung? Halfwassen (2022, S. 1–6) reflektiert beim heutigen Erfolg der Führungsqualität beispielsweise auf verschiedene Impulse: Ich gelobe, mit dem guten Auge auf die Menschen zu schauen, die ich führe. Ich erkenne mehr und mehr, dass meine Haltung die stärkste Führungstechnik ist. Ich verstehe, dass Führen mehr mit Dienen als mit Steuern zu tun hat. Mir leuchtet ein, dass ich meine Mitarbeiter nicht motivieren kann. Aber ich tue mein Möglichstes, um sie nicht zu demotivieren. Ich weiß um den Unterschied zwischen Delegieren und Loslassen. Ich sehe, dass meine Mitarbeiter ohne Feedback orientierungslos sind – und auch nicht wachsen können. Ich lerne mehr und mehr über die Stärken meiner Mitarbeiter – und lenke meine Aufmerksamkeit regelmäßig auf das, was abnorm gut ist. Ich weiß, dass die Emotionen meiner Mitarbeiter ein Kraftstoff sind – und nicht etwas, was sie an der Pforte abgeben sollten. Ich akzeptiere, dass ich meine Mitarbeiter immer wieder enttäuschen werde. Ich verstehe, dass das okay ist – wenn ich an den meisten Tagen mein Bestes gebe. Ich sorge dafür, dass in meiner Nähe alle Stimmen gehört werden, ganz gleich, wer spricht. Diese Impulse eines zeitgemäßen Führungsverständnisses konstatieren sowohl die Wichtigkeit der eigenen Haltung, als auch eine veränderte Anforderung an Führung in der heutigen Zeit. Ein weiterer tonangebender Experte für Führungsfragen (bauRUNDSCHAU, 2022), der US-amerikanische Buchautor, Redner, Coach und Pastor Maxwell, liefert weitere Impulse zur Ausgestaltung moderner Führung. In seinem Buch ‚How successful people lead‘ stellt er fünf Level vor, die erfolgreiche Führungspersonen erreichen sollten. Das höchste zu erreichende Level beschreibt er mit: people follow you because of who you are and what you represent (Maxwell, 2013, S. 9). Wer bin ich und wofür stehe ich als Führungsperson? – wiederum eine Frage der Haltung. Auch in die Polizei finden Fragen nach erfolgreicher und moderner Führung immer mehr Einzug (Badenhop, 2022 Badura & Munko, 2022 Barthel, 2019 Barthel & Heidemann, 2013a Barthel & Schiele, 2017 Dunker, 2020 Fischbach, 2023 Kastner, 2022 Neidhardt, 2017 Renter, 2023a, 2023b, 2024a Schemke & Zenker, 2023, S. 1–17 Schiewek, 2023, S. 1–24 Siller, 2022 Stierle et al., 2017 Thielmann et al., 2021, 2023 UA FEK, 2020b Wistuba & Hasselmann, 2023). Diese fokussieren vornehmlich auf neuen Ansichten eines modernen Führungsverständnisses in der Polizei sowie auf Anforderungen an Führung. Alle diese Ansätze bringen Impulse für die Führung der Zukunft hervor, stehen jedoch separiert und ohne gegenseitige Verflechtung. Parallel wächst die Aufmerksamkeit für das Thema Führungshaltung in der Polizei, welches sich u.a. in der Entscheidung des internationalen Zukunftspreises der Polizei 2022 (Masterarbeit zum Thema Führungshaltung), auf der Agenda vieler Arbeits- und Führungskräftetagungen (Feldmann, 2022 GdP, 2022 Polizeidirektion Hannover, 2022 Polizeidirektion Lüneburg, 2022) sowie ersten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Führungshaltung (Godbersen, 2023 Lemke, 2021) niederschlägt. Doch auch die Ergebnisse aus den wissenschaftlichen Arbeiten lassen die Fragen nach der konkreten Ausgestaltung der Führungshaltung in der Polizei in verschiedenen Bereichen (z.B. Haltung sich selbst, den Mitarbeitenden, der Organisation gegenüber), den Erfolgsfaktoren der Führungshaltung und ihrer konkreten Umsetzung und die Wirkung einer veränderten Führungshaltung in der Polizei, offen. Genau an diesem Punkt setzt die hiesige Dissertation mit den nachfolgenden Untersuchungsfragestellungen an. Sobald Grundlagen geschaffen sind, was Erfolg in Führung, was moderne und was wirksame Führung bedeutet, soll sich diese Arbeit der Antwort nähern, wie eine erfolgreiche, wirksame und moderne Führungshaltung ausgestaltet werden sollte. Dafür wird als Extrakt aus der Forschung zunächst die Konkretisierung der optimalen Führungshaltung zu sich selbst, zu den Mitarbeitenden und zur Organisation anschaulich in einer Tabelle herausgearbeitet. Um einen hohen Praxisbezug herzustellen, werden anschließend die Erfolgsfaktoren zur praktischen Umsetzung beschrieben. Es wird der Frage nachgegangen: Wie gelingt es mir in meinem täglichen Führungshandeln Theorien auch wirklich in der Praxis anzuwenden? Wir alle kennen das Phänomen: wir lesen inspirierende Bücher, hören motivierende Zitate oder nehmen uns vor, uns zukünftig mehr Zeit für bestimmte Dinge einzuräumen. Nicht das fehlende Wissen ist oftmals der entscheidende Punkt, weshalb das Vorhaben scheitert, sondern die fehlenden Anknüpfungspunkte der Implementierung im Alltag. Flankierend zu dem umfassenden Bild, welche konkrete Führungshaltung heute optimalerweise angenommen werden sollte und wie sie bestenfalls umgesetzt werden kann, bietet diese Dissertation ferner Antworten auf die Frage: Macht es Sinn, dem Thema Führung einen so hohen Stellenwert einzuräumen? Was bringt die Investition von zeitlichen Ressourcen in die eigene Person und in die Mitarbeitenden? Die Ergebnisse werden herausstellen, warum es sich lohnt, Zeit in eine erfolgreiche, wirksame und moderne Führungshaltung zu investieren, denn: Who we are is how we lead. (Brown, 2023) Die Extrakte der Forschung werden Lesende inspirieren, nicht etliche Führungskonzepte und -theorien zu wälzen, sondern bei sich selbst zu beginnen und sich mit sich selbst zu befassen. Sie werden einen Anker der Justierung in Sachen Führung bieten, der auch bei aufkommendem Wind Möglichkeiten schafft, auf Kurs zu bleiben und der Orientierung in unsicheren Zeiten gibt. Die Ergebnisse werden aufzeigen, wie die Umsetzung von der Theorie in die Praxis gelingt und wie groß die Wirksamkeit ist, nicht nur für sich selbst, sondern für alle Mitarbeitenden und die Organisation insgesamt. Das Schließen dieser Forschungslücken ist wesentliches Ziel der Dissertation. Sie wird die vorstehenden Fragen, Impulse und Ansätze zum Thema Führungshaltung aufgreifen – damit den spürbar wehenden Wind in den Segeln der Veränderung der Führungskultur in der Polizei Deutschlands nutzen – und erarbeiten, wie die menschlich authentische Führungshaltung der Polizei in der heutigen Zeit konkret ausgestaltet werden kann, um somit erfolgreich, wirksam und modern zu führen.
Veronika Lemke ist Polizeibeamtin und Führungskraft im höheren Dienst der Polizei Niedersachsen. Nach ihrem Bachelorstudium an der Polizeiakademie Niedersachsen entwickelte sie sich über verschiedene Stationen wie die Bereitschaftspolizei, den Einsatz- und Streifendienst, Stabsarbeit sowie ersten Führungsfunktionen hin zum Management in der Polizei, dem Masterstudiengang an der Deutschen Hochschule der Polizei. In diesem wurde sie mit ihrer Abschlussnote als Jahrgangsbeste ausgezeichnet (Jahrgang 19/21) und gewann bereits mit ihrer Masterarbeit zur Führungshaltung den 1. Platz des Zukunftspreises Polizeiarbeit (2022). Im höheren Dienst leitete sie zunächst das Sachgebiet Einsatz in Hannover und wechselte dann in das Nds. Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, in dem sie aktuell die Referatsteilleitung eines neu gegründeten Referates – Digitale Transformation – inne hat. Das Thema Führung ist ihr Herzensthema, weshalb sie sich zum einen entschloss, eine Doktorarbeit zum Thema Führungshaltung zu schreiben und zum anderen nebenberuflich als Keynote-Speakerin tätig ist.
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