Suche

» erweiterte Suche » Sitemap

  • Sie befinden sich:
  • Reihen
  • »
  • Nachhaltigkeit
  • »
  • Der Product Carbon Footprint: Die Erfassung von Treibhausgasemissionen mittels CO2-Fußabdruck

Nachhaltigkeit


» Bild vergrößern
» weitere Bücher zum Thema


» Buch empfehlen
» Buch bewerten
Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 06.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 148
Abb.: 33
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die anhaltende Diskussion über den Klimawandel, einer der zentralen Herausforderungen, der sich Industrie und Gesellschaft gegenübersehen, weckt in der Bevölkerung zunehmend das Interesse, den individuellen Einfluss auf das Klima zu erfassen. Für Unternehmen erwächst durch die Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen mit einer geringeren Emissionsbilanz die Bedeutung, Treibhausgasemissionen wie CO2 und Methan entlang des kompletten Lebenszyklusses (Life Cycle Assessment - LCA) eines Produktes oder einer Dienstleistung zu erfassen. Die Klimaverträglichkeit kann dabei mittels eines sog. CO2-Fußabdrucks, auch Product Carbon Footprint (PCF) genannt, aufgezeigt werden. Wissenschaft und Praxis sehen hier das vorrangige Problem im Fehlen einer international anerkannten, standardisierten Vorgehensweise zur Erfassung von Treibhausgasemissionen. Eine globale Bewertung der Nachhaltigkeit kann nur gewährleistet werden, wenn eine gleich gewichtete Betrachtung aller Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – erfolgt. Dies beinhaltet neben den Treibhausgasemissionen weitere Aspekte wie Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Um Unternehmen dennoch die Möglichkeit zu geben, ihre Logistikkette in Bezug auf Nachhaltigkeitsanforderungen bewerten zu können, wird in dieser Arbeit ein entsprechender Handlungsleitfaden entwickelt. Hierdurch soll schon vor der Veröffentlichung internationaler Normen eine optimale Ausgangssituation zur Bilanzierung der Nachhaltigkeit ermöglicht werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 2.2.3 Logistische Aufgabenbereiche: Zu den logistischen Basistätigkeiten gehören neben dem Transportieren, Lagern und Umschlagen das Kommissionieren und Verpacken im Güterfluss sowie administrative Tätigkeiten, die im engen Kontakt zu den physischen Aufgaben stehen, wie z.B. die Auftragsabwicklung. Dabei werden die logistischen Basistätigkeiten wie folgt definiert: Transportieren: Die Ortsveränderung von Gütern und/ oder Personen mit manuellen oder technischen Mitteln Lagern: Jedes geplante Liegen von Arbeitsgegenständen im Materialfluss Umschlagen: Die Gesamtheit der Förder- und Lagervorgänge beim Übergang der Güter auf ein Transportmittel (Beladen), beim Abgang der Güter von einem Transportmittel (Entladen) und wenn Güter das Transportmittel wechseln (Umladen). Kommissionieren: Das Zusammenstellen von bestimmten Teilmengen (Artikeln) aus einer bereitgestellten Gesamtmenge (Sortiment) aufgrund von Bedarfsinformationen (Aufträgen) Verpacken: Das Herstellen eines Packstückes/ einer Packung durch Vereinigung von Packgut und Verpackung unter Anwendung von Verpackungsverfahren mittels Verpackungsmaschinen bzw. -geräten oder von Hand […]. Anhand der Einordnung der Logistikaufgaben ist ersichtlich, dass der Fokus der Logistik auf den zu transportierenden Materialien und Waren in der Beschaffung, Produktion, Distribution und bei der Entsorgung liegt. Es werden aber auch Maschinen, Personen sowie Gebäude und Einrichtungen benötigt, um dies zu ermöglichen. Desweiteren kann ohne dispositive Tätigkeiten u.a. kein geregelter Informationsfluss sichergestellt werden. Kapitel 2.3 Wertschöpfung, Wertschöpfungskette, logistische Kette und Supply Chain Management: Die Logistik umfasst neben den Bereichen Planung, Steuerung und Kontrolle aller Informations- und Materialflüsse innerhalb der Unternehmen auch die Flüsse zwischen Unternehmen von den Kunden bis zu allen Lieferanten und Vorlieferanten und anderen Wertschöpfungspartnern. Folgend soll deshalb auf die Begriffe Wertschöpfung , Wertschöpfungskette und Supply Chain Management eingegangen werden. Als Erster transformierte Lehmann (1954) den Begriff Wertschöpfung aus der Volkswirtschaftslehre in die Betriebwirtschaftslehre. Er definierte Wertschöpfung = erzeugtes Gütereinkommen = erzeugtes Geldeinkommen. Im Allgemeinen bestimmt die Wertschöpfung den Überschuss, der entsteht, sobald die Umsätze den Wert der Vorproduktion übersteigen. Ein Wert kann demnach abgeschöpft werden, sobald der Wert an verkauften Gütern den Wert an zugekauften Mitteln übersteigt. Unter dem Begriff Wertschöpfungskette kann die Vernetzung aller für den Kunden an Wert schaffenden Organisationen, in Form von Produkten oder Dienstleistungen, die am Leistungserstellungsprozess beteiligt sind, verstanden werden. Einen großen Einfluss darauf hat die logistische Kette, da diese die Wertschöpfungskette abstimmt. Sie verbindet innerbetriebliche mit außerbetrieblichen Prozessen. Neben dem physischen Materialfluss von der Beschaffung bis zum Absatz werden über die logistische Kette der Informationsfluss sowie Material- und Produktionsflüsse koordiniert. Nach der Definition weist die logistische Kette eine übergreifende Planungs-, Steuerungsund Kontrollfunktion zwischen den Unternehmen auf. Dies kann bei einer Abstimmung und Synchronisierung der unternehmensweiten Prozesse als Supply Chain Manangement (SCM) bezeichnet werden. Dabei integriert SCM die Unternehmensbereiche Logistik, Beschaffung und Materialwirtschaft. Das SCM sieht die logistische Kette als Gesamtsystem und verlagert seine Verbesserungsansätze von einzelnen Prozessabläufen der Wertschöpfungspartner zu einer Optimierung des Gesamtprozesses […]. Der Fokus einer globalen bzw. ganzheitlichen Betrachtungsweise sollte neben den Kundenzielen auch auf die Beständigkeit der Material- und Informationsflüsse sowie auf die Gestaltung unternehmensübergreifender Produktionsplanungs- und Produktionssteuerungssysteme gerichtet sein. Monetäres Ziel sollte sein, den Wert der gesamten Supply Chain zu steigern. Einen zentralen Stellenwert haben auch die Prozess- und Flussorientierung sowie die Reduktion von Schnittstellen entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Die Supply Chain kann analog zur Logistik ebenfalls in Funktionsbereiche bzw. Hauptprozesse gegliedert werden (vgl. Kap. 2.2): Planung: In dieser Phase wird die Organisation von Nachfrage und Versorgung für die Supply Chain ganzheitlich festgelegt. Das Aufgabenspektrum umfasst u.a. die Planung von Langzeitkapazitäten und Ressourcen. Beschaffung: Sie sorgt für die Bereitstellung von Ausgangsmaterialien in einem übergreifenden Beschaffungssystem. Teilaufgabe ist das Lieferantenmanagement. Transformation: In diesem Prozess erfolgt die Produktionsdurchführung in einem ganzheitlichen Produktionssystem. Teilaufgabe ist die Fertigungssteuerung. Distribution: Dieser Prozess umfasst das Nachfrage-, Auftrags-, Lager- und Transportmanagement, sowie die Installation und Kommissionierung innerhalb eines ganzheitlichen Distributionssystems. Rückführung: Das Aufgabenspektrum umfasst das Recycling von Abfallmaterialien sowie die Rückführung von nicht konformen Gütern und Produkten. Kapitel 2.4 Nachhaltigkeit in der Logistik: Unternehmen haben bei Transporten die Möglichkeit, Umweltbelastungen zu reduzieren. Als Motivationsfaktor ist dabei vor allem die Kostenreduktion durch Senkung von Energieverbrauch und Emissionen anhand einer effizienten Transportplanung und -abwicklung zu sehen. Die Herausforderung für ein nachhaltiges Logistik-Management ist die Entwicklung und Nutzung eines Redistributionssystems neben bestehenden Distributionsstrukturen. Über dieses System werden die Formen der Entsorgung – das Sammeln, Selektieren, Aufbereiten, Vernichten und Verwerten der zu entsorgenden Stoffe – realisiert. Eine horizontale und vertikale Kooperation mit den Handelspartnern gilt nach Hopfenbeck (1990) als weiterer wichtiger Ansatz einer nachhaltigen Logistik. Bei der vertikalen Kooperationsform müssen Richtlinien zur Beschaffung von umweltfreundlichen und sozial gerecht hergestellten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen vereinbart werden. Bereits bei der Beurteilung potenzieller Lieferanten ist darauf zu achten, dass diese Bedingungen erfüllt werden können. Die horizontale Kooperationsform kann vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten förderlich sein. Durch Vereinheitlichung bspw. der Verpackungen können zugleich auch Synergieeffekte im Entsorgungssystem genutzt werden. Unter dem Aspekt des Transportes ergeben sich damit Möglichkeiten, Verkehrsmittel effizienter zu nutzen. In der Entsorgungslogistik bietet sich durch die zeitlich größere Flexibilität im Vergleich zu modernen Distributionssystemen die deutlich günstigeren Möglichkeiten von Bahn und Binnenschiff gegenüber Lkw-Transporten an.

weitere Bücher zum Thema

Bewerten und kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichenten Felder aus.


script>